Kusel Jahresziele deutlich übertroffen

Placeholder-Image

Die Volksbank Lauterecken hat trotz des schwierigen Zinsumfeldes ihre Ziele für das abgelaufene Geschäftsjahr deutlich übertroffen. Das geht aus den vorläufigen Zahlen hervor, die die beiden Bankvorstände Klaus Gerber und Joachim Wagner gestern im Gespräch mit der RHEINPFALZ präsentiert haben. Die Besonderheit: Während Kreditvolumen und Kundeneinlagen deutlich gestiegen sind, blieb die Bilanzsumme nahezu unverändert.

Dahinter steckt ebenfalls eine positive Entwicklung: Denn die Volksbank hatte vor einigen Jahren billiges Geld von der Zentralbank aufgenommen, um es in Form günstiger Kredite an ihre Kunden weiterzugeben. 30 Millionen Euro waren es damals, 20 davon waren schon in früheren Jahren zurückgezahlt worden. Die verbleibenden zehn Millionen hat die Volksbank dank guter Geschäftsentwicklung vorzeitig abgelöst – und sich damit die Zinsen für die anderthalb Jahre Restlaufzeit gespart. Tatsächlich also wäre die Bilanzsumme um genau diese zehn Millionen Euro höher. Gerber und Wagner berichten von einem unerwarteten Wachstum – sowohl bei der Kreditnachfrage (ein Plus von 7,1 Prozent) als auch bei den Kundeneinlagen (plus 4,9). Die Nachfrage sei dabei breit gestreut; nachgefragt seien Kredite gleichermaßen von Unternehmen wie von Privatleuten. Und, außergewöhnlich: Während in den vergangenen Jahren die Kreditwünsche vor allem aus den wirtschaftlich stärkeren Bereichen im Geschäftsgebiet kamen, also aus dem Raum Weilerbach/Otterbach, hat inzwischen auch der Raum Lauterecken nachgezogen. Gerber und Wagner sehen in der erheblichen Anzahl an neuen Geschäften einen Beleg für die richtige Strategie ihres Hauses, um nach der gescheiterten Fusion auch weiterhin selbstständig bleiben zu können. Denn während viele Mitbewerber Kreditanfragen aufgrund der gestiegenen Anforderungen der Bankenaufsicht standardisiert bearbeiteten, prüfe die Volksbank sehr genau den Einzelfall. Denn nach den standardisierten Verfahren hätten beispielsweise Anfragen nach Wohnungskrediten schon dann oft keine Chance, wenn der Interessent nur einen Zeitvertrag bei seinem Arbeitgeber oder nur noch wenige Jahre bis zu seinem Ruhestand habe. „Wir prüfen dann alles – und kommen zu einem anderen Ergebnis. Weil wir unsere Kunden und deren Umfeld kennen“, sagt Gerber. Ungeachtet dessen kämpft natürlich auch die Volksbank Lauterecken mit den Auswirkungen der Niedrigzinsphase und der daher immer geringer werdenden Zinsmarge zwischen ausgeliehenen und eingelegten Geldern. Der Zinsüberschuss – Haupteinnahmequelle regionaler Banken – fiel im vergangenen Jahr um 185.000 auf 5,22 Millionen Euro. Das wurde kompensiert durch höhere Provisionen von Verbundpartnern für die Vermittlung langfristiger, also mehr als zehn Jahre, Kredite. Und durch einen geringeren Aufwand – sowohl bei den Sach- wie auch bei den Personalkosten. Letztere gingen um 100.000 Euro zurück, weil die Bank mit Blick auf die Fusion zwei durch Verrentung frei gewordene Stellen vorübergehend nicht neu besetzt hat: Hier werde nun nach Scheitern der Fusion nachbesetzt, kündigten Gerber und Wagner an. |wop

x