Kusel Baumscheiben folgen auf Bänke

Hier hängt die Blumenpracht um den Baum und zwischen geparkten Autos: vorm Secondhand-Laden in der Bahnhofstraße.
Hier hängt die Blumenpracht um den Baum und zwischen geparkten Autos: vorm Secondhand-Laden in der Bahnhofstraße.

«Kusel.»Für etwas mehr als die Hälfte der zur Verschönerung vorgesehenen 25 Baumscheiben konnte die Interessengemeinschaft (IG) Kusel bisher Paten finden. Der heiße, trockene Sommer hat es den Kleinstgärtnern schwer gemacht. Der IG-Vorsitzende Markus Voborsky hofft auf weitere Interessenten mit kreativen Ideen in den kommenden Monaten.

Dem vor allem in sozialen Medien oft verbreiteten Tenor, Kusels sei dreckig und ungepflegt, wolle die IG sich mit dieser im Mai gestarteten Aktion entgegenstellen, erklärte Voborsky. Man wolle „probieren, ob der Bürger bereit ist, für sein direktes Umfeld etwas zu tun“. Das bisherige Zwischenergebnis: Einige zumindest sind es. „Wenn jeder, der meckert, auch etwas tun würde, würde Kusel blühen“, ist Voborsky überzeugt. Enttäuscht zeigte er sich, dass der Obst- und Gartenbauverein sich nicht für die Pflege von Flächen um Bäume vor allem in der Bahnhofstraße und der Straße „Am Hofacker“ gemeldet habe. Das sei ja dessen „angestammtes Terrain“. Auch Kindergarten- und Schulkinder kann er sich als kreative Gestalter gut vorstellen. Nicht nur die Bepflanzung mit Blumen und Kräutern schwebt ihm dabei vor. Auch die Dekoration beispielsweise mit bemalten Steinen sei möglich. Von der Vielfalt, die sich im Laufe des Sommers auf den von Privatpersonen sowie Geschäftsleuten bepflanzten Erdstückchen ausgebreitet hat, zeigte Voborsky sich begeistert. Erste Edelstahlschilder weisen auf die Patenschaften hin, zu deren Start es einen 25-Euro-Gutschein für die Gärtnerei Hanns gibt. Die bunt und kreativ gestalteten Baumscheiben sollen ebenso stadtbildprägend werden wie die bemalten Bänke, die übrigens auch noch bei der IG zu haben sind, so deren Vorsitzender. Eine der besonders aufwendig gestalteten Baumscheiben ist vor dem Secondhand-Laden von Yvonne Morgenstern und Sarah Smith in der Bahnhofstraße zu finden. Blumenkästen sind gar erhöht angebracht, die rosafarbene Geranienpracht breitete sich hängend aus. „Was man machen kann für Kusel, sollte man tun“, meint Morgenstern. Die 41-Jährige wohnt in Erdesbach und hat diesen Sommer viele Liter Wasser auch in ihrem Urlaub nach Kusel transportiert. Sie ist stolz auf das Ergebnis, für das sie schon viel Lob bekommen habe – und das, nachdem sie anfangs Zweifel gehegt hatte, waren Blumenkübel doch mehrfach umgeworfen worden. Auch das Hochwasser hatte seinen Tribut gezollt. Inzwischen würden aber auch ein kleiner Tisch und zwei Stühle, die sie vor ihr Geschäft stelle und darauf Werbezettel und Veranstaltungsinformationen auslege, durchaus mal als Sitzgelegenheit von Passanten wahrgenommen. Diese Resonanz wertet Morgenstern als ein Zeichen, dass es die Menschen würdigen, wenn die Stadt attraktiver gestaltet wird. Das wirke sich auf die Bewohner ebenso wie die Geschäftsleute aus. Den Reinigungskräften der Stadt wollen aber weder sie noch Voborsky schlechte Arbeit ins Buch schreiben. Die hätten viel zu tun und machten, was sie könnten, sind beide überzeugt.

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