Kusel Das große Schweigen und das Problem der Sicherheit

Noch abgeschlossen: das ehemalige Kasernengelände.
Noch abgeschlossen: das ehemalige Kasernengelände.

Das größte Problem für die Rückkehr der Heeresinstandhaltungslogistik (HIL) auf den Kuseler Windhof (wir berichteten am Donnerstag) ist das Thema Sicherheit. Wann genau, mit wie viel Mann und mit welchem Gerät die Bundeswehr-Tochter in die ehemalige Kaserne zurückkehrt, darüber hüllt sie sich in Schweigen.

Die RHEINPFALZ hatte bei der HIL-Zentrale in Bonn schriftlich angefragt, zu welchem Zeitpunkt, mit welcher Personalstärke und mit welchem Gerät die HIL nach Kusel zurückkehren wolle. Antwort des Pressesprechers: Von Seiten der HIL könne leider keine Aussage zur Nutzung oder Reaktivierung der Kuseler Kaserne gemacht werden. Fakt ist: Die HIL will für die Dauer von zehn Jahren wieder nach Kusel zurückkehren, um für die Bundeswehr deren Gerät zu warten – bis hin zur Panzerhaubitze 2000. Denn: In Idar-Oberstein sind die baulichen Voraussetzungen nicht ideal – erst recht nicht angesichts der Kasernensanierung, die in den nächsten Jahren einen dreistelligen Millionenbetrag verschlingen wird. Die HIL braucht also ein Ausweichquartier, bis Idar-Oberstein fertiggestellt ist. Und Kusel soll es sein. Möglichst schon zum Jahreswechsel. Darüber verhandeln derzeit Bundeswehr, HIL und die Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten (Bima). Die Bima ist im Auftrag des Bundes Eigentümerin des Geländes. Größtes Problem dabei: die militärische Sicherheit. Denn das HIL-Gelände wird dann nicht mehr, wie früher, Teil einer bewachten Kaserne sein, sondern inmitten eines einigermaßen frei zugänglichen Gebietes liegen. Einzig ein etwa zwei Meter hoher Zaun trennt beispielsweise den Wohnbereich des Flüchtlingscamps vom technischen Bereich, den die HIL nutzen will. Ob und wie hier die Sicherheit gewährleistet werden kann, entscheidet darüber, ob die HIL tatsächlich nach Kusel kommt. Machbar allerdings dürfte es sein. Zweite große Frage: Eigentlich benötigt die HIL nur zwei Hallen – eine ist rein optisch in einem guten Zustand, die andere eher nicht – plus den Bremsenprüfstand. Aber: Eben wegen des Themas Sicherheit muss sie mit hoher Wahrscheinlichkeit den gesamten technischen Bereich mieten, obwohl sie diesen gar nicht braucht. Das aber verhindert die Möglichkeit, Gewerbe auf den verfügbaren Flächen anzusiedeln. Nach RHEINPFALZ-Informationen gibt es mehrere Interessenten, darunter einen großen. Also würde sich ein weiteres Mal die Sicherheits-Frage stellen: Kann die HIL, wenn sie nach Kusel kommt, die nicht benötigten Flächen so abgrenzen, dass dort Privatunternehmen Platz finden? Das würde doppelt helfen: der HIL, also dem Bund, durch die Vermietung Geld zu sparen; und Kusel, wenn es gelingt, dort oben Betriebe anzusiedeln. Während das Thema Mietvertrag bis Frühsommer durch sein sollte, wird der zweite Aspekt vermutlich länger bis zur Klärung brauchen. Wenn die HIL kommt, wenn womöglich sogar die Artilleristen im Zuge der geplanten Bundeswehrvergrößerung wieder in Kusel stationiert werden, erledigt das eine dritte Frage, die schon lange ergebnislos im politischen Raum herumdümpelte, ohne dass es irgendwelche Fortschritte gegeben hätte: Die Panzerstraße nach Baumholder wird dann auf gar keinen Fall für den öffentlichen Verkehr freigegeben werden, wie dies Kommunalpolitiker nach dem Abzug der Bundeswehr gefordert hatten. Doch das hatte in den vergangenen beiden Jahren ohnedies keiner mehr so wirklich auf dem Schirm – unabhängig von eventuellen Bundeswehr-Plänen.

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