Kusel Auf der Suche nach Wählern

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Nur 42,7 Prozent Wahlbeteiligung, obwohl in der Kreismitte auch noch ein Bürgermeister und ein Verbandsgemeinderat gewählt wurden – das geringe Interesse der Bürger an der Stimmabgabe für das wichtigste Amt im Kreis hat viele Beobachter bestürzt. Für die Stichwahl am 25. Juni steht zu befürchten, dass die Wahlbeteiligung noch geringer sein wird.

Während in der Kreismitte – auch dank der zusätzlichen Wahlen – die Beteiligung noch zwischen 50 und 60 Prozent liegt, sieht es außerhalb von Kusel-Altenglan ziemlich mau aus. Die niedrigsten Ergebnisse liefern hier Kreimbach-Kaulbach (29,9 Prozent), Rutsweiler/Lauter (28,8), Odenbach (28,6), Wiesweiler (27,2) und Waldmohr (23,2). Während im Südkreis – Ausnahme Waldmohr – oft noch über 40 Prozent Wahlbeteiligung zu verzeichnen sind, kommen aus dem Nordkreis viele Ergebnisse mit unter 40 Prozent Beteiligung. Dabei spielt auch eine Rolle, dass von den fünf Kandidaten drei aus dem Süden, zwei aus der Mitte und keiner aus dem Norden kam. Und für das Interesse an Personenwahlen haben oft auch der persönliche Bezug und die räumliche Nähe zu einem oder mehreren der Kandidaten eine wichtige Bedeutung. Die beiden Kandidaten für die Stichwahl, Ulrike Nagel (SPD) und Otto Rubly (CDU), müssen daher schon aus eigenem Interesse heraus bestrebt sein, möglichst viele Wähler wieder und möglichst viele Nichtwähler erstmals an die Urnen zu bringen. Die Strategie scheint dabei völlig unterschiedlich. CDU-Mann Rubly will an seinem bisherigen Stil nichts ändern und die persönliche Begegnung suchen, um von sich zu überzeugen. Sein wichtigstes Argument dabei: Es sei Zeit für einen Wechsel. Die SPD setzt offenbar auf eine andere Strategie. Neben Nagels Bürgergesprächen – in denen sie vor allem mit ihrem Pfund der Verwaltungserfahrung wuchern, die sie aber natürlich in der Kürze der Zeit nicht noch einmal in allen 98 Ortsgemeinden führen kann – gibt’s tatkräftige Unterstützung aus der Zentrale. So kommt Ministerpräsidentin Malu Dreyer als Wahlkampfhelferin in den Kreis; am Samstag von 11 bis 13 Uhr spendiert sie Eis auf dem Veldenzplatz Lauterecken. Rubly hatte überraschend in der Nordkreis-Stadt mehr Stimmen als Nagel geholt – auch dank Unterstützung von FDP-Kreistagsmitglied Peter Jakob. Zudem werden offenbar, so ist zu hören, hauptamtliche Mitarbeiter der Mainzer SPD-Landesgeschäftsstelle Anfang kommende Woche nach Kusel beordert, um im Kreis auszuschwärmen und an den Haustüren für Nagel zu werben. Besonders interessiert geht der Blick der beiden Finalisten in Richtung Freie Wähler und deren Bewerber Helge Schwab, der 18,7 Prozent der Stimmen auf sich vereinigt hat. Kommt von dort eine Wahlempfehlung und, wenn ja, für wen? Schwab will das nicht alleine entscheiden, hat für Montagabend eine Delegiertenversammlung einberufen, um über diese Frage zu befinden.

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