Kusel
Fußball: Bezirksligisten aus dem Kreis Kusel haben am Wochenende harte Nüsse zu knacken
Wieder dauerte es nur sechs Minuten, da lag der SV Nanz-Dietschweiler im Spiel gegen den Tabellenzweiten SV Hinterweidenthal vor heimischer Kulisse mit 0:1 zurück. Der SVN kam zwar durch David Balsitis nach 38 Minuten zum Ausgleich, nach der Pause stellte der Tabellenzweite dann aber mit einem Doppelschlag (48. und 52.) die Weichen endgültig auf Sieg. „Das war der Genickbruch“, konstatiert SVN-Coach Patrick Maaß. „Da waren wir im Tiefschlaf und Hinterweidenthal hat das gnadenlos ausgenutzt.“
Positiv sieht Maaß, dass seine Elf nie aufgegeben und sich mit aller Macht gegen die drohende Niederlage gewehrt habe. Jonas Fehrentz brachte mit seinem Treffer zum 2:3 die Hoffnung zurück, doch Hinterweidenthals Top-Stürmer Felix Burkhard machte den Sack mit dem 4:2 aus Gästesicht dann zu (86.).
„Am Ende fehlt einem dann aber auch das Glück, dass die Mannschaften haben, die oben stehen. Wir lassen fünf hundertprozentige Torchancen liegen und dem Gegner fällt der Ball quasi vor die Füße“, hadert Maaß.
Nur nicht verstecken
Am kommenden Wochenende wartet auf den SVN nun eine schier unlösbare Aufgabe beim Tabellenführer TuS Steinbach – für Maaß die Mannschaft der Liga. „Die haben nahezu doppelt so viele Punkte, doppelt so viele Tore geschossen, nur halb so viele Tore kassiert und jetzt neun Spiele in Folge gewonnen.“ Doch der Hauptübungsleiter sieht seine Truppe nicht gänzlich chancenlos. „Jeder rechnet damit, dass wir dort verlieren – und genau das kann unsere Chance sein.“
Man müsse zwar das Augenmerk in Anbetracht der Offensivstärke des Gegners auf die eigene Defensive richten, wolle sich aber auch auswärts nicht verstecken und bei allen Defensivbemühungen auch selbst zielstrebig nach vorne spielen. „Und vielleicht sind wir ja tatsächlich das erste Team, dass Steinbach bezwingt. Wäre ’ne tolle Schlagzeile, wie ich finde“, sagt Maaß mit einem Schmunzeln.
Nur „fast“ zufrieden
3:3, dazu auswärts beim Tabellenzweiten. Damit könnte man doch zufrieden sein. „Fast zufrieden“, sagt SGV-Coach Dominik Schunck. Denn für die weiterhin drittplatzierten Veldenzländer wäre bei der SG Eintracht Bad Kreuznach II sogar mehr drin gewesen.
„Fünf Minuten vor Schluss treffen wir den Pfosten“, blickt Schunck auf die Partie am vergangenen Sonntag zurück, in dem die von ihm und Christoph Lawnik trainierte Elf in den letzten gut 20 Minuten gar in Überzahl kickte. „Insgesamt können wir mit dem Remis gut leben. Beim Zweiten, der zudem mit einer halben Verbandsligamannschaft gespielt hat, haben die Jungs gegen einen spielerisch sehr starken Gegner großartig dagegen gehalten und sind wahnsinnig viel gelaufen.“
Am frühen Samstagabend (18 Uhr, in Medard) wartet in Türkgücü Ippesheim eine weitere Mannschaft aus dem oberen Tabellenfeld auf die Spielgemeinschaft. Schunck erwartet gegen den Ligafünften „eine komplett andere Begegnung, in der wir von Beginn an das Spiel machen und den Gegner unter Druck setzen wollen“. Personell muss man auf Kapitän Julian Müller und Raphael Decker verzichten. Schunck hofft, dass die Beiden in der kommenden Woche wieder zur Verfügung stehen.
Mit Rückenwind nach Schopp
Kein Mensch fährt gern nach Schopp – um Fußball zu spielen. Meist höchst unbequem gestalten sich die Aufgaben beim Tabellenvierten – in den vergangenen neun direkten Duellen hat der TuS achtmal den Kürzeren gezogen. Wolfgang Lang aber würde liebend gern seinen Weg ins Holzland lenken: „Ich hoffe, es geht bis Sonntag“, baut der stark erkältete Coach des TuS Bedesbach-Patersbach auf die Hoffnung, seine Mannschaft wieder coachen zu können (Anstoß 15 Uhr). Hilflos musste Lang daheim herumlungern, als sein Team vor Wochenfrist den TuS Landstuhl empfing.
Doch das Resultat war genesungsfördernd: Das 4:0 über die immerhin im Verfolgerfeld des Primus TuS Steinbach notierten Sickingenstädter war nicht nur der immens wichtigen drei Punkte wegen höchst erfreulich. Weitere Faktoren machen Mut für den noch steinigen Weg. Erstens: Heimstärke untermauert. Zweitens: Zu null gespielt, dabei mit vier Toren Treffsicherheit bewiesen. Drittens: Interimscoach Marcel Rietz hatte – welch Luxus für Bedesbacher Verhältnisse – sechs (!) Akteure hinter sich hocken, wobei keiner der Kategorie Platzhalter angehörte.
Daniel wieder fit
Daraus resultiert auch viertens: Der Kader bietet ein Plus an Qualität. Abdul Antar traf doppelt, Max Maurer ist eine Alternative – zwei Rückkehrer aus dem Exil und dem Verletztenlager stärken die Truppe. Schließlich fünftens: Tobias Daniel steckt wieder im Trikot. Sportvorstand Daniel kann auch auf dem Feld wieder mitmischen und die Fäden im defensiven Mittelfeld übernehmen.
Wäre er nicht von Verletzungen ausgebremst worden, könnte Daniel von seinem fußballerischen Vermögen her locker vier, fünf Klassen höher kicken. Die höchstkarätige unter den Winter-Verstärkungen, die in der ersten Halbserie keine Rolle spielen konnte, bürgt für Qualität im Überlebenskampf.