Kusel Immer die gleiche Masche

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Wolfstein/Lauterecken. Schon zum zweiten Mal hatten unbekannte Langfinger in der vorvergangenen Woche ein Autohaus im Wolfsteiner Gewerbegebiet Pfingstweide im Visier – dort bockten sie mehrere Fahrzeuge auf Holzklötze auf und stahlen die Reifen samt Felgen. Auch in Lauterecken und Konken verzeichnete die Polizei weitere Fälle, bei denen die Täter mit der gleichen Vorgehensweise zur Tat schritten.

Bei den drei Vorfällen im Bereich der Polizeiinspektion Lauterecken (einer in Lauterecken und zwei in Wolfstein) erbeuteten die Diebe jeweils vier komplette Radsätze mit hochwertigen Felgen und Reifen. Außerdem wurden die Fahrzeuge durch das unfachmännische Aufbocken auf Holzklötze zusätzlich beschädigt. „Gut 30.000 Euro Schaden sind uns durch diese beiden Vorfälle entstanden“, bestätigt Uwe Frank, Geschäftsführer des betroffenen Wolfsteiner Autohauses auf Nachfrage der RHEINPFALZ. Auch in Konken schlugen Ende April Reifendiebe zu: In einem Autohaus im Industriegebiet wurden drei Autos ebenfalls auf Holzstämme aufgebockt und anschließend die Reifen abmontiert. Bei einem vierten Auto waren nur einige Schrauben entfernt worden – die Vermutung liegt nahe, dass die Täter damals gestört wurden. „Ob es sich allerdings bei allen Vorfällen immer um die gleichen Täter handelt, können wir nicht sagen. Die Art ihres Vorgehens ließe zwar darauf schließen, es könnten aber auch verschiedene Tätergruppen sein, die nur nach dem gleichen Muster vorgehen“, erklärt Arno Heeling, Leiter der Polizeiinspektion Lauterecken, im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Dass bei Autohäusern Reifen gestohlen werden, sei aber kein neues Phänomen: „Es gibt wohl – wenn überhaupt – nur wenige Autohäuser, die davon bislang verschont geblieben sind. Uns hat man beispielsweise schon 2008 alle Felgen samt Reifen vom Hof gestohlen – damals wurden zudem noch sämtliche Container aufgebrochen“, erinnert sich Uwe Frank. Kosten, die dem Autohaus nur zum Teil ersetzt werden. „Für Autohäuser gibt es bei den Versicherern sogenannte Autohauspolicen – damit versichert man sich pauschal unter anderem gegen Diebstähle und Unwetterschäden. Liegt die Schadensquote allerdings mehr als 30 Prozent über den eingezahlten Beträgen, wird man beim Versicherer hochgestuft – und das um 30 bis 50 Prozent“, erläutert Frank. Außerdem muss das Autohaus pro Diebstahlsfall eine Selbstbeteiligung von 500 Euro tragen. „Bei manchen Versicherungen sind es sogar 1000 Euro“, erklärt der Geschäftsführer. „Bei acht Fahrzeugen, wie in unserem Fall, kommt da schnell was zusammen. Die ganze Geschichte führt dazu, dass wir im Augenblick sogar existenziell bedroht sind“, beklagt Frank. Doch was kann getan werden, um solche Vorfälle in Zukunft zu vermeiden? Die Polizei setzt auf eine Kombination aus stärkerer Kontrolle und vorbeugenden Maßnahmen: „Wir haben die Autohäuser natürlich derzeit verstärkt im Blick und fahren sie bei Streifenfahrten öfter an“, informiert Heeling. Ansonsten stehe die Prävention im Vordergrund: „Wir stehen den Unternehmern beratend zur Seite und führen Gespräche über mögliche Sicherheitsmaßnahmen.“ Ob diese Maßnahmen viel bringen, wagt Uwe Frank allerdings zu bezweifeln: „Wir haben ja jetzt schon eine Videoüberwachung auf dem Hof. Die Täter wissen aber meist, wo sie die Kameras suchen müssen und sorgen entweder dafür, dass es keine brauchbaren Bilder gibt – zum Teil werden die Kameras abmontiert, oder mit Farbe eingesprüht – oder die Täter bewegen sich nur so auf dem Hof, dass man auf den Aufnahmen keine Gesichter erkennen kann“, weiß er. Andere Sicherungsmaßnahmen seien auch wenig hilfreich, wie Frank im Gespräch mit der RHEINPFALZ verdeutlicht: „Derzeit sind alle unsere Fahrzeuge mit Felgenschlössern gesichert. Das bringt aber auch nicht sonderlich viel. Im Fachhandel bekommt jeder ohne viel Aufwand ganze Schlüsselsätze zu kaufen, mit denen sich diese Schlösser öffnen lassen.“ Hinweise auf die Täter in den aktuellen Fällen liegen der Polizei bislang keine vor. Heeling bittet daher die Bevölkerung um erhöhte Wachsamkeit: „Um solche Mengen an Reifen abzutransportieren, brauchen die Täter ja schon ein größeres Fahrzeug oder einen Anhänger – so etwas sollte auffallen. Wir achten natürlich auch bei Verkehrskontrollen auf solche Fahrzeuge, sind aber dennoch auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen. Wer also beispielsweise mitten in der Nacht ein Fahrzeug in ein Industriegebiet fahren sieht, sollte nicht zögern und uns verständigen. Besser einmal zu viel bei uns anrufen, als einmal zu wenig.“ Noch hofft die Polizei, die Reifendiebe finden zu können – Autohaus-Geschäftsführer Uwe Frank sieht das aber etwas pessimistischer: „Ich denke nicht, dass wir das Diebesgut je wiedersehen – noch dass die Täter tatsächlich ermittelt werden können.“ (dbu)

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