Kusel Ein Pilz lässt die Eschen leiden

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Den Eschen geht es schlecht. Die heimische Baumart leidet unter einem Pilz, der zunächst die Triebe, dann den ganzen Baum absterben lässt. Im Bereich des Forstamtes Kusel werden Eschen daher schon seit rund vier Jahren nicht mehr gepflanzt: „Das ist rausgeschmissenes Geld“, bedauert Forstamtsleiter Klaus Grigull.

Die Ölbaumgewächse werden durch einen Pilz derzeit massiv in ihrer Verbreitung und Entwicklung beeinträchtigt. Hymenoscyphus pseudoalbidus heißt der Übeltäter, der das Eschentriebsterben verursacht. Der Pilz wandere über die Blätter in das Holzgewebe, erläutert Förster Grigull. „Ruck-Zuck ist der ganze Baum befallen.“ Die Krone trägt kaum noch Grün, dann sterben die Bäume schließlich ganz ab. „Erst haben wir die Ulme verloren – ebenfalls durch einen Pilz –, jetzt verkommt die Esche. Da bekommt man Angst“, sagt Grigull. In Lauterecken stünden einige geschädigte Exemplare oberhalb des Friedhofes, auch Grigull selbst hat Eschen gepflanzt, die jetzt leiden. Allerdings weiß er auch von „Einzelindividuen“, die mit dem Pilz offenbar besser klarkommen. Insgesamt registriert Grigull Veränderungen im Baumartenbestand. So mache sich aktuell die Amerikanische Traubenkirsche vor allem im Südkreis breit. „Die Natur ist eben nicht statisch“, folgert der Förster. „Wir wünschen uns eine stabile Baumartenvielfalt, aber die Auswahlbreite wird enger“, bedauert er die Probleme. Das „Falsche Weiße Stengelbecherchen“, wie der Erreger des Eschentriebsterbens auch heißt, bereitete sich nach Angaben der Bayerischen Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft bislang in 22 Ländern Nord-, Ost- und Mitteleuropas aus. Vor rund fünf Jahren sei das Eschentriebsterben auch im Landkreis Kusel aufgetaucht, schildert Grigull. Vor allem in jungen Anpflanzungen, die die Förster häufiger begehen, seien Schäden aufgefallen. Aber auch ältere Bäume seien befallen. Die Esche bilde dann Notaustriebe. Schließlich würden auch diese befallen. Eine Behandlung sei nicht möglich. Rund 70 bis 80 Prozent der Eschen im Landkreis seien befallen. Noch vor zehn Jahren waren Eschen von Fachleuten als „Baumart mit Zukunft“ gepriesen worden. Eschen fühlten sich auch bei deutlich höheren Temperaturen wohl, was sie fit für den prognostizierten Klimawandel mache und zu einer interessanten Baumart für zukunftsträchtige Mischwälder werden lasse, heißt es in einem Beitrag für das Internetportal waldwissen.net. Doch auch damals waren schon erste Pilz-Schäden im Baltikum, in Polen aber auch in Österreich, der Schweiz und Deutschland beobachtet worden. Eschen können bis zu 300 Jahre alt werden. Das helle Edellaubholz ist schwer und hart. Im Kreis Kusel gehören Eschen zu den weniger vorhandenen Baumarten. Grigull schätzt deren Anteil auf rund zwei Prozent. Aber: „Die Esche gehört hierher“, stellt er klar. Es handele sich um einen typischen Baum für Standorte mit sauerstoffreichem Wasser im Boden. Die Baumart, die mit mehr als 40 Metern Höhe zu den höchsten Laubbäumen Europas gehört, komme stets mit kleinsten Vorkommen – also zwei, drei Bäume in einer Gruppe – vor. Übrigens auch in Eschenau. „Die Eschen in der Au“, sei zum Ortsnamen überliefert, wie Isolde Gilcher von der örtlichen Gärtnerei berichtet. Dem Ortsnamen machen seit rund 25 Jahren zwei Eschen am Dorfgemeinschaftshaus alle Ehre. Wie Gilcher weiter berichtet, wurden die Eschen in kurzem Abstand nacheinander gepflanzt. Die erste war eine Spende eines Eschenauer Bürgers, sie sei jedoch von einem neuen Besitzer auf den Stamm zurückgeschnitten worden. Einige Jahre später habe der Wunnerverein am Dorfplatz eine weitere Esche gepflanzt. „Unseren Eschenauer Eschen geht es (noch?) gut“, sagt Isolde Gilcher. |suca

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