Kusel Interessante Leute, geselliges Leben
«RATHSWEILER.» Doris Bauer steht dem Lions-Club Kusel für die kommenden zwölf Monate vor. Die 59-Jährige aus Rathsweiler übernahm vor wenigen Tagen die Präsidentschaft von ihrem Vorgänger Bernd Gilcher. Ihr Ziel: die erfolgreiche Arbeit der Lions fortführen.
Bauer gehört zu den Gründungsmitgliedern der Lions im Jahr 2002. Der Berufsalltag der Justizrechtsrätin bringt es mit sich, dass ihr Leben recht „justizlastig“ ausgerichtet ist, wie sie es formuliert. Als Ausgleich könne sie im Club „interessante Menschen auch aus anderen Berufsgruppen kennenlernen, die das Ziel haben, durch gemeinsame Aktivitäten Erlöse zu erwirtschaften, um damit regionale, nationale und internationale Projekte zu unterstützen“. Außerdem komme bei den Treffen alle zwei Wochen das gesellige Leben nicht zu kurz. Doris Bauer stammt aus einem landwirtschaftlichen Betrieb in Rathsweiler. Ihr Elternhaus bewohnt sie mit ihrer Mutter. Nach dem Abitur in Kusel schlug sie die gehobene Beamtenlaufbahn im Justizdienst ein. Ihr Interesse an der Justiz rühre auch von ihrem Faible für Kriminalromane, verrät sie. Nach ihrer Ausbildung war sie am Amtsgericht Ludwigshafen als Rechtspflegerin tätig. Es folgte der Wechsel in die Verwaltung des Oberlandesgerichts Zweibrücken und ans Landgericht Kaiserslautern. In Kaiserslautern ist sie als Geschäftsleiterin für das nicht-richterliche Personal und die Verwaltung des Gebäudes zuständig. „Wir sind seit Juni Pilotgericht für die Einführung der Elektronischen Akte“, berichtet Bauer. Ihre Tätigkeit beschreibt sie als besonders abwechslungsreich und spannend. Darüber hinaus leitet Doris Bauer die sechs Mitglieder zählende Arbeitsgruppe „Sicherheit“ der rheinland-pfälzischen Gerichte und Staatsanwaltschaften. Von ihrer Arbeitsstätte in Kaiserslautern ist sie deswegen zur Hälfte der beim Oberlandesgericht Zweibrücken angesiedelten Arbeitsgruppe abgeordnet. Dabei gehe es um den Mitarbeiter- und Besucherschutz, erläutert die 59-Jährige. Bei einem erschreckenden Sammelsurium von Waffen, die in Gerichtsgebäuden bereits gefunden worden seien, sei Prävention ein wichtiges Thema. Bei den Lions ist Bauer nun unter anderem für die Leitung der Treffen und die Gestaltung des Jahresprogrammes zuständig. Der Kontakt mit anderen Clubs sei ihr ein zentrales Anliegen. Der Club zählt nach Angaben der neuen Präsidentin aktuell 33 Mitglieder, darunter acht Frauen. „Wir verzeichnen ein moderates Wachstum“, sagt sie. Die Mitglieder bildeten einen Querschnitt aus allen Berufsgruppen. Eines der nächsten Projekte sei der Bücherflohmarkt beim Europäischen Bauernmarkt im September in Rammelsbach. Dort werden erneut Schmöker aus Privatspenden nach Buchrücken-Zentimetern für den guten Zweck günstig verkauft. Zu den Erfolgen der Lions zähle auch die Aktion Weihnachtslos, schildert Bauer: „Das läuft hervorragend“, lobt sie auch das Engagement ihrer Clubkollegin Bärbel Schmitt. Start sei beim verkaufsoffenen Sonntag in Kusel am 4. November. Acht weiterführende Schulen seien aus den Erlösen bereits bedacht worden. 46 Kitas, die drei Ökumenischen Sozialstationen sowie die Tafeln im Landkreis, Grundschul-Fördervereine, die Kontaktstelle Holler und das Kinderhaus Bedesbach des Christlichen Jugenddorfwerks profitierten ferner von den Spenden. Zudem helfen die Lions bei Katastrophen wie Erdbeben oder Tsunamis und engagieren sich im Kampf gegen vermeidbare Blindheit. Ein besonderer Schwerpunkt liegt Bauer zufolge in der Kinder- und Jugendarbeit. Unter anderem würden Kitas und Schulen bei Programmen zum Erlernen sozialer Kompetenzen sowie in der Gesundheits-, Sucht- und Gewalt-Prävention unterstützt. Auch Kreismusikschule, Kinderschutzbund, Jakob-Muth-Schule sowie Besuche von Kindern aus der Region Tschernobyl wurden gefördert. In ihrer Freizeit engagiert sich Doris Bauer unter anderem im Vorstandsteam der Rathsweiler Landfrauen. Zudem ist sie seit 2002 im Gemeinderat ihres Heimatdorfes. 2004 wurde sie als Beigeordnete gewählt, seit 2013 ist sie Erste Beigeordnete.