Kusel Die Reise-Landkarte der Kuseler ist geschrumpft

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Griechenland, Spanien und Kuba sind die Renner, kaum einer will in die Türkei

Die erstbeste Pille gegen die Fernwehkrankheit ist das Stöbern in Urlaubsangeboten. Am liebsten dann, wenn es draußen grau und schmuddelig ist, durchsuchen wir das Internet nach Strandhotels unter Palmen oder wälzen Reisekataloge. Mitte März ist bei einigen der Urlaub auch schon in trockenen Tüchern. Reisebüros aus dem Landkreis verraten, welche Ziele in dieser Saison begehrt sind und inwieweit sich politische Verhältnisse auf die Wahl des Urlaubsorts auswirken. Fest steht: Gegenüber 2016 ist die Reiselust gestiegen. Thomas Schug vom Kuseler Reisebüro Wirtz kann bereits etliche Buchung für den Sommerurlaub verzeichnen und spricht von einem Aufschwung verglichen mit dem Vorjahr. „Viele Leute fangen schon früh an, sich mit dem Thema zu befassen“, sagt Schug im Gespräch mit der RHEINPFALZ. „Oft schon im November, wenn die neuen Kataloge eintreffen.“ Die Mehrheit der Strand- und Sonnenanbeter konzentriere sich dieses Jahr auf die Länder Spanien und Griechenland. „Daneben gibt es eben auch noch einige der klassischen Autoreisen, die entweder an die Nord- oder Ostsee führen oder Richtung Süden in die Alpen.“ Innerhalb Spaniens ist laut Michael Rosenberger von Reiseland Lauterecken die Baleareninsel Mallorca wie immer sehr gefragt. Als „Nonplusultra“ betitelt der Expedient aber auch die Kreuzfahrten. „Die führen die Sommertouristen eher in den Mittelmeerraum, außerhalb Europas gibt es aber auch attraktive Routen im Orient oder ganz neue von Amerika aus.“ Januar und Februar weist Rosenberger als die mit Abstand stärksten Buchungsmonate aus. „Das hängt auch mit der Arbeitswelt zusammen“, erläutert er. „Die großen Firmen legen zu Beginn des Jahres die Urlaubsplanung fest, und die Reiseveranstalter kommen den Kunden in diesen Monaten mit ihren Frühbucherrabatten entgegen.“ Tendenziell könne man dank dieser Ermäßigungen schon Kosten sparen: „Doch es kann zum Beispiel auch im März oder April von heute auf morgen ein günstiges Angebot auftauchen – das ist auf keinen Fall ausgeschlossen.“ Geradezu zu boykottieren scheinen die Touristen jene Länder, die in der Vergangenheit für abschreckende Schlagzeilen gesorgt haben oder dies immer noch tun. „Schon bei Tunesien und Marokko halten sich die Urlauber sehr zurück“, stellt Udo Hell vom gleichnamigen City-Reisebüro in Waldmohr fest. Sämtliche Büros beantworten die Frage nach einem herben Buchungsrückgang in der Türkei mit einem klaren Ja. „Höchstens noch Pärchen fliegen hin, für Familien mit Kindern ist dieses Land kein Thema mehr“, so Thomas Schug. Bezeichnenderweise haben auch die entsprechenden Hallen auf der Berliner Tourismusmesse ITB, die Sonntag vor einer Woche erst zu Ende ging, kaum Besucher anlocken können. Christine Fauß von Glantal Touristik in Altenglan war zur Messe in der Hauptstadt und berichtet von ihren Erfahrungen: „Bei Türkei und Naher Osten war erschütternd wenig los.“ Fauß bestätigt, was auch die anderen Reiseexperten sagen: Die Strände der Türkei werden nicht vorrangig wegen der Angst vor Terrorismus gemieden. „Denn Antalya liegt ja doch immer noch ein gutes Stück entfernt von Istanbul und den Gesprächen zufolge schrecken eher die aktuellen politischen Unruhen ab“, erklärt Michael Rosenberger. Konkret habe der eine oder andere wohl Angst, die Türkei nicht mehr verlassen zu können. „Wer in Europa bleibt, fliegt dieses Jahr zumeist nach Griechenland, auf die Balearen oder die Kanaren“, fasst Udo Hell das Buchungsverhalten seiner Kunden zusammen. „Die Fernreisen führen in asiatische Gefilde wie zum Beispiel Laos, Vietnam, Kambodscha oder Thailand – in der Karibik steht vor allen Dingen Kuba hoch im Kurs.“ Die Politik des neuen amerikanischen Präsidenten schreckt Touristen offenbar noch nicht ab. „Deswegen ist auch noch kein Buchungsrückgang spürbar“, betont Michael Rosenberger. Der Name Donald Trump werde viel eher mit Kuba in Verbindung gebracht: „Der karibische Inselstaat ist dieses Jahr heiß begehrt und ich habe den Eindruck, dass die Leute schnell noch einmal dorthin wollen, weil sie nicht wissen, wie lange Kuba noch Kuba bleibt.“ Nach Beendigung der diplomatischen Eiszeit zwischen Kuba und den USA werde eine Amerikanisierung befürchtet. Auf ein gutes Frühbucherjahr können die Reisebüros allesamt zurückblicken. Udo Hell: „Das hängt aber auch damit zusammen, dass die Leute sich beeilen, weil bestimmte Länder – wie aktuell vor allem die Türkei – für sie einfach nicht mehr in Frage kommen.“

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