Kusel Insolvente Firma Kohl Brot schließt Filiale in Kuseler Industriestraße
Seit Montag, 1. Juli, ist die Filiale von Kohl Brot in der Kuseler Industriestraße geschlossen. Die anderen beiden Filialen in Kusel wurden von der Bäckerei Müller übernommen. Am 1. Juli wurde vom Amtsgericht Idar-Oberstein die Insolvenz in Eigenverwaltung eröffnet, wie der für die Pressearbeit der Bäckerei zuständige Jochen Mignat auf Nachfrage der RHEINPFALZ mitteilt.
Nach der Schließung der Filiale in Kusel seien die beiden Mitarbeiterinnen des Geschäfts in der Industriestraße entlassen worden. Die Arbeitsplätze in den anderen beiden Filialen am Bahnhof sowie im Hela-Baupark würden hingegen bestehen bleiben. Insgesamt werden laut Mignat elf der 30 Filialen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland geschlossen. Betroffen sind alle drei Filialen in Neunkirchen, drei in Saarbrücken, zwei in St. Wendel sowie je eine Filiale in Freisen, Baumholder und Lisdorf.
Die anderen Filialen und deren 100 Mitarbeiter würden von fünf regionalen Interessenten übernommen. Somit könnten die Standorte Kusel, St. Wendel, Meisenheim, Kaiserslautern, Rockenhausen, Saarbrücken, Ensdorf, Nonnweiler-Otzenhausen, Dillingen, Kleinblittersdorf, Wiebelskirchen, Hermeskeil, Zweibrücken, Alsenz und Bad Kreuznach erhalten werden. „Die Hälfte der Mitarbeiter behält ihre Arbeitsplätze“, heißt es in einer Pressemitteilung.
Aussichten für Standorte gut
Insgesamt seien die Aussichten für die meisten Standorte der insolventen Kohl Brot gut, heißt es weiter. „In einem schwierigen Marktumfeld konnten wir eine gute Lösung für 15 von 18 lokalen Standorten, die Hälfte aller Mitarbeiter und über 70 Prozent der Mitarbeiter im Verkauf erreichen. Das war nur möglich, weil wir alle 30 Filialen während der Eigenverwaltung seit 25. März fortgeführt haben und uns 200 Mitarbeiter bis heute unterstützt haben.“
Ein Interessent für die Produktion in Baumholder sei nicht gefunden worden. Die Entlassung von 58 engagierten Mitarbeitern in Produktion und Vertrieb werde sehr bedauert, erklärte Geschäftsführer Steffen Kohl. Die Bäckerei war vor 120 Jahren in Baumholder gegründet worden.
„Hart umkämpfter Markt“
Als Gründe für die wirtschaftliche Schieflage führt Kohl Brot unter anderem einen „hart umkämpften Markt für Backwaren“ an. Es sei deshalb weder möglich gewesen, einen Investor für alle Filialen und Mitarbeiter zu finden, noch Kohl Brot als ganzes Unternehmen zu sanieren und zu erhalten. Es sei mit insgesamt zehn ernsthaften Interessenten verhandelt worden, darunter auch einige Finanzinvestoren.
Die ursprünglich auf zwei Monate angesetzte vorläufige Eigenverwaltung sei um einen weiteren Monat verlängert worden, erklärte die Generalbevollmächtigte Annemarie Dhonau, Rechtsanwältin bei der Sanierungskanzlei Schiebe und Collegen.
Dhonau wird als Generalbevollmächtigte zusammen mit ihrem Kanzleikollegen Mirko Lehnert sowie Steffen Kohl und dem Sachwalter Helmut Konrad den Verkauf und Übergang organisieren. Die fünf Käufer stammen nach Angaben von Kohl Brot aus der Region und wollen ihren Vertrieb mit den Filialen ausbauen.