Kusel Kein Ende des Kanuverbots in Sicht

Der Glan bleibt zwischen Lauterecken und der Kreisgrenze zwischen Odenbach und Meisenheim auch über den 31. Dezember hinaus für Boote gesperrt. Das hat die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd gestern mitgeteilt und damit ihre Prognose von Anfang des Jahres bestätigt.
Im Laufe der Zeit habe sich in diesem Bereich ein überalterter, schadhafter Baumbestand – vornehmlich aus Weiden, Pappeln, Erlen und Eschen – entwickelt. Mehrere Gutachten haben laut SGD gezeigt, „dass nahezu 600 Bäume eine akute unmittelbare Gefährdung für Leben und Gesundheit darstellen“. Um diese Gefahr zu beseitigen, müssten etliche Bäume gefällt werden. Das sei jedoch nicht möglich, da dieser Glanabschnitt eine „hohe bis sehr hohe ökologische Wertigkeit“ aufweise. Rund 80 Prozent der Bäume haben laut der Behörde eine hohe artenschutzrechtliche Bedeutung. Sie zu fällen, hätte einen Verlust an Fortpflanzungs- und Ruhestätten für Tiere zur Folge. Auch würden zahlreiche geschützte Vogel- und Fledermausarten ihre Winterquartiere verlieren. Derartige Eingriffe in Natur und Landschaft seien nicht zulässig. Daher sieht die SGD keine andere Möglichkeit, als den Glanabschnitt weiterhin zu sperren. Zumal die Behörde davon ausgeht, dass auch andere – derzeit noch nicht akut gefährdete – der alten Bäume am Glanufer im Laufe der Zeit zum Sicherheitsrisiko werden. Im Februar war die SGD noch von 465 geschädigten Bäumen ausgegangen, hatte aber da schon prognostiziert, dass über das Jahr 2018 hinaus kein Kanubetrieb möglich sein werde. Wie mehrfach berichtet, hatte die Behörde den Streckenabschnitt zwischen Lauterecken und der Kreisgrenze im April 2017 gesperrt, um einsturzgefährdete Bäume fällen zu lassen. Die Arbeiten mussten aber nach wenigen Stunden abgebrochen werden, weil die Umweltschutzorganisation BUND einen Eilantrag gestellt hatte. Das Neustadter Verwaltungsgericht bestätigte später den Baumfällstopp. Ende des vergangenen Jahres gab die SGD dann ein weiteres Gutachten in Auftrag, das ergab, dass sich die Baumfällung langfristig negativ auf den Naturhaushalt auswirken würde.