Kusel Bewährte Reflektoren?

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Lauterecken. Helfen blaue Reflektoren an den Straßenleitpfosten, dass weniger Wildunfälle passieren? Fast drei Jahre nach der Einrichtung von zwei Teststrecken im Norden des Landkreises zieht die Polizei Bilanz. Das ursprüngliche Konzept ist mittlerweile leicht abgeändert worden.

In der Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein kommt es überdurchschnittlich oft zu Wildunfällen (wir berichteten gestern). Im Mai 2013 war deswegen ein Pilotprojekt gestartet worden, um die Zusammenstöße von Fahrzeugen und Wildtieren zu verringern. Polizei, Jäger und Kreisverkehrswacht haben damals an zwei Strecken, der B 420 zwischen Medard und Odenbach (4700 Meter) und der B 270 zwischen Rutsweiler/Lauter und Kreimbach-Kaulbach (1400 Meter) blaue Reflektoren an die Straßenleitpfosten montiert und zusätzlich „Wildunfall“-Schilder aufgestellt. Damit wollte man einerseits die Tiere durch das reflektierte und in den Wald gestrahlte Licht abschrecken und andererseits die Autofahrer warnen, damit die ihre Geschwindigkeit drosseln. Der zweite Aspekt hat sich mittlerweile erledigt. Sichtlich bedröppelt räumt Erik Hippchen, Verkehrsexperte bei der Lauterecker Polizei, ein: „Man hat uns die Schilder mehrfach geklaut. Auch verschiedene Sicherungsmaßnahmen halfen nicht.“ Wo die „Wildunfall“-Schilder nun sind? „Keine Ahnung, was man damit machen will“, seufzt Hippchen und zuckt mit den Schultern. Auch ohne Warnhinweis habe man an beiden Strecken eine positive Entwicklung registrieren können. „Die Unfälle mit Wild entlang der Bundesstraße 270 haben nicht zugenommen, wohingegen die Unfälle auf der zweiten Versuchsstrecke an der B 420 sogar deutlich zurückgegangen sind.“ Laut Hippchen habe es Ende 2013 ein paar Probleme mit den Reflektoren gegeben: „Einige waren zugewachsen, bei anderen hat sich durch die Hitze im Sommer die Leuchtfolie gelöscht.“ Das habe sich auch prompt auf die Unfallzahlen niedergeschlagen. Doch die Jägerschaft habe die Reflektoren geputzt oder erneuert. Bei Kreimbach-Kaulbach gebe es noch immer einen Unfallschwerpunkt. Hippchen erläutert: „Wenn die Tiere aus dem Moor dort die Böschung hochlaufen, sehen die offenbar das reflektierte Licht der Autos nicht. Dann kracht’s dort.“ An solchen Stellen sei möglicherweise die Errichtung von Wildzäunen sinnvoll – „da laufen gerade Gespräche mit Jagdpächtern“. Mittlerweile tauchen die blauen Reflektoren auch an Straßenleitpfosten entlang anderer Strecken auf. Hippchen: „Das ist dann Eigeninitiative von Jagdpächtern oder der Straßenmeisterei. Mit unseren Strecken hat das nichts zu tun.“ (bgi)

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