Kusel Heim-Winzer dürfen sich auf Lese freuen

91-72396620.jpg

Einige Liebhaber von Weinstöcken haben bereits ernten dürfen – für viele aber beginnt die Lese im heimischen Garten erst im Oktober. Reben am Haus haben ja eher in Weinbaugebieten Tradition. Allerdings gibt es auch Sorten, die in weniger günstigen Lagen gedeihen und es erlauben, im Herbst die heimische Vorratskammer mit Traubensaft oder -marmelade aus eigener Herstellung anzureichern.

Gewisse Traubensorten gedeihen in fast jedem Garten. Tafelreben mit süßen und kernlosen Beeren wie „Venus“ und „Vanessa“ sowie „Lakemont“ sind etwas abseits der pfälzischen Weinbaugefilde beliebt. Das Magazin „Mein Garten online“ rät Liebhabern von Reben am Eigenheim oder im eigenen Garten dazu, die Stöcke direkt beim Erzeuger zu kaufen: Eine Rebschule sei erste Anlaufstelle, sei doch dort neben einer Sorten-Auswahl auch fachkundige Beratung zu erwarten. Wer die Reise in die Vorderpfalz oder an die Nahe scheut, kann sich die Rebe auch zusenden lassen. Dann fällt aber die Gelegenheit flach, die ein Ausflug in Weinanbaugebiete gerade jetzt bietet: In vielen Rebschulen lassen sich die Früchte der Sorten auch an Ort und Stelle verkosten. Nur in wärmeren Regionen lassen sich auch jetzt noch Reben pflanzen. Pflanzreben ohne Erdballen, also mit sichtbaren Wurzeln, werden ohnehin nur im Frühjahr angeboten. Der Weinstock wird daher in aller Regel zwischen April und Juni, zogen. In kleinen Gärten kann die Rebe auch im Gefäß aufwachsen: Getopfte Reben sollten in einem ausreichend großen Gefäß Platz finden. Der Kübelpflanze sei ein Raum gegönnt, der mindestens 30 Liter umfasst. Besondere Wirkung entfaltet dabei ein altes Weinfass. Das aber muss nicht unbedingt sein. In den Wintermonaten gilt es dann übrigens, Topf und Stamm mit Folie und Vlies zu schützen und die Topfballen nicht völlig austrocknen zu lassen. Eine Wissenschaft ist das Pflanzen von Tafeltrauben jedenfalls nicht, versichert das Online-Portal. Zunächst gilt es, den geeigneten Standort am Haus oder im Garten auszumachen. Tafeltrauben und Weintrauben wachsen in jedem normalen Gartenboden. Von Bedeutung sei, dass sich der Boden als gut durchlässig erweist, also nicht verdichtet ist. Staunässe schadet der Weinpflanze. Sie erstickt förmlich im Boden. Sollte die normale Gartenerde den im Grunde ja sehr geringen Anforderungen des Weinstocks nicht genügen, lässt sich das Pflanzloch auch mit herkömmlicher gebrauchsfertiger Gartenerde auffüllen. Erde mit Lehm und Sand bietet die besten Voraussetzungen, damit der Wein gedeihen kann. Ist die richtige Standortwahl getroffen, so geht es ans Pflanzen. Dazu sollte ein Loch von gut einem halben Meter Durchmesser und Tiefe ausgehoben, der Grubenboden zusätzlich gelockert werden, damit durchs Graben keine Verdichtung entsteht. Das Pflanzloch sollte so tief sein, dass die verdickte Veredelungsstelle drei Zentimeter über der Erdoberfläche liegt. Zu beachten ist außerdem: Soll die Rebe an der Hauswand gedeihen, gilt es auf einen Mindestabstand von etwa einem halben Meter zwischen dem Wurzelballen und der Mauer zu achten. Die noch in Erde steckenden Wurzeln sollten schrägt zur Wand ins Loch gestellt werden. Der Stab, entlang dessen sich die Rebe später mal ranken soll, wird gut 20 Zentimeter vom Haus entfernt mit ins Pflanzloch eingesetzt. Wer gleich mehrere Weinreben nebeneinander setzen möchten, sollte einen Abstand von jeweils anderthalb bis zwei Metern wahren. Empfehlenswert ist auf jeden Fall, die Reben an eine nach Süden oder Südwesten ausgerichtete Wand zu setzen. An einem geschützten Standort eignen sich Weinreben auch dazu, etwa eine Pergola zu zieren oder freistehende Spaliere zu beranken und ihnen damit besonderen Reiz zu verleihen. Die Gartenexperten empfehlen, den Wein am Anfang zu beschneiden. Fürs erste solle man pro Stock nur einem Trieb gestatten, sich richtig zu entwickeln. Wächst ein stärkerer Trieb ungehindert, führe das zu einer besseren und stärkeren Ausbildung des Stammes. Wer etwa auf die Weintraubensorte mit Namen „Regent“ gesetzt hat, darf sich wohl auf die Ernte noch freuen: Deren Früchte reifen erst Ende September oder gar im Oktober vollständig aus. Den richtigen Zeitpunkt erkennt auch der Laie leicht an der sortentypischen Farbe der Beeren, außerdem auch am allmählich verholzenden Stiel. Wenn der erste Geschmackstest bereits süß ausfallen sollte, dauert es aber mindestens noch eine Woche, ehe Zuckergehalt und Aroma so weit entwickelt sind, dass der beste Zeitpunkt für die Lese anbricht. Ernte-Überschüsse können im kühlen Keller gerne noch einige Zeit lagern. Wer eigenen Hauswein keltern möchte, braucht allerdings eine genügende Menge Trauben, damit der Most auch ausreicht, um Glasballon oder Kunststofffass zu füllen. Als Faustregel gelte: 15 Kilogramm Trauben ergeben zehn bis zwölf Liter Saft. (cha)

x