Kusel Endlich eine ordentliche Unterkunft

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„Solange ich denken kann“ gibt es nach Worten von Ortsbürgermeister Klaus Klinck das alte Feuerwehrhaus in der Waldstraße. Dieses ist nicht nur schäbig, das Geräteprüfamt der Landesfeuerwehrschule hatte auch bereits im Jahr 2010 beanstandet, dass die vorhandenen Stellplatzbreiten und -längen sowie die Torbreiten und -höhen zu klein sind, um das Tragkraftspritzenfahrzeug unterzustellen und keineswegs den Unfallverhütungsvorschriften entsprechen. Umbau oder Erweiterung am jetzigen Standort war nicht möglich, das Grundstück ist schlicht und einfach zu klein. Einer vorläufigen Weiternutzung wurde zwar zugestimmt – aber nur als Zwischenlösung und mit sicherheitstechnischen Bedenken, wie die Verbandsgemeindeverwaltung Altenglan informiert. Man machte sich auf der Suche nach einem Standort. Dieser sollte mit Blick auf eine Stärkung der Ausrückegemeinschaft „Mittleres Glantal“ – dazu zählen Ulmet, Erdesbach, Niederalben und Rathsweiler – sowie einer möglichen Kooperation mit den Nachbargemeinden aus der Verbandsgemeinde Kusel, Oberalben und Dennweiler-Frohnbach, in der Nähe der Bundesstraße 420 liegen. Die Verbandsgemeinde konnte schließlich bei einer Zwangsversteigerung ein geeignetes Grundstück in der Bahnhofstraße 14 erstehen, ein Geräteschuppen wurde bereits im vergangenen Winter abgerissen. Die Feuerwehr Ulmet ist intakt, wie nicht nur der Ortsbürgermeister betont, auch alle Fraktionen des Verbandsgemeinderats waren sich da einig, als die Pläne für den Neubau kürzlich in einer Ratssitzung besprochen wurden. Der Feuerwehr Ulmet gehören zurzeit 22 Aktive an, geplant ist auch, eine Jugendfeuerwehr zu gründen – wenn denn das neue Haus einmal steht. Die Pläne hat Kai Vatter vom gleichnamigen Ingenieurbüro gemacht. Vorgesehen sind demnach zwei Fahrzeugstellplätze, ein Schulungsraum, ein Raum für die Jugendfeuerwehr, ein Lagerraum sowie Umkleideräume mit Duschen und Toiletten. Weil die erste Planung Kosten von 440.000 Euro ergeben hatte, wurde überlegt, wo Einsparungen möglich wären. Wie Kai Vatter dem Rat darlegte, war dies nur durch die Verkleinerung des Sozialbereichs machbar, was eine Einsparung von 22.000 Euro ergab, so dass die Baumaßnahme nun mit rund 420.000 Euro veranschlagt ist. Vom Land gibt es dazu einen Festbetrag von 113.400 Euro als Zuschuss. Nun soll die Planung abgeschlossen werden, damit die Baugenehmigung erteilt werden kann. Im Herbst sollen die Arbeiten ausgeschrieben werden. Voraussichtlicher Baubeginn ist nach Auskunft der Verbandsgemeindeverwaltung Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres. Aber nicht nur die Feuerwehr beschäftigt die Ulmeter. Wie Ortsbürgermeister Klaus Klinck im Gespräch mit der RHEINPFALZ berichtet, hat sich bei der jährlichen Überprüfung der Spielplätze gezeigt, dass diese verbessert werden müssen. Mittel sollen in den Haushalt aufgenommen werden, der erst kurz vor den Sommerferien vom Rat beschlossen wird. Einnahmen bringen wird der Gemeinde ein Windrad. Es gehört zum Windpark Bedesbach, der aus drei Anlagen auf Bedesbacher, einer auf Ulmeter und einer auf Altenglaner Gemarkung besteht. Als großes Problem nennt Klinck einige leerstehende, heruntergekommene Häuser in der Fremdenverkehrsgemeinde mit ihren 700 Einwohnern. Teils abbruchreife Häuser seien aufgekauft, billig renoviert und vermietet worden. Ziel müsse es aber sein, solche Gebäude abzureißen, um Platz für neue zu schaffen. Es gibt noch 14 Bauplätze im Neubaugebiet: neun in Gemeinde-, fünf in Privatbesitz. In die Instandsetzung von Straßen will man investieren. Der Ortsbürgermeister betont, dass man in den nächsten Haushalt mehr Geld für Erhaltungsmaßnahmen einstellen müsse. Untrennbar verbunden ist Ulmet mit dem Gallusmarkt. Dieser ist etwas ganz Besonderes, weiß nicht nur der Ortsbürgermeister, sondern ungezählte Leute, die jedes Jahr im Oktober zu dem Markt strömen, der seit 1452 gefeiert wird. Und zwar mitten in der Woche, jedes Jahr von Dienstag bis Donnerstag um den Gallustag (16. Oktober). Seit ein paar Jahren hat man den Gallusmarkt, der zu den ältesten Volksfesten der Pfalz zählt, verbunden mit einem Krammarkt. Der war nicht immer sehr erfolgreich, weiß der Ortsbürgermeister, litt zum Beispiel unter einem Sturm. Trotzdem will man daran festhalten. „Da braucht man einen langen Atem“, weiß Klaus Klinck. Info Erstmals ist die RHEINPFALZ mit ihrer Aktion „Redaktion vor Ort“ zu Gast in Ulmet. Am Freitag, 15. Juli, 15 bis 17 Uhr, steht das blau-weiße Zelt an der Gallushalle. Die Redakteure Barbara Scheifele und Wolfgang Pfeiffer freuen sich, wenn möglichst viele Besucher vorbeikommen. Sie haben die Gelegenheit, mit ihnen über alles zu sprechen, was sie interessiert – egal ob es um Ulmeter Angelegenheiten, große und kleine Politik, Kritik oder Lob geht. Anregungen, worüber die RHEINPFALZ berichten sollte, werden ebenfalls gerne entgegengenommen. Wie immer gibt es außer Mineralwasser ein paar Kannen Kaffee – und die beliebten RHEINPFALZ-Tassen dürfen gerne mit nach Hause genommen werden. |ba

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