Kusel Kleines Gymnasium, das Großes leistet

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Die Regale sind weitgehend leer, die Pinnwand hinter dem Schreibtisch ist es ebenfalls, nur aus mehreren Magneten ist ein lächelnder Smiley geformt. Stefan Weber hat noch nicht viel Zeit gehabt, sich an seinem Arbeitsplatz komplett einzurichten. Seit Montag ist der neue Leiter des Veldenz-Gymnasiums Lauterecken im Dienst – und das auch noch leicht fiebrig. „Doch weil das mein Auftakt ist, wollte ich nicht krank zu Hause bleiben“, sagt der 50-Jährige.

Auf einem Aktenschrank ragt eine tönerne Giraffe etwa 40 Zentimeter in die Höhe. Ein Geschenk seines früheren Schulleiters am Otfried-von-Weißenburg-Gymnasium in Dahn. Ein symbolträchtiges zumal, deshalb steht es auch sehr exponiert: „Als Schulleiter muss man ebenfalls den Überblick haben, aber dennoch müssen die Beine fest auf dem Boden stehen“, erklärt der Kaiserslauterer, der in Lauterecken der ziemlich lautlos nach Mainz entschwundenen Karin Ding nachfolgt. Die Schulleitung in Lauterecken ist für ihn ein Wunsch-Job, obwohl er auch vorher schon Schulleiter gewesen ist. An der Integrierten Gesamtschule in Otterberg. „Aber das Gymnasium ist meine pädagogische Heimat“, sagt er und strahlt. Lauter-ecken passe besonders gut für ihn: „Ein kleines Gymnasium im ländlichen Raum, das Großes leistet.“ Das erinnert ihn an das Dahner Gymnasium, an dem er sich so wohlgefühlt hat. Und: Lauterecken hat seinen Schwerpunkte vor allem auf Informatik gelegt – das kommt ihm, dem diplomierten Mathematiker und Physiker, besonders entgegen. Dass Lauterecken mit seinen rund 460 Schülern und etwa 35 Lehrern zu den kleinsten im Land gehört und oft mit der Frage des Fortbestands konfrontiert wird, stört den neuen Schulleiter überhaupt nicht. „Es ist auch ein Vorteil, eine kleine Schule zu sein. Das ist ein Alleinstellungsmerkmal“, sagt er. Und: „Wir sind wie eine große Familie. Das Verhältnis zwischen Lehrern, Schülern und Eltern ist ein sehr gutes, ein sehr harmonisches. “ All das – die familiäre Atmosphäre mit sehr individueller Beratung sowie die klaren Schwerpunkte auf internationale Kontakte und auf Naturwissenschaften, durch die Weber das Gymnasium auch gut an die Technische Uni in Kaiserslautern angebunden sieht – lässt den neuen Mann an der Spitze trotz der Schulkonkurrenz in der näheren Umgebung und trotz der schwierigen demografischen Entwicklung im Nordkreis zuversichtlich in die Zukunft schauen: „Wir haben im laufenden Schuljahr doppelt so viele Schüler in der fünften Klasse wie im Jahr zuvor – das zeigt, dass unsere Schule beliebt ist und sich richtig positioniert hat.“ Daran will er auch weiter mitwirken, denn Kindern in einer ländlichen Struktur Bildungs-Chancen zu geben, liegt ihm am Herzen. „Das hat das Dahner Gymnasium schon zu etwas Besonderem für mich gemacht“, nimmt er immer wieder Bezug auf seine frühere Schule, von der er nicht nur seine Giraffe, sondern auch zwei putzige modellierte Elwetritsche mitgebracht hat, die nun seinen Schreibtisch zieren. Seine Rolle als Schulleiter interpretiert er eher bescheiden: „Ich bin keiner, der sich in Szene setzen muss.“ Das persönliche Gespräch ist ihm wichtig. Nach nur zweieinhalb Tagen im Dienst bedauert er es daher, dass er noch nicht in die einzelnen Klassen hat gehen und sich den Schülern vorstellen können. Das will er schnellstens nachholen. (wop)

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