Kusel In die Welt hinaus und zurück

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Bedesbach. Kreisseniorenrat Kusel – das bedeutet automatisch auch Werner Dick. Das Gremium feiert am heutigen Montag seinen 25. Geburtstag. Und seit zwölf Jahren ist Werner Dick aus Bedesbach dessen Vorsitzender. Der 80-Jährige hat ein bewegtes Leben geführt, einen steilen Weg genommen. Vom Steinabrichter zum Gewerkschaftsvorsitzenden.

Dass er einmal soweit und in der Welt herumkommen würde, das war ihm wahrlich nicht in die Wiege gelegt. Denn sein Vater war Steinarbeiter, seine Mutter Näherin – und auch der 1936 Geborene fing nach acht Jahren Volksschule im Alter von 14 im Steinbruch mit der Arbeit an. Schon früh engagierte er sich, war Jugendsprecher, dann sogar Betriebsratsvorsitzender. Schließlich wurde er zum Stellvertretenden Vorsitzenden der Industriegewerkschaft Bau-Steine-Erden im Landkreis gewählt. In dieser Eigenschaft nahm er auch an Tarifverhandlungen teil. „Ich habe früh festgestellt, dass soziale Probleme im Vordergrund stehen“, berichtet Dick im RHEINPFALZ-Gespräch. 1963 wurde er gefragt, ob er in eine Aktionsgruppe der Gewerkschaft auf Bundesebene gehe. Sein erster Einsatz führte ihn gleich nach Wilhelmshaven, auch war er ein Vierteljahr in Italien. Längere Zeit arbeitete er in Verwaltungsstellen in Trier und Bad Kreuznach. Dann suchte die Gewerkschaft Leder einen Mann für Organisation und Werbung – und wurde in Werner Dick fündig. Für die Gewerkschaft war er bis zum Jahr 1969 im ganzen Bundesgebiet tätig. Als er nach Pirmasens als zuständiger Sekretär ging, zog die ganze vierköpfige Familie dorthin. Dick avancierte zum Bezirksleiter für Rheinland-Pfalz und später auch Hessen. 1980 dann der nächste Schritt: Tarifsekretär der Gewerkschaft Leder in Stuttgart. Wieder zog die Familie um. 1983 wurde der Bedesbacher zweiter, 1985 erster Vorsitzender der Gewerkschaft Leder – und blieb es bis 1997. Er berichtet, dass die Globalisierung schon in den sechziger Jahren der Lederindustrie zu schaffen gemacht habe. Fünf Jahre lang habe er fast nur Tarifarbeit gemacht – „das war nicht einfach“. Als Gewerkschaftsvorsitzender war er auch Mitglied im DGB-Bundesvorstand, außerdem 15 Jahre lang erst stellvertretender, dann Vorsitzender des Aufsichtsrats der Firma Salamander. Als er bei Adidas fünf Jahre stellvertretender Vorstandsvorsitzender war, führte diesen übrigens René C. Jäggi, der später beim 1. FCK als Vorstand für Schlagzeilen sorgte. „In dieser Zeit habe ich tiefe Einblicke ins Firmengeschehen bekommen, großen Einfluss auch auf die Personalpolitik gehabt“, erzählt Werner Dick. Auch als er 15 Jahre lang international tätig war als Vizepräsident der Internationalen Gewerkschaft Textil, Bekleidung und Leder. Er habe immer aber auch Verständnis für die Gegenseite gehabt, betont er. Als der Gewerkschaftsvorsitzende 1997 in den Ruhestand verabschiedet wurde, tat dies kein Geringerer als der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl. Ihn hatte Dick schon früher kennengelernt: Im Herbst 1996 war er bei einer Asienreise des Kanzlers dabei. Dass ihn Kohls Sekretärin Juliane Weber an einem Abend in Tokio eigens am Tisch Kohls platzierte, das kann er sich bis heute nicht so recht erklären. Nach dem Eintritt in den Ruhestand zog er mit seiner Frau Hella, die aus Erdesbach stammt, direkt zurück in die Heimat. Sein Elternhaus in der Austraße mit 1200 Quadratmeter Grundstück bot auch für den Rentner genügend Gelegenheit, sich „auszutoben“, außerdem habe man den Bezug zur Heimat nie verloren. Und Werner Dick fing auch gleich an, sich ehrenamtlich zu engagieren. Zum Beispiel in der SPD, aber auch in der Gemeinde. Und dann wurde er gefragt, ob er nicht Vorsitzender des Kreisseniorenrats werden wolle. Bei der Arbeit kommen ihm seine vielen Kontakte und sein Wissen um Themen und Organisatorisches zugute. Wobei Dick zugibt: „Mit der Vorbereitung des Jubiläums hatten wir jetzt doch einiges zu tun.“ Info Der Kreisseniorenrat feiert sein 25-jähriges Bestehen heute um 14 Uhr im Veranstaltungsraum der Kreissparkasse Kusel. An einer Podiumsdiskussion „Älter werden im Landkreis Kusel – Problem und Perspektive“ nehmen teil Norbert Thines, Vorsitzender der Stiftung „Alt - arm - allein“, Kreisverwaltungs-Dezernentin Ulrike Nagel, Polizeipräsident Elmar May, Rainer Kaul, Präsident des DRK-Landesverbandes und Landrat des Kreises Neuwied sowie Oliver Kusch, Kardiologe und Kreisbeigeordneter. Die Moderation hat SPD-Landtagsabgeordneter Jochen Hartloff. |Foto: M. Hoffmann

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