Kusel FWG-Fraktion: Kontra Steinhauer

«LAUTERECKEN.» Die Kreistagsfraktion der Freien Wähler hat sich in ungewohnt scharfer Weise von ihrem Fraktionskollegen, Lautereckens Stadtbürgermeister Heinrich Steinhauer, distanziert. Auslöser war dessen Forderung, ein Medizinisches Versorgungszentrum müsse in die Mittelstadt Lauterecken kommen, nicht nach Wolfstein (wir berichteten).
Für die Kreis-FWG sei Steinhauers Vorgehensweise nicht nachvollziehbar, zumal er selbst eingeräumt hatte, dass Lauterecken derzeit medizinisch noch gut versorgt sei. In Wolfstein gibt es hingegen keinen Hausarzt mehr. Steinhauer hatte seine Forderung in einem Gespräch mit der RHEINPFALZ erhoben. Die fünf Fraktionskollegen Steinhauers werden in der Stellungnahme an die RHEINPFALZ noch deutlicher: Steinhauer versuche wohl, mit seiner unüberlegten, nicht abgestimmten Äußerung „auf Kosten der dringend benötigten ärztlichen Versorgung in Wolfstein seinen persönlichen Wahlkampf zu einer fünften Wahlperiode im Chefsessel seiner Heimatstadt zu beginnen“. Steinhauer wisse um die interfraktionell abgestimmten Vorhaben auf Kreisebene. Schließlich sei er, und jetzt wird’s heftig, bei den vorbereitenden Fraktionssitzungen „körperlich anwesend“ gewesen. Diese Vorhaben für die Verbesserung der ärztlichen Versorgung fokussierten sich auf die Schwerpunkte Wolfstein und Altenglan. Lauterecken habe bereits eine temporär abgegebene Kassenzulassung aus Wolfstein bekommen. Bevor Steinhauers „unnötige wahlkämpferische Äußerung“ den Eindruck erwecke, die Struktur innerhalb der FWG-Kreistagsfraktion sei fragil, bekräftigt die Fraktion: Zunächst müsse die ärztliche Versorgung in Wolfstein verbessert und stabilisiert werden – erst dann gebe es Unterstützung für „das Luxusproblem des Herrn Steinhauer“.