Kusel Drumm gegen Ulrich gegen Hoffmann...

Bei den Linken geht es weiter rund nach der Ablösung von Patrick Hoffmann als Kreisvorsitzender. Gegen ihn läuft nach unserem gestrigen Interview offenbar ein Parteiausschlussverfahren. Das lässt sich aus einer Stellungnahme von Landesvorsitzendem Alexander Ulrich schließen. Aber auch Ulrich-Gegner Robert Drumm hat sich geäußert.
schreibt, Hoffmann sei ein „Opfer seiner selbst“. Was dieser als Verschwörung der Bundespartei, der Landespartei und ihm selbst darstelle, sei in Wirklichkeit die Erwartung, dass der Kreisverband Kusel seine Kassengeschäfte nach der Satzung und der Finanzordnung der Partei führe. Die den Kreisverbänden zustehenden Beitragsanteile könnten nur ausbezahlt werden, wenn alle Unterlagen vorlägen und Ein- und Ausgaben ordnungsgemäß verbucht seien. Kreisschatzmeister Stefan Krob habe nach jahrelangen Problemen für eine ordnungsgemäße Buchführung sorgen wollen. Dies habe Hoffmann verhindern wollen. Hoffmann hatte kritisiert, sein Kreisverband habe seit zweieinhalb Jahren überhaupt kein Geld mehr bekommen. Seine Darstellung wird zumindest für das Jahr 2013 gestützt: Der RHEINPFALZ liegt ein Rundschreiben des Landesschatzmeisters vor, in dem dieser wegen der schlechten Finanzsituation des Landesverbands ankündigt, dass für das genannte Jahr keine Beitragsanteile an die Kreisverbände ausgezahlt werden könnten. Um dennoch Fahrtkosten zahlen zu können, hatte Hoffmann verfügt, eine Barkasse für Spenden zu führen. Deren Bestand belief sich, wie Krob mitteilte, auf maximal 250 Euro. Diese Kasse ist seit Monaten ein Streitpunkt. Ulrich schreibt weiter: „Sollte Patrick Hoffmann aus der Partei austreten, kommt er womöglich einem Parteiausschluss zuvor.“ Seine ausgeprägte Beratungsresistenz und sein Umgang mit Parteimitgliedern seien in Form, Inhalt und Wiederholung für viele nicht mehr akzeptabel. Damit habe sich Hoffmann nicht nur in der Landes-, sondern auch in der Kreispartei isoliert. Ein Antrag auf Ausschluss ist laut RHEINPFALZ bereits auf dem Weg. Allerdings sagte der mit der Geschäftsführung des Landesverbands beauftragte Fabian Bauer gestern auf Anfrage, er habe „zum jetzigen Zeitpunkt noch keinen Ausschlussantrag gegen Hoffmann erhalten“. Zu Wort gemeldet hat sich auch der frühere Kreisvorsitzende Robert Drumm, vor vier Jahren von Ulrich und Hoffmann aus dem Kreisvorstand gekegelt. Er mutmaßt, dass Hoffmann nur das Bauernopfer sei, das Ulrich gebraucht habe, um dem Strudel zu entgehen, den beide „mit vielen schäbigen Aktionen selbst initiiert“ hätten. Diese Aktionen seien auch in Berlin bei vielen auf Widerstand und Unverständnis getroffen. Interessant ist übrigens die Personalie Martin Horsch. Der wurde vor zwei Jahren in den Kuseler Kreisvorstand gewählt. Auf der Internetseite der Linken wird er inzwischen als Mitglied des Kreisverbands Kaiserslautern geführt. Aber am Samstag stimmte er in Rammelsbach fröhlich mit ab, unterband eine Diskussion über die Rechtmäßigkeit der Versammlung per „Antrag zur Geschäftsordnung“. Brisant ist hierbei zweierlei: Ulrich-Kritiker werfen diesem vor, vor kritischen Versammlungen „fliegende Ortsverbände“ (Parteimitglieder, die kurzfristig in einen anderen Verband wechseln) in Marsch zu setzen, um sich die Mehrheit zu sichern. Dieser Vorwurf schwirrt auch in Zusammenhang mit der Situation in Kusel durchs Netz. Und: Ausgerechnet Horsch gehört der Landesschiedskommission an, die sich mit den Vorgängen in Kusel beschäftigen soll. (wop)