Kusel Keine Auffälligkeiten im Kreditgeschäft
Die Kreissparkasse Kusel hat keine wesentlichen Belastungen in ihrem Kreditgeschäft. Zu diesem Ergebnis kommt das Gutachten des Sparkassenverbandes, das gestern bei der Verwaltungsratssitzung der Kreissparkasse vorgestellt wurde. Das Ende der Fusionsverhandlungen mit der Stadtsparkasse Kaiserslautern hat das Gremium „zur Kenntnis genommen“.
Damit hat auch die Kreissparkasse Kusel (KSK) die Fusionsverhandlungen offiziell beerdigt – nachdem der Verwaltungsrat der Stadtsparkasse Kaiserslautern (SSK) bereits am Donnerstag der Empfehlung beider Vorstände gefolgt war. Wie berichtet, hatten der Vorstand sowie die Verwaltungsratsvorsitzenden beider Häuser diese Empfehlung nach einem Treffen am Donnerstagmorgen formuliert – zuvor hatten die SSK-Vorstandsmitglieder Karl-Heinz Dielmann und Werner Stumpf bereits die Sinnhaftigkeit eines Zusammenschlusses mit dem Kuseler Institut in Frage gestellt. Das Hauptaugenmerk des KSK-Verwaltungsrats galt bei der gestrigen Sitzung dem Kreditgeschäft des Geldinstituts. Vorstandsvorsitzender Helmut Käfer hatte im Vorfeld angekündigt, „Stellung zu den von Kaiserslauterer Seite geäußerten Vorwürfen zu beziehen“: In den vergangenen Tagen hatte die Runde gemacht, die Belastungen im Kreditgeschäft der KSK seien ein gewichtiger Grund für die Lauterer Sparkasse, aus den gemeinsamen Gesprächen auszusteigen. Im Verwaltungsrat stellte Käfer eine Einschätzung des Kreditrisikos bei seiner Sparkasse vor, die der Sparkassenverband Rheinland-Pfalz in den vergangenen Tagen angefertigt hatte. Aus dieser geht hervor, dass es „keine Anhaltspunkte für wesentliche Belastungen im Kreditgeschäft der Kreissparkasse Kusel durch Wertberichtigungen und Abschreibungen“ gibt. Käfer betonte, dass es „keine Besonderheiten gegenüber vergleichbaren Sparkassen“ gebe. Das Gutachten untersuchte das Kreditwachstum der vergangenen Jahre, die Risikokonzentration, das Rating der Kreditnehmer und die Bewertungsergebnisse. Laut Sparkassenverband gab es bei keinem der vier wichtigen Kriterien irgendwelche Auffälligkeiten. Dementsprechend seien die Mitglieder des Verwaltungsrats „verwundert über die Aussagen aus dem Umfeld einer Nachbarsparkasse“, teilte die KSK gestern nach der Sitzung mit. Das Gremium beschloss, nun zu prüfen, ob die KSK „rechtliche Schritte aufgrund der geschäftsschädigenden Aussagen“ aus dem Umfeld der SSK einleiten wird. Käfer betonte, dass bereits viel Zeit und Geld in die nun gescheiterte Fusion investiert worden sei. Dass durch einen Zusammenschluss der beiden Häuser zu einer Sparkasse Westpfalz sehr wohl Synergieeffekte möglich gewesen wären, habe der externe Berater Jürgen Knopf vom Sparkassenverband Baden-Württemberg, der den Fusionsprozess über Monate begleitet hatte, gestern erneut aufgezeigt. Enttäuscht zeigte sich Käfer aber weniger vom Scheitern der Verhandlungen – „es kann passieren, dass man merkt, es passt nicht“ – als vielmehr vom Vorgehen der SSK. Diese habe das Thema von Anfang an in der Presse diskutiert, obwohl eine gemeinsame, abgestimmte Kommunikation vereinbart gewesen sei. Landrat Winfried Hirschberger, der Vorsitzende des Verwaltungsrates bei der KSK, sprach von einer „sehr guten Sitzung“. Es sei klar dargestellt worden, dass die Vorwürfe zu Problemen im Kreditgeschäft „ohne jeglichen realen Hintergrund“ seien. Die Kuseler Sparkasse könne „hoch erhobenen Hauptes“ aus den Fusionsverhandlungen gehen, Gutachten sowie externer Berater hätten bestätigt, dass die KSK gut aufgestellt sei. Grundsätzlich bedauere er das Scheitern der Gespräche – und zog einen Vergleich: „Das Westpfalz-Klinikum zeigt, was auf Dauer entstehen kann.“ Beim Zusammenschluss der Krankenhäuser hätten die Kuseler Verantwortlichen den Mut aufgebracht, „sich auf Kaiserslautern einzulassen“, und dies habe sich äußerst positiv auf die medizinische Versorgung und die Arbeitsplatzentwicklung ausgewirkt. „Der Unterschied ist: Damals war Kusel der Juniorpartner.“ KSK-Chef Käfer betonte erneut, dass es sinnvoll sei, wenn sich Sparkassen in der Westpfalz und Umgebung zusammenschließen – nicht auszuschließen also, dass sich andere potenzielle Partner finden werden. Käfer unterstrich aber, dass die KSK sehr gut dastehe und problemlos als eigenständiges Institut weitermachen könne. |tmü