Kusel „Investition für die Zukunft“

91-72400343.jpg

Das Gebäude, in dem die Kindertagesstätte in Steinbach untergebracht ist, wurde bereits 1932 errichtet. Neben dem regulären Kita-Betrieb finden dort auch die Sitzungen des Ortsgemeinderates sowie die Sprechstunden des Ortsbürgermeisters statt. Insgesamt 38 Kinder können laut Ortsbürgermeister Jörg Fehrentz in der Kita in der Hauptstraße betreut werden. „Derzeit sind wir nicht komplett ausgelastet, aber es gab auch einige Abgänger zur Schule.“ Vor acht Jahren wurde das Gebäude etwas umgebaut und hinsichtlich der damals geltenden Brandschutzverordnung auf den neuesten Stand gebracht. Nachdem Eltern seit 2013 einen gesetzlichen Anspruch auf einen Kindergartenplatz für ihre Sprösslinge ab dem ersten Lebensjahr haben – sogenannte U3-Plätze –, stehen nun weitere, zum Teil größere Maßnahmen auf dem Programm. „Mitte Juli fand eine Überprüfung des Brandschutzes, der Lebensmittelkontrolle sowie der Unfallkasse statt, bei der einige Kritikpunkte geäußert wurden“, schildert Fehrentz. Das Erfüllen dieser sei wiederum wichtiges Kriterium dafür, dass die Betriebserlaubnis aufrecht erhalten bleibt, die vom Landesjugendamt erteilt wird. Unter anderem muss das Fluchtwegekonzept überarbeitet werden. Das bedeutet: Aus beiden Gruppenräumen muss ein Fluchtweg nach draußen führen. Laut Fehrentz wird derzeit überprüft, ob in jedem Gruppenraum eine Tür ins Freie eingebaut oder ob ein Durchgang zwischen den Räumen hergestellt wird, der wiederum ins Fluchtwegekonzept eingearbeitet wird. „Der Architekt hat sich die Räumlichkeiten angeschaut. Nun muss man sehen, wie das baulich umgesetzt werden kann.“ Eine weitere Idee sei, die bestehende Stahlkonstruktion außerhalb des Gebäudes in die Fluchtwegeplanung zu integrieren. Darüber hinaus empfahl der Brandschutz – die Überprüfung wird durch die Kreisverwaltung durchgeführt – den Einbau einer vernetzten Rauchmeldeanlage sowie zweier Brandschutztüren. „Außerdem sollen alle Elektroinstallationen regelmäßig von einem Fachbüro überprüft werden“, erläutert Fehrentz und ergänzt: „Der Architekt erstellt derzeit die Pläne. Mit einem Ergebnis sowie einer endgültigen Kostenschätzung rechnen wir in Bälde.“ Weiterhin muss die Ortsgemeinde in eine neue Küche im Kita-Gebäude investieren. „Die ist genauso alt wie der Kindergarten.“ Vier Angebote hat der Ortsbürgermeister bereits eingeholt. Das teuerste beläuft sich auf rund 20.000 Euro. Der Ortsgemeinderat soll in der heutigen Sitzung entscheiden, wer den Zuschlag erhält. „Die Konzepte reichen vom Einbau eines Abfalleimers über Arbeitsplatten und Elektrogeräte bis hin zu einem separaten Handwaschbecken.“ Nahezu unberührt von der Entscheidung des Rates bleibe die Versorgung mit Mittagessen. „Das wird tiefgefroren geliefert und wird in Dampfgarern aufgewärmt. Das wird gut angenommen“, schildert Fehrentz. Eher wie Kleinkram hingegen wirken die Forderungen der Unfallkasse. Im Außenbereich muss der marode Holzzaun erneuert werden. „Diese Auflage ist legitim, da Teile des Holzes marode ist. Ansonsten sind das Kleinigkeiten, die auch in Eigenleistung gemacht werden können“, ist Fehrentz überzeugt. Als Beispiele nennt der 55-Jährige Klemmschutz für Türen, so dass sich die Kinder die Finger nicht zwischen Tür und Rahmen einklemmen. „Das sind ein paar Schrauben.“ Der Ortsbürgermeister rechnet damit, dass die Gemeinde zwischen 50.000 und 70.000 Euro investieren muss, um alle Maßnahmen zu stemmen. „Das ist schon eine Summe. Aber damit schaffen wir die Infrastruktur, die den Ort attraktiv macht. Das sind Investitionen für die Zukunft.“ Fehrentz hofft, dass die Großprojekte gefördert werden. „Gerade für die dicken Brocken wollen wir zweigleisig fahren.“ Das heißt, dass in der heutigen Sitzung des Ortsgemeinderates sowohl ein Antrag auf Mittel des rheinland-pfälzischen Investitionsstocks als auch für das Förderprogramm 3.0 auf den Weg gebracht werden soll. Fehrentz ist sich sicher, dass die Mitglieder des Gremiums die Vorschläge mittragen werden. „Ich glaube, das wird kein Problem – auch wenn das viel Geld ist.“ Mit im Boot sitzt die Ortsgemeinde Henschtal, die auch am Kindergarten beteiligt ist und somit einen Teil der Investitionskosten tragen muss. Info: Redaktion vor Ort Die RHEINPFALZ macht mit ihrer Aktion „Redaktion vor Ort“ Station in Steinbach. Am Freitag, 2. Oktober, steht zwischen 15 und 17 Uhr das weiß-blaue Zelt in der Dorfmitte, Hauptstraße 28. Wie immer ist jeder eingeladen, zu einem Gespräch vorbeizukommen. Ansprechpartner sind die Redakteure Barbara Scheifele und Torben Müller, die sich auf spannende Gespräche freuen: über Steinbach, die umliegenden Gemeinden, über die RHEINPFALZ, über alles, was Ihnen am Herzen liegt. Ob Lob, Tadel oder Anregungen – alles ist willkommen. Wie immer gibt es Mineralwasser und Kaffee. Und die beliebten RHEINPFALZ-Dubbetassen darf anschließend jeder mit nach Hause nehmen. (hlr)

x