Kusel „Es hätte sich nicht gerechnet“
Für die Volksbank Glan-Münchweiler war es kein Thema, von den Kaiserslauterer Genossen die Kuseler Filiale zu übernehmen – analog zur Übernahme der Wolfsteiner Filiale durch die Volksbank Lauterecken. Das haben Vorstandssprecherin Sabine Mack und ihr Vorstandskollege Christian Dietrich gestern auf RHEINPFALZ-Frage mitgeteilt. Gleiches gelte für Breitenbach, wo sich die Kaiserslauterer ebenfalls zurückgezogen haben. Unabhängig davon sind beide zufrieden damit, „dass wir trotz der Demografie Wachstum aus unserem Kundenbestand heraus haben entwickeln können“.
Die Übernahme von Kusel wäre so oder so nicht möglich gewesen, sagten beide – historisch bedingt. Denn vor rund 20 Jahren hatte Glan-Münchweiler schon einmal den Versuch unternommen, zeitgleich mit dem Aufbau einer Zweigstelle in Ramstein auch in Kusel eine Filiale zu eröffnen. Damals war der Verband eingeschritten, um Konkurrenz unter den Volksbanken zu verhindern. Ein wenig böses Blut ist geblieben. Unabhängig davon hätten Mack und Dietrich wenig betriebswirtschaftlichen Sinn in einer solchen Übernahme gesehen. Ein sechsstelliger Betrag hätte investiert werden müssen; das mache man nur, wenn sich das durch eine große Anzahl zusätzlicher Kunden rechne. Tatsächlich habe die Volksbank Glan-Münchweiler aber bereits viele Kunden in Kusel, die entweder über die nahe Altenglaner Filiale oder über die Hauptstelle betreut würden. Das Wachstum von Bilanzsumme, Kreditgeschäft und Kundeneinlagen jeweils um die fünf Prozent werten Mack und Dietrich als Beleg dafür, dass „wir in der Region etabliert sind“. Beide verhehlen aber nicht, dass Entscheidungen der Hauptmitbewerber der Geschäftsentwicklung der Volksbank nicht geschadet haben. Im Kreis Kusel war dies die Gebührenerhöhung der Kreissparkasse, im Kaiserslauterer Teil des Geschäftsgebiets – der Bereich Ramstein-Miesenbach/Bruchmühlbach-Miesau – die (angekündigte) Schließung von Geschäftsstellen. In Ramstein-Miesenbach hat die Volksbank daher schon in den vergangenen beiden Jahren die Mitarbeiteranzahl aufgestockt; Gleiches soll für die Filiale in Miesau geschehen, wo zwei Stellen hinzukommen und die zugleich ausgebaut wird. Die dortige Filiale habe dem Institut im vergangenen Jahr das regional höchste Wachstum beschert. In Niedermohr zeichne sich bereits eine Kundenbewegung hin zur Volksbank ab, weil die Kreissparkasse Kaiserslautern dort weggehe. Und Wachstum habe es interessanterweise auch in Altenglan gegeben. Für die weitere Geschäftsentwicklung setzt die Volksbank Glan-Münchweiler daher auf das Jahresmotto „Präsenz zeigen“ sowie darauf, Prozesse weiterhin zu standardisieren. Dies setze Ressourcen für die qualifizierte Beratungstätigkeit frei – und nur über die sei Wachstum zu erzielen. Da sich am Jahresergebnis nur unwesentlich etwas verändert hat, will der Vorstand der Vertreterversammlung erneut eine Dividende in Höhe von 5,5 Prozent vorschlagen.