Kusel RHEINPFALZ Plus Artikel Herchweiler: Großer Einsatz für die Kleinen

Engagieren sich für die Kinder und Jugendlichen im Ort: Nadja König, Nadine Neef-Eisele, Christiane König und Lisa Ruth (von lin
Engagieren sich für die Kinder und Jugendlichen im Ort: Nadja König, Nadine Neef-Eisele, Christiane König und Lisa Ruth (von links).

Vier Frauen haben es sich auf die Fahnen geschrieben, den Kindern und Jugendlichen in ihrem Heimatort Herchweiler etwas zu bieten. Angefangen hat alles im Jahr 2016 mit einer Weihnachtswerkstatt, mittlerweile organisieren die Frauen mehrere Aktionen jährlich.

„Unsere erste Aktion war die Weihnachtswerkstatt im Dezember 2016“, erinnert sich die Initiatorin, Nadine Neef-Eisele. Die Sozial- und Gemeindepädagogin stammt aus Langenbach, war beruflich aber eine Zeit lang im Ruhrgebiet. „Als ich dann zurück in die Heimat kam und nach Herchweiler gezogen bin, habe ich schnell gemerkt, dass es hier so viele Kinder gibt. Und so wurde die Idee geboren, etwas für die Kinder und Jugendlichen im Ort anzubieten“, blickt Neef-Eisele zurück.

Schnell Unterstützung gefunden

Auf der Suche nach Mitstreiterinnen wurde die Sozialpädagogin dann auch recht schnell fündig: „Ich kannte Christiane König schon ganz gut und wusste, dass sie nicht nur Ärztin ist, sondern auch noch Gitarre spielt. Also habe ich sie angesprochen, und sie war sofort dabei“, berichtet Neef-Eisele.

Ebenfalls von Beginn an mit dabei ist Nadja König. „Sie war anfangs immer so eine Art fleißige Helferin im Hintergrund. Jetzt hat sie aber Feuer gefangen, und wir konnten sie ermutigen, an Ostern ihren ersten eigenen Workshop zu geben“, erinnert sich die Initiatorin. „Und jetzt, wo sie sozusagen als feste Kraft mit dabei ist, werden wir einmal im Monat auch einen offenen Jugendtreff anbieten können“, sagt die Initiatorin erfreut.

Als Vierte im Bunde stieß dann im vergangenen Jahr noch Lisa Ruth hinzu. „Wir haben irgendwann gemerkt, dass es für uns zu viel wird, Kinder und Jugendliche zu betreuen. Deshalb haben wir damals Lisa angesprochen, ob sie sich um die älteren Kinder kümmern möchte.“

Ruth ist bei der Verbandsgemeinde unter anderem in der mobilen Jugendarbeit beschäftigt und bekam vom Arbeitgeber grünes Licht, die Aktion zu unterstützen. „Dass ich selbst aus Herchweiler stamme, ist dabei reiner Zufall gewesen“, erinnert sich Ruth. Die mobile Sozialarbeiterin ist nach eigenen Angaben zwar eine Art „Mädchen für alles“, kümmert sich im Allgemeinen aber meist um die älteren Kinder.

Engagierte Mädels

„Damit wir auch wissen, was sich die Kinder hier wünschen, haben wir von Beginn an Jugendliche gesucht, die uns helfen möchten – und da haben wir ein paar ganz engagierte Mädchen gefunden, die uns seither tatkräftig unterstützen“, berichtet die Initiatorin erfreut. „Die Vielfalt an Aktionen, die wir anbieten können, ist auch nur durch das tolle Engagement dieser Jugendlichen möglich“, lobt Neef-Eisele. Die Teenager seien mittlerweile so Feuer und Flamme, dass sie bereits eigene Workshops organisieren und durchführen.

Jährlich bieten die Frauen vier feste Termine an: „Die Weihnachts- und Osterwerkstatt, eine Sommeraktion und einen Herbstspaziergang“, zählt Neef-Eisele auf. Dazu kommen einige andere Projekte. Für die Sommeraktion hatten die Frauen zum Beispiel eine Waldpädagogin engagiert, die mit den Kindern an einen Bach ging und mit ihnen dort die heimische Flora und Fauna erkundete. Eine Aktion, die bei den Kindern richtig gut ankam. „Und auch die Gestaltung des Kinderprogramms beim Dorffest haben wir übernommen“, fügt Neef-Eisele hinzu.

„Es ist uns einfach wichtig, nicht nur die Gemeinschaft der Kinder im Ort zu stärken, sondern auch, ihnen ein Bewusstsein für die Natur zu vermitteln“, sagt Neef-Eisele. „Deshalb wollen wir Ende September eine sogenannte Picobello-Aktion durchführen und mit den Kindern eine Müllsammelaktion starten. Allerdings soll es dieses Mal nicht bei den Kids bleiben. Wir wollen da auch den Rest der Einwohner mit ins Boot holen.“

Im Schnitt 17 Kinder dabei

Doch damit nicht genug. Die vier engagierten Frauen haben noch mehr vor. „Wir werden im August zum ersten Mal eine Kinderfreizeit in Herschweiler-Pettersheim anbieten. Bei dieser ersten Freizeit starten wir mit nur einer Übernachtung, wir wissen ja selbst noch nicht so ganz genau, was da auf uns zukommt“, sagt Neef-Eisele mit einem Schmunzeln.

Bei den Kindern und Jugendlichen im Ort findet das ehrenamtliche Angebot jedenfalls große Resonanz. „Im Schnitt sind immer so 17 Kinder aus dem Ort mit dabei. Deshalb müssen wir die Aktionen auch auf Kinder aus Herchweiler beschränken, andernfalls würde es viel zu viel werden“, sagt Neef-Eisele. „Beim offenen Jugendtreff dürfen die Kids dann aber auch Freunde mitbringen.“

Bevölkerung hilft kräftig mit

Besonders bei Ortsbürgermeisterin Sigrid Stolingwa, aber auch beim Rest der Bevölkerung finden die Frauen weitere Unterstützer. So wurde der Jugendraum im Dorfgemeinschaftshaus renoviert. „Dort standen früher alte Tische und Bänke kreuz und quer, das sah alles mehr nach Abstellraum aus“, erinnert sich die Ortsbürgermeisterin. Auch sie unterstützt die engagierten Frauen von Anfang an.

„Da sind wir ihr auch sehr dankbar, denn selbstverständlich ist das nicht“, sagt Neef-Eisele. Bei der Neugestaltung des Jugendraumes halfen dann aber auch andere Einwohner mit. Unter anderem wurden drei Sofas gespendet und die alte Theke aufgehübscht. Nun ist der Raum wieder so schick, dass sich nicht nur die Jugendlichen gerne darin aufhalten.

Info

Die RHEINPFALZ macht mit ihrer Aktion „Redaktion vor Ort“ am Freitag, 9. August, Station in Herchweiler. Von 15 bis 17 Uhr sind die Redakteure Barbara Scheifele und Wolfgang Pfeiffer am blau-weißen Stand am Dorfgemeinschaftshaus anzutreffen. Sie freuen sich auf möglichst viele Besucher und interessante Gespräche. Damit das Ganze keine trockene Sache wird, gibt es Mineralwasser und Kaffee – und die beliebten RHEINPFALZ-Dubbetassen, die dürfen anschließend mit nach Hause genommen werden.

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