Kusel In den Beruf schnuppern

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Unternehmen und Schulen aus dem Handwerk, der Pflege und dem Dienstleistungssektor sowie die Fachhochschule am Standort Zweibrücken stellten sich beim Berufsorientierungstag (kurz: Bosstag) der Integrierten Gesamtschule (IGS) Contwig vor. Für einige Schüler wird das wohl Folgen haben. Sie wollen bei Anbietern Berufspraktika machen.

Steinmetz Christian Gabriel von der Meisterschule für Handwerker in Kaiserslautern (MHK) geht von Stein zu Stein. Einige Achtklässer versuchen sich an diesen mit Hammer und Meißel. Gabriel gehört zu den Unternehmern, die beim Bosstag an der IGS ihre Profession vorstellen. Nach einer kurzen theoretischen Einführung dürfen seine Schützlinge schon ein wenig hämmern. Der Käshofer prüft dabei, wie Edwin Noll und die anderen Jungs ihre Arbeitsgeräte führen und gibt Tipps, wie es leichter geht. Noll, 14 Jahre alt, kennt Gabriel: „Wir wohnen im gleichen Ort. Mein Cousin arbeitet bei ihm.“ Einen Handwerksberuf auszuüben, kann sich der Heranwachsende gut vorstellen. „Ich war heute morgen auch schon im Workshop von John Deere.“ Zwölf Anbieter geben an diesem Vormittag den 111 Schülern aus den vier achten Klassen der IGS die Chance, in Berufe zu schnuppern. „Die meisten Steinmetzbetriebe in der Region sind klein und können keine Ausbildungsplätze anbieten. Deshalb kann man den Beruf an der MHK lernen“, erklärt Gabriel. Ein zweiwöchiges Schnupperpraktikum vor der Berufswahl Steinmetz hält er für sehr wichtig. „Unser Beruf ist hart und staubig. Wenn man das Praktikum erst einmal durchgehalten hat, dann ist man aber auch für unsere Schule geeignet“, sagt Gabriel. „ Zwei Schüler von heute werden das wohl auch versuchen.“ Wer übrigens meine, dass Steinmetz ein klassischer Beruf für Männer sei, irre. „Wir hatten Klassen mit 70 Prozent Frauenanteil.“ Dagmar Frank, stellvertretende Schulleiterin, ist mit der Resonanz der Betriebe auf den seit 2013 stattfindenden Bosstag zufrieden. Es würden mit den Jahren immer welche neu hinzu kommen. „Es fehlt uns aber ein KFZ-Betrieb, das ist sehr schade“, bedauert sie. (thof)

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