Kusel „Einigkeit macht stark“
Viele Umbau- und Sanierungsmaßnahmen in der Veldenz-Stadt sind beendet. Doch es gibt noch viel zu tun. Stadtbürgermeister Heinrich Steinhauer hofft, dass auch der neue Stadtrat an einem Strang zieht. „Wir wollen wieder eine einvernehmliche Stadtregierung hinkriegen, in der alle Fraktionen konstruktiv zusammenarbeiten“, sagt Stadtbürgermeister Heinrich Steinhauer (FWG).
Bei den Kommunalwahlen am 25. Mai hat die Mehrheit der Wähler ihm das Vertrauen ausgesprochen – FDP-Mann Peter Jakob hatte sich ebenfalls um das Amt beworben. Noch vor den Sommerferien soll sich der neue Stadtrat konstituieren. „Voraussichtlich im Juli“, schätzt Steinhauer. „Das Gremium wird“, sagt der Stadtbürgermeister, „weiterhin vor allem aus erfahrenen, altbewährten Kräften bestehen“ – allerdings gebe es auch drei Neulinge im Stadtrat. Er hofft auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit und sagt: „Einigkeit macht stark.“ Wenn sich der Stadtrat einig sei und geschlossen hinter den Projekten stehe, flössen Zuschüsse leichter – so die Rechnung von Steinhauer. Und finanzielle Unterstützung vom Land Rheinland-Pfalz braucht man in Lauterecken. Dreh- und Angelpunkt in dem Städtchen an Glan und Lauter ist der Veldenz-Platz. Steinhauer: „Vom Veldenz-Platz aus ist derzeit der hässlichste Giebel Deutschlands zu sehen.“ Damit spielt er auf den Giebel des Veldenz-Schlosses an, der nach dem Abriss eines Gebäudes gut sichtbar ist und die Sicht auf den bereits hergerichteten Veldenzturm versperrt. Hier müsse dringend was getan werden, sagt Steinhauer, der täglich auf eine Zusage des Landes hofft – allerdings schon seit Januar: „Wenn der Fördermittelbescheid kommt, können wir direkt die Ausschreibungen starten.“ Mit im Sanierungs- und Ausbaupaket – das auf insgesamt rund drei Millionen Euro kommt – ist der Innenausbau des Schlosses zum Institut für deutsch-französische Geschichte enthalten. Das Konzept hatte der Landesrechnungshof Ende vergangenen Jahres kritisiert und abgelehnt (die RHEINPFALZ berichtete). „Wir haben die Kritikpunkte widerlegt und entkräftet“, behauptet Steinhauer. Doch zum Ensemble im Herzen der Stadt gehören auch andere Gebäude am Veldenz-Platz. „Eines der prägendsten Gebäude ist das barocke Eckhaus, das ein privater Investor derzeit ausbaut“, freut sich Steinhauer. In das historische Haus soll, wenn es rundum erneuert ist, ein Eiscafé einziehen – betrieben von einem Verein namens „Institut für Naturheilkunde und Kommunikation“. Dieser Verein betreibt seit März auch das „Brauhaus Lauterecken“ im Bahnhofsgebäude – „das ist ein Glücksfall für Lauterecken“, lobt Steinhauer, „zum Glück ist da wieder Leben drin.“ Das Angebot dort werde sehr gut angenommen, nicht nur von Draisinen- und Radfahrern. Apropos Draisine: Gemeinsam mit dem Landkreis Kusel entsteht derzeit ein neuer Parkplatz an der B 420, der durch die Unterführung der Bahnschienen direkt mit dem Bahnhof verbunden ist. Steinhauer: „Dort werden Parkplätze für Draisinenfahrer geschaffen.“ Doch zurück zum Veldenz-Platz. „Gegenüber dem Barockbau steht noch ein weiteres Kleinod, das derzeit allerdings noch von Schieferplatten bedeckt ist“, erzählt Steinhauer. Besagtes Haus sei bereits im Besitz der Stadt und solle ebenfalls hergerichtet werden. „Dann wäre die Stadtmitte optimal“, schwärmt Steinhauer, auf dem Veldenz-Platz könne man dann im Freisitz des Eiscafés oder der Veldenzschenke sitzen und den Blick über die historischen Bauten schweifen lassen. Der Stadtbürgermeister ist optimistisch, dass sich die Investitionen auszahlen. Bereits jetzt sei Lauterecken sehr gut an verschiedene Radwege angebunden: „Wer mit dem Rad von Paris nach Bingen will, der muss durch Lauterecken.“ Er wünscht sich lediglich, dass die Radwegverbindung zur Nahe, nach Idar-Oberstein, noch komplettiert wird. Dann wäre Lauterecken eine wichtige Kreuzung im rheinland-pfälzischen Radwegenetz. Steinhauer hofft, dass die Planungen bald umgesetzt werden können – denn das Stadtsanierungsprogramm in Lauterecken laufe im Jahr 2015 aus. Man sei auf der Suche nach einem Nachfolgeprogramm. Steinhauer: „Derzeit werden unsere Umbau- und Sanierungsprojekte mit 80 Prozent vom Land gefördert; wie das nach 2015 aussieht, wissen wir noch nicht.“ Man versuche, einen möglichst nahtlosen Übergang hinzukriegen. „Die Stadtsanierung ist eine gute Sache“, sagt Steinhauer, „das Programm hat schon so manches Dorf und so manche Stadt vor dem Aussterben bewahrt.“ Sollten in einigen Jahren die angesprochenen Bauprojekte fertig sein, „können wir in Lauterecken sehr zufrieden sein“ (Steinhauer). Dann habe man in der Veldenz-Stadt gemeinsam viel erreicht. Mit allen Fraktionen und Parteien.