Kusel „Der Zustand ist außerordentlich gut“

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Jürgen Roth hat kaum Zweifel: Weil das Turnerheim in Lauterecken so gut in Schuss ist, geht der vorläufige Insolvenzverwalter des Turnvereins Lauterecken (wir berichteten), davon aus, dass ein Insolvenzverfahren eröffnet wird und recht zügig über die Bühne geht. Laut dem Kuseler Rechtsanwalt gilt der Verein nach dem abgeschlossenen Verfahren offiziell als aufgelöst – doch er könnte neu gegründet werden.

Am Freitag habe er sich die Halle des Turnvereins samt Gaststätte angeschaut, schildert Roth auf Nachfrage der RHEINPFALZ: „Ich war positiv überrascht, die Halle macht einen sehr guten Eindruck.“ Der letzte Vorsitzende des Vereins, Kurt Dörr aus Odenbach, habe sich löblich um die Immobilie gekümmert und noch nach seinem Rücktritt beispielsweise den Hof gepflastert und die Dachentwässerung anders verlegt. „Der Zustand ist außerordentlich gut“, sagt Roth, der optimistisch ist, für Halle und Gaststätte zügig einen Käufer zu finden. Zunächst will er mit der Stadt Lauterecken sprechen, ob die das Gebäude kaufen möchte. Falls nicht, will Roth es auf dem freien Markt anbieten. „Die Stadt würde mit einem Kauf sicher nicht danebengreifen“, sagt der Rechtsanwalt und versichert: „Ich habe da auch keine unverschämten Preisvorstellungen.“ Auch die Gaststätte sei so gut in Schuss, dass sie sich direkt wieder nutzen lasse. Neben der Immobilie hat Roth auch die finanzielle Situation des Vereins geprüft – mit rund 50.000 Euro steht der Verein in den Miesen. Neben kleineren Forderungen verschiedener Gläubiger seien auch größere Bankverbindlichkeiten noch offen. Details nennt Roth nicht, ebenso wenig wie seine Preisvorstellung für das Turnerheim. Roth: „Mit dem Verkauf der Immobilie könnte der Verein entschuldet und das Insolvenzverfahren zügig abgewickelt werden.“ Ein abgeschlossenes Insolvenzverfahren bedeute für den TV Lauterecken das Ende, rechtlich gelte der Verein danach als aufgelöst. „Danach könnten ehemalige Mitglieder allerdings den Beschluss fassen, den Verein neu zu gründen“, erläutert der Anwalt. So könnte der Verein anschließend unter demselben Namen weitergeführt werden. Und wenn der neue Verein dann für Übungsstunden in der Turnhalle Miete zahle, profitiere der Käufer des Turnerheims von regelmäßigen Einnahmen. Derzeit bleibe es in der Halle kalt, da ja ohnehin keine Übungsstunden mehr stattfänden und das Beheizen des Saals natürlich Geld koste. Die fälligen Mitgliedsbeiträge (laut Roth rund 14.000 Euro) würden nicht mehr eingezogen. Er informiere den eingesetzten Notvorstand des Vereins, den Kaiserslauterer Rechtsanwalt Falko Zink, noch über den Stand des Antrags für ein Insolvenzverfahren. Ob Zink sich in einem Rundschreiben noch an die Mitglieder wende, vermag Roth nicht zu sagen. Zink war telefonisch für die RHEINPFALZ bislang nicht zu erreichen. Der Kuseler Anwalt rechnet mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens Anfang März oder April. Wie lange das Verfahren dauere, hänge maßgeblich von der Verwertung der Immobilie ab, sagt Roth. Finde sich wider Erwarten kein Käufer, erklärt Roth, drohe dem Gebäude die Zwangsversteigerung: „Aber nicht in diesem Jahr.“ Lautereckens Stadtbürgermeister Heinrich Steinhauer teilt auf Anfrage mit, dass die Stadt eine Veranstaltungshalle brauchen könne, er habe aber auch schon von privaten Investoren gehört, die sich für das Turnerheim interessierten. Steinhauer: „Wir warten zunächst die Entwicklung ab und halten unser Engagement in der Sache völlig offen.“ Bislang wisse er nur aus der RHEINPFALZ, dass für den Turnverein Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt worden sei. (bgi)

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