Kusel Kein Kampf um Brummi-Plätze mehr auf Rasthof
Mehr als 37.000 Fahrzeuge sind täglich auf der Autobahn 6 zwischen Waldmohr und Landstuhl unterwegs. Vor allem nachts reichen die Lastwagen-Stellplätze am Autorasthof nahe der saarländischen Grenze nicht aus. Das soll sich 2020 ändern: Statt der bisher 40 werden dann 85 Lkw-Stellplätze zur Verfügung stehen – rund fünf Millionen Euro sollen in den Ausbau investiert werden.
Die A 6 gehört zu den wichtigsten Transitstrecken Europas und ist vor allem auch für Unternehmen aus dem Süden des Landkreises Kusel eine immens wichtige Verbindung. Schließlich ist sie von Saarbrücken durchgehend bis zur tschechischen Grenze befahrbar. Laut Thomas Schmitt vom Autobahnamt Montabaur passierten im Jahr 2014 täglich im Schnitt 37.394 Fahrzeuge den Bereich zwischen Waldmohr und Landstuhl – darunter 5196 Lastwagen. Davon profitiert natürlich auch der Autobahnrasthof Waldmohr, der auf einem rund 2,5 Hektar großen Areal einen halben Kilometer von der saarländischen Grenze entfernt errichtet wurde. Seit elf Jahren ist Holger Dötsch Pächter der zur „Tank und Rast Holding“ gehörenden Anlage – deutschlandweit betreibt diese 390 Raststätten. „In Waldmohr handelt es sich um eine Kompaktanlage“, schildert Tank-und-Rast-Pressereferent David Stöppler. Das bedeutet: Raststätte, Tankanlage und Shop sind unter einem Dach untergebracht. Hinzu kommt ein Hotel mit 15 Zimmern. Insgesamt beschäftigt Dötsch 26 Mitarbeiter, die täglich zahlreiche Kunden betreuen. „Eine standortbezogene Erfassung der Kundenstruktur findet nicht statt“, erläutert Stöppler auf RHEINPFALZ-Nachfrage. Vor allem während der Sommerferien und in der anstehenden Weihnachtszeit gebe es für Dötsch und seine Angestellten viel zu tun. Während dieser Zeit steigt das Verkehrsaufkommen im Bereich der Rastanlage. Doch für die Außenbereiche und den Parkplatz sind Bund und Land und nicht die „Tank und Rast Holding“ zuständig, schildert Stöppler. „Zur Zeit ist die Anlage in Waldmohr mit 40 Lkw-, 66 Pkw- und vier Behindertenstellplätzen sowie zwei rund 100 und 250 Meter langen Parkstreifen für Großraum- und Schwertransporte ausgestattet“, erläutert Thomas Schmitt vom Autobahnamt Montabaur. Allerdings suchen vor allem Lkw-Fahrer nachts immer mal wieder vergeblich einen Parkplatz zur Einhaltung ihrer Ruhezeit. Eine Erfassung aus dem Jahr 2008 habe ergeben, dass in Waldmohr 36 Stellplätze für Lastwagen fehlten, ergänzt Schmitt. Eine Wiederholung der Erfassung 2013 bestätigte den Mangel: Es fehlten 14 Stellplätze. Mit dem Kampf um Parkplätze ist bald Schluss. Denn das sogenannte Netzkonzept zum Ausbau der Lkw-Parkplätze an Autobahnen – diesem liegen die Erfassung 2008 sowie eine Prognose für den Parkplatzbedarf 2025 des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur zugrunde – sieht für Waldmohr dringenden Handlungsbedarf. Für 2020 ist die Erweiterung von bisher 40 auf 85 Lkw-Stellplätze vorgesehen. „Wir befinden uns in der Vorplanung“, sagt Schmitt. Stand jetzt soll der Ausbau rund fünf Millionen Euro kosten. Das bisherige Areal von 2,5 Hektar soll dann nahezu verdoppelt werden. Inwieweit es auch mehr Stellplätze für kleinere Fahrzeuge geben wird, ist noch offen.