Kusel Das Bier fließt wieder

Wenn am Wochenende die Draisinen unterwegs sind, können die Fahrer auch in Lauterecken wieder Kraft tanken. Fast pünktlich zum Saisonstart öffnet das „Brauhaus Lauterecken“. Unter der Regie des „Instituts für Naturheilkunde und Kommunikation“, einem Verein für Öffentlichkeitsarbeit, wird ab Samstag „bodenständige Landhausküche“ geboten – und selbst gebrautes Bier.
Seit Jahresbeginn liefen im ehemaligen Bahnhofsgebäude Umbaumaßnahmen, ein Großteil davon „hinter den Kulissen“, wie Vereinspräsident Carl Plathner aus Lohnweiler schildert. In der Küche etwa sei viel zu tun gewesen, und die Brauanlage habe auch wieder in Schuss gebracht werden müssen.
„Insgesamt gut 200.000 Euro hat das Projekt bisher gekostet“, sagt Plathner. Das Geld kommt von einem Verein mit dem Namen „Institut für Naturheilkunde und Kommunikation“. Der eingetragene Verein ist Träger der Gaststättenkonzession. Laut Plathner ist man deutschlandweit tätig, beschäftigt sich mit Pressearbeit rund um Gesundheits- und Naturthemen. „In unserer Vereinssatzung ist auch die Schaffung eines gesunden Lebensumfelds verankert. Und genau das ist in Lauterecken verbesserungswürdig“, rechtfertigt Plathner die Investition in der Veldenzstadt. Ansonsten hält er sich mit Informationen zum Verein und den Finanzen zurück. Ein Großteil der Mitglieder sei in der Region ansässig. Wie viele Mitglieder der Verein hat, wollte Plathner nicht verraten – aber es hätten sich viele Helfer gefunden, die am Umbau mitarbeiteten.
Volker Berthold, der zweite Vorsitzende des Vereins, führt die Geschäfte des Gasthauses. Der gebürtige Lauterecker wird von Patricia Kopka unterstützt, die den Service leitet. Um die Brauanlage auf Vordermann zu bringen, habe man eigens den Erbauer ausfindig gemacht. „Das ist für uns ein Glücksfall, er kennt die Anlage“, freut sich Berthold. Mit gelegentlicher Hilfe eines Braumeisters will Berthold für stetigen Gerstensaft-Nachschub sorgen, hat extra einen Kurs dazu absolviert. Die ersten Brauvorgänge liegen schon hinter ihm.
Der Verein hat in Lauterecken noch mehr vor: Wie Plathner verrät, soll im ehemaligen Haus Fuchs am Veldenzplatz ein Café entstehen. Die Arbeiten jedoch verzögern sich: „Das ist eine relativ komplexe Sache“, sagt der Vereinsvorsitzende. Dort sei die Denkmalbehörde involviert, „da zieht sich alles hin“. Zunächst soll am Dach und der Fassade gearbeitet werden.
Im Bahnhofsgebäude sind derweil die Arbeiten abgeschlossen. Mit Manuel Schuhmacher habe man einen Koch gefunden, der die Region kenne – Schuhmacher war zuletzt auf der Wasserburg in Reipoltskirchen tätig. Am Samstag, 29. März, startet nun der Regelbetrieb, eine richtige Eröffnungsparty mit Live-Musik und Einweihung soll zwei Wochen später, am 12. April, folgen. Berthold: „Unser Team soll Gelegenheit haben, sich einzuspielen. Es sind zwar alles Profis, aber eben in einem ganz neuen Umfeld.“
Neben Draisinenfahrern sollen auch Gäste aus Lauterecken und der Umgebung angelockt werden, dafür ist im Bahnhof ein Spiegelsaal entstanden. „Nach dem Turnerheim ist das wohl der größte Saal in Lauterecken“, schätzt Berthold, „wir hoffen, dass unser Angebot für Mitgliederversammlungen oder Familienfeste genutzt wird.“ Ab Mai soll es montags Einsteiger- und Fortgeschrittenen-Tanzkurse geben.
Plathner verhehlt nicht, dass er ein Windradgegner ist: „Hätte ich gewusst, dass die Region ihre Seele an die Windkraft verkauft, hätte die eine oder andere Entscheidung anders ausgehen können.“ Dennoch spielt er mit dem Gedanken, in den oberen Stockwerken des Bahnhofs Ferienwohnungen zu schaffen. (bgi)