Kusel Klagen verzögern die Einführung
Der Tagesordnungspunkt „Beschaffung von Digitalen Funkmeldeempfängern (FME) für die Feuerwehr“ steht zurzeit bei den Verbandsgemeinderäten an. Die neuen Geräte sollen die digitale Alarmierung ermöglichen, die nach einiger Verzögerung nun bald in die Probephase geht.
und Altenglan haben die Bestellung noch 2017 auf den Weg gebracht, die 465 Geräte wurden vergangene Woche geliefert. Der Verbandsgemeinderat Oberes Glantal hat dem vor zwei Wochen zugestimmt – 510 Geräte werden dort für die Feuerwehrleute bestellt. In Lauterecken/Wolfstein steht die Abstimmung über die Beschaffung für März auf der Tagesordnung der Verbandsgemeinderatssitzung. Bekommen die Feuerwehren nun also neue Funkgeräte? Nein. Es handelt sich um neue Alarmierungsgeräte – landläufig Piepser genannt. Das Innenministerium hat angekündigt, dass die digitalen Geräte nun bald gebraucht würden. Seit 2016 wird die Probephase verschoben, ebenso die Anschaffung der FME von Jahr zu Jahr durch die Haushalte der Verbandsgemeinden, berichtet Kreisfeuerwehrinspekteur Udo Schmeiser im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Mit den FME wird mehr möglich sein als mit den analogen Pagern, die jedoch nicht sofort aus dem Dienst verschwinden. Denn sobald die Probephase angelaufen ist, werden die Wehrleute erst mal beide Geräte mit sich tragen müssen. Statt wie die analogen mit nur einer Ruftonfolge, alarmieren die neuen Empfänger mit einer Textnachricht, die die Art des Notfalls beschreibt. Auch sollen Spezialisten zielsicherer angefunkt werden können. Der Bereich der Integrierten Leitstelle (ILS) Kaiserslautern, zu dem neben dem Landkreis Kusel auch der Donnersbergkreis gehört, ist der zweite in Rheinland-Pfalz, der auf diese Art der Alarmierung umgestellt wird. Erste Leitstelle war Landau, wo es 2016 mit Verspätung losging und der Probebetrieb weiterhin nicht abgeschlossen ist. Sehr gut und sicher funktioniere das Netz dort, allerdings „werden noch vereinzelte technische sowie funktechnische Optimierungen vorgenommen“, informiert das Innenministerium auf RHEINPFALZ-Anfrage. Es erklärt die „Verzögerung von 1,5 Jahren mit zwei Klagen von Konkurrenten der Firma Swissphone. Beide Verfahren wurden zugunsten des Projekts entschieden“. Allerdings habe in dieser Zeit der Ausbau stillgestanden. Nun treibe die vom Land beauftragte Firma „den Aufbau der restlichen (Funk-)Standorte parallel zu Nacharbeiten im Bereich Landau“ voran. Wegen der Witterungsverhältnisse sei dies in den Wintermonaten nicht so einfach gewesen. 61 von 74 Funk-Standorten im Bereich der ILS Kaiserslautern waren Mitte Februar errichtet und in Betrieb. Das Innenministerium plant den Start fürs zweite Quartal dieses Jahres. An den geplanten Projektkosten von 36,2 Millionen Euro, die nach anfänglichen Planungen von zwölf Millionen Euro seit 2016 im Raum stehen, aber nur bis Ende 2017 als gesichert galten, habe sich nichts geändert, so das Ministerium. Das einheitliche Alarmierungsnetz für Feuerwehren, den Rettungsdienst und den Katastrophenschutz lässt das Land im Auftrag der kommunalen Spitzenverbände errichten. Es wird gemeinsam von Kommunen, den Krankenkassen und dem Land finanziert. Das gibt beispielsweise 78,82 Euro zu den Funkmeldeempfängern dazu, die 216,58 pro Stück kosten. Dazu gibt es eine 13,09 Euro kostende Tasche mit Zuschuss von 6,95 Euro. Diese Angaben stammen aus der kürzlichen Sitzung des Verbandsgemeinderats Oberes Glantal. Und dann gibt es noch die Programmiergeräte, die bestellt werden müssen. Wer die bekomme, sei schon entschieden, erklärt Kreisfeuerwehrinspekteur Udo Schmeiser. Im Januar hat er sich mit den Administratoren – zwei pro Verbandsgemeinde und von der Einheit des Kreises – getroffen, im März beginnen die Programmierschulungen. „Wir haben jetzt die einmalige Möglichkeit, alles einheitlich zu machen. Und die nehmen wir wahr“, sagt er. „Das ist gut, wenn man zusammenarbeiten muss.“ Denn genau das ist das Ziel nicht nur der digitalen Alarmierung. Auch die im November bei der ILS Kaiserslautern erfolgte Umstellung auf das Einsatzleitsystem Cobra 4, mit dem auch der Digitalfunk mit deutlich besserer Sprachqualität kam, und die Einführung einheitlicher Alarmierungsbegriffe gehören dazu. Sie gelten für ganz Rheinland-Pfalz, und so können die Leitstellen gegenseitig übernehmen. Michael Ufer von der Feuerwehr Kaiserslautern, die die ILS betreibt, bleibt vor der Einführung der digitalen Alarmierung ebenso gelassen wie bei den vorherigen Umstellungen. „Wir sind bereit“, sagt er. Sobald das Startsignal gegeben werde, dauere es etwa zwei Tage, bis die Programmierung stehe, erklärt er. Die Alarm- und Ausrückeordnung müsse in das digitale System übersetzt werden. Sie ist erst im vergangenen Jahr mit neuen Stichworten ausgearbeitet worden. Beispielsweise haben darin Spezialeinheiten besondere Kennungen und können so gesondert alarmiert werden.