Kusel Besserung erhofft dank Masterplan

Wenn ein Ärztemangel im Kreis Kusel (und anderswo) verhindert werden soll, dann müssen dringend Nachfolger für jene Ärzte gefunden werden, die in den nächsten Jahren in Ruhestand gehen. Daran arbeiten Gesundheitsministerium, Kassenärztliche Vereinigung (KV), Landesärztekammer und Hausärzteverband.
2007 hat das rheinland-pfälzische Gesundheitsministerium mit der KV, der Landesärztekammer und dem Hausärzteverband Rheinland-Pfalz einen Masterplan zur „Stärkung der ambulanten ärztlichen Versorgung“ entwickelt. Hintergrund ist die Tatsache, dass es zunehmend schwieriger wird, einen Nachfolger für einen in Ruhestand gehenden Landarzt zu finden. Der Leiter Kommunikation der KV in Mainz, Rainer Saurwein, bestätigt denn auch gegenüber der RHEINPFALZ, dass es immer weniger gelinge, „frei werdende Arztsitze, vor allem im ländlichen Raum, wiederzubesetzen“. Der Masterplan listet eine Reihe von Maßnahmen auf, um die Wiederbesetzung von Praxen zu erleichtern. Eine davon ist die Entwicklung und Einrichtung eines sogenannten Frühwarnsystems. Damit soll die Nachbesetzung freiwerdender Arztsitze planbarer gestaltet werden können. Ausfluss dieses Instrumentes ist beispielsweise der Versorgungsatlas, den die KV im Rahmen der Versorgungsforschung erstellt. Dieses Ressort analysiert laut Saurwein fortlaufend die Entwicklungen in der ambulanten ärztlichen Versorgung und ergänzt den aktuellen Stand um Prognosen, die als Frühwarnsystem dienen. Für alle Kreise sind solche Atlanten verfügbar, auch für Kusel (Stand: Ende 2012). Ein nicht unwesentlicher Bestandteil des Frühwarnsystems stellt auch das “internetbasierte Informationsangebot“ dar, das unter der Regie der KV und des Hausärzteverband steht. Es bietet mit Hilfe des Internets eine Art Marktübersicht - also eine Auflistung, wo Praxen frei werden. Unter der Adresse www.kvboerse.de zeigen Ärzte, die in Ruhestand gehen möchten, diese Absicht an. Sie informieren dort über ihre Praxis, die Größe, den medizinischen Schwerpunkt und den ins Auge gefassten Aufgabetermin. Wer eine Praxis übernehmen möchte, kann sich in diesem Portal informieren. Zurzeit wird in diesem Anzeigenmarkt auch eine Allgemeinarztpraxis in der Westpfalz angeboten – mittelgroß, ertragsstark, mit geregeltem Bereitschaftsdienst und zu sehr günstigen Konditionen, wie es heißt; Abgabetermin: Februar 2015. Durch diesen Internetdienst ist es Interessenten möglich, schon frühzeitig Kontakt mit dem abgebenden Arzt und der KV aufzunehmen. Wie erfolgreich diese Internetbörse im Rahmen des Frühwarnsystems ist, vermag die KV allerdings nicht zu sagen. Das Portal beinhalte keine vollzählige Liste aller Mediziner, die ihre Praxis aufgäben, sagt Saurwein. Die Teilnahme sei freiwillig und insofern nicht vollständig. Informationen lieferten außerdem die Niederlassungsberater der KV. Der übliche Weg, freiwerdende Praxen wieder zu besetzen, laufe über Ausschreibungen im Ärzteblatt. In diesem Verbund von Maßnahmen sei die Internetbörse als ein weiterer Bestandteil zu betrachten. Im Ergebnis hätten die Komponenten des Frühwarnsystems, vor allem die Ergebnisse und Prognosen der Versorgungsforschung, zu einer „Sensibilisierung in der Landes- und Kommunalpolitik geführt“, konstatiert Saurwein. Im Masterplan aufgelistete Begleitmaßnahmen, um die ärztliche Versorgung auf dem Land in Zukunft sicherzustellen, seien mittlerweile auch auf den Weg gebracht. Dazu gehören neben anderen eine Internetbörse für Medizinstudenten, die einen Praxisplatz suchen und eine Nachwuchsoffensive in Zusammenarbeit mit der Universität Mainz. Die flächendeckende ärztliche Versorgung sei nach wie vor das wichtigste Ziel der KV, und man gehe davon aus, dass diese auch in Zukunft gewährleistet werden könne, ist Saurwein überzeugt. Allerdings, so schränkt er ein, müsse damit gerechnet werden, dass die Wege zur nächsten Arztpraxis weiter werden könnten.