Kusel In Erwartung des Nikolaus

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Reges Treiben herrscht auf dem historischen Marktplatz. Nein, der Nikolausmarkt hat noch nicht geöffnet. Es sind Handwerker und Mitarbeiter vom städtischen Bauhof, die hier Hand anlegen. Von der heimeligen, weihnachtlichen Atmosphäre, die am Freitag zur Eröffnung hier herrschen soll, ist an diesem eher unwirtlichen Montag nichts zu spüren. Liefer- und Lastwagen parken mitten auf dem Platz, Leitern stehen herum, Werkzeuge warten auf ihren Einsatz. In zwei Körben eines verlängerten Gelenkarms, der aus einem städtischen Baufahrzeug wächst, stehen je ein Mitarbeiter. Sie hängen Lichterketten an die störrischen Zweige des hohen Tannenbaums, der in der vergangenen Woche seine Reise aus Käshofen nach Homburg angetreten hat. „Das Transportieren des Baums ist jedes Jahr eine aufwendige Aktion“, weiß Philipp Scheidweiler, Mitarbeiter der Kulturabteilung. Denn immerhin müsse der Weihnachtsbaum durch die engen Gassen der Altstadt gefahren und auf dem Platz aufgerichtet werden. „Da hat der Bauhof schon einiges zu schaffen.“ Den Baum zu schmücken dauert nach Scheidweilers Worten ungefähr vier Stunden. Sind die Lichterketten arrangiert, werden die großen roten Plastikkugeln und Geschenke an die Äste geknüpft. „Wir hängen sie recht hoch, damit sie nicht kaputt gemacht werden können“, sagt Scheidweiler. Schon jetzt, aber vor allem während der Nikolausmarkttage sind Sicherheitskräfte unterwegs, die auf Hab und Gut der Stadt und der Aussteller ein Auge werfen. Abzuräumen und mitzunehmen gibt es momentan jedoch fast nichts. Die Buden stehen kahl und leer und fast alle mit geschlossenen Läden auf dem Marktplatz verteilt. An einem Häuschen ist die Jalousie zur Hälfte geöffnet. Eine Bohrmaschine liegt auf der Ablage. Gegenüber, in einem Drahtgestell lagern Bretter, auf denen Glühbirnen in Reih und Glied angeordnet sind. Ein Mitarbeiter schleppt zwei solcher Leisten heran, reicht sie den Kollegen, die sie, auf Leitern stehend, an den Dächern befestigen. Insgesamt 20 Weihnachtsmarkt-Buden gibt es. Davon gehören zehn der Stadt. Gastronomen und Kunsthandwerker werden bis Freitag in ihren zugewiesenen oder eigenen einziehen. „Wir mussten in diesem Jahr das Konzept etwas ändern wegen des neuen Restaurants Ohlio“, sagt Achim Müller, Leiter der Kulturabteilung. Neue Eingangsportale seien vorgesehen, berichtet Scheidweiler von einer weiteren Neuerung. Das sind zwei LED-Säulen mit einer Leuchtkugel als Abschluss. „Beim Programm wie auch bei der Ausstattung versuchen wir Traditionelles mit Modernem zu verbinden“, betont Müller. Der Geschmack der Besucher, insbesondere der jüngeren, habe sich geändert. „Darauf müssen wir eingehen.“ Allerdings, fügt der dritte Kollege, Manfred Albrecht, hinzu, „wollen wir keine Plastikweihnachtsmänner oder Glitzer und Flitter im amerikanischen Stil“. Darauf wiesen sie auch die Aussteller hin. Die Deko solle zum Ambiente passen. Männer der Stadtwerke machen sich am Stromkasten zu schaffen. Schließlich sollen ja am Freitag der Platz, der Baum und die Buden in hellem Licht erstrahlen. Und mancher Heizstrahler, den die Aussteller mitbringen, hänge auch am städtischen Stromkreis, sagt Scheidweiler. Wasser für die Gastronomiebetriebe gibt es über die Hydranten. Dass für den Nikolausmarkt etliche Arbeitsstunden verwendet werden, verhehlt Müller nicht. Er selbst hat vor sechs Monaten begonnen, das Programm zusammenzustellen. Seit Dienstag vergangener Woche ist der Platz gesperrt und gleich danach begannen die Vorbereitungen. Bereits am 9. Dezember wird auf dem Marktplatz – außer dem Christbaum – aber keine Spur von Nikolausmarkt mehr zu finden sein.

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