Kusel Die Politik kämpft mit für die Einheit

Wie geht es weiter mit der Kirchengemeinde Konken? Der Kuseler Bezirkskirchenrat befasst sich heute erneut mit der geplanten Strukturreform. Dessen Vorschlag, die Kirchengemeinde aufzuspalten, stößt inzwischen nicht nur auf entschiedene Gegner aus der Kirche. „Der Kampf der Kirchengemeinde Konken ist auch der der Ortsgemeinde“, versicherte Ortsbürgermeister Fritz Emrich.
Wie berichtet, wehrt sich die Kirchengemeinde Konken gegen Neuordnungspläne, die eine Abspaltung von Herchweiler und Selchenbach ins saarländische Niederkirchen vorsieht. Albessen und Konken sollen mit Kusel-West eine neue Pfarrstelle „Kusel 3“ bilden. Hintergrund der Strukturveränderung ist die von der Landeskirche bis 2020 geforderte Einsparung einer Pfarrstelle. Werde die Kirchengemeinde aufgespalten, dann verliere diese rund 40 Prozent ihrer Mitglieder ins Saarland und damit auch entsprechend Finanzkraft bei gleichbleibenden Ausgaben, argumentiert das Presbyterium. Dies aber bedeute mittelfristig das Ende der Kirchengemeinde. Dass sich die breite Kirchenbasis mit den Plänen des Bezirkskirchenrates nicht abfinden will, zeigte eine mit rund 200 Mitgliedern stark besuchte Gemeindeversammlung vor zwei Wochen. Nach Angaben des stellvertretenden Presbyteriumsvorsitzenden Reiner Beck wurden bis gestern 775 Unterschriften – darunter solche von Auswärtigen und Nicht-Gemeindemitgliedern – für den Erhalt der Kirchengemeinde gesammelt. Auch die Ortsgemeinde schließt sich der Forderung der Kirchengemeinde an. Bei der Gemeinderatssitzung am Dienstag bezog Ortsbürgermeister Emrich klar Stellung gegen die Pläne. Es dränge sich der Eindruck auf, dass innerhalb der Landeskirche und ihrer Gremien Entscheidungen getroffen werden, die nicht mehr von der Basis mitgetragen werden, sagte er. Dies sei ein überaus bedauerlicher Zustand, der weit entfernt sei vom kirchlichen Auftrag zur Seelsorge. Bei den Kirchenmitgliedern stelle sich „ein Gefühl des Verlassenseins, ein Gefühl der kirchlichen Dominanz, ein Gefühl der kirchlichen Arroganz und ein Gefühl des Fehlens demokratischen Verständnisses“ ein. Zudem dränge sich die Vermutung auf, dass in der Kirchengemeinde Niederkirchen „mit aller Gewalt und auf unsere Kosten“ die Stelle eines Diakons Motiv für die Entscheidung sei, sagte Emrich. Dies sei ein ungeheuerlicher Vorgang. Emrich sicherte der Kirchengemeinde die ausdrückliche Unterstützung der Ortsgemeinde Konken zu. Zeitgleich traf am Dienstagabend das Konker Presbyterium zusammen. Dekan Lars Stetzenbach und zwei weitere Mitglieder des Bezirkskirchenrates nahmen teil. Als Beistand hatten sie den Speyerer Oberkirchenrat Michael Gärtner hinzugebeten. Wie Reiner Beck im Anschluss mitteilte, sei es zu einem „konstruktiven Gedankenaustausch auf vernünftiger Basis“ gekommen. „Wir konnten unsere Herzensangelegenheit, dass die Kirchengemeinde zusammenbleiben möge, gut transportieren“, sagte Beck der RHEINPFALZ. Er äußerte sich zuversichtlich, dass das Anliegen der Presbyter auch beim Oberkirchenrat angekommen sei. Dekan Stetzenbach hat Beck zufolge zugesagt, bei der heutigen Sitzung des Bezirkskirchenrates eine Alternative vorzuschlagen. Diese zunächst von dem Gremium verworfene Variante sehe vor, die Kirchengemeinde nicht zu spalten und Konken einer – wenn auch recht umfangreichen – Pfarrstelle 3 zuzuordnen. Beck: „Wir blicken vorsichtig optimistisch in die Zukunft.“ Anfang März sind die Neuordnungspläne Thema in der Bezirkssynode. Die letzte Entscheidung liegt allerdings bei der Kirchenregierung in Speyer.