Kusel Auch jenseits der Kreisgrenzen präsent

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Sie gehört zu den ältesten Finanzinstituten in der Region: die Volksbank Glan-Münchweiler. Aus kleinen Anfängen eines „Vorschuß-Vereins“, der 1875 gegründet wurde, entwickelte sich die Genossenschaftsbank zu einem der wichtigen Wirtschaftsfaktoren im Landkreis Kusel. In der Verbandsgemeinde Glan-Münchweiler gehört die Volksbank zu den größten Arbeitgebern und Steuerzahlern.

Vor allem die Expansion mit der Eröffnung neuer Filialen in den Nachkriegsjahrzehnten und der Konzentrationsprozess, der sich in den 1970er Jahren im Genossenschaftssektor vollzog, trugen zur derzeitigen Marktstellung der Volksbank Glan-Münchweiler bei: Betrug die Bilanzsumme 1944 gerade mal fünf Millionen Reichsmark, waren es im vergangenen Jahr 488 Millionen Euro. Die Mitarbeiterzahl kletterte von 40 im Jahr 1975 auf zuletzt 109 in der Zentrale und den neun Filialen. Einen Dämpfer gab es jetzt allerdings: Die für Mitte 2017 angestrebte Fusion mit der Volksbank Lauterecken ist vom Tisch (wir berichteten). Trotz intensiver Vorbereitung und externer Beratung ließ die Genossenschaftsbank aus Lauterecken die Verschmelzung platzen. Hingegen hatten vor wenigen Wochen die Volksbank Kaiserslautern-Nordwestpfalz und die VR-Bank Westpfalz ihre Fusion perfekt gemacht, beide erreichen zusammen fast 1,3 Milliarden Euro Bilanzsumme. Mit Filialen in Niedermohr, Miesau, Ramstein und Steinwenden ist die Volksbank Glan-Münchweiler, die alle Finanzdienstleistungen anbietet und mehr als 25.000 Kunden führt, schon seit längerem jenseits der Kreisgrenzen präsent. Dies hängt nach Angaben der Volksbank-Vorstände Sabine Mack und Christian Dietrich vor allem mit der engen wirtschaftlichen Verflechtung und den Pendlerbewegungen Richtung Landstuhl-Ramstein zusammen. Dort haben überdies viele Firmenkunden ihren Sitz. Zu den positiven Standortfaktoren rechnen Mack und Dietrich zudem die guten Verkehrsverbindungen. Gleichwohl verzeichnet die Volksbank, in deren Geschäftsgebiet rund 73.000 Menschen leben, die höchste Kundenreichweite in den Bereichen Glan-Münchweiler, Altenglan und Schönenberg-Kübelberg. Wie rasant die Digitalisierung das Bankgeschäft verändert, illustrieren die Vorstandsmitglieder anhand der Entwicklung im Online-Geschäft. Rund ein Drittel der tagesaktuellen Geschäfte wie Überweisungen erfolge bereits online – mit steigender Tendenz. „Junge Kunden sehen wir gar nicht mehr“, folgern die Bankmanager. In der Kundenberatung sei jedoch der „vis-à-vis“ Kontakt unverändert wichtig, Zur Marktstellung tragen auch bei die Förderung gemeinnütziger Initiativen und Vereine, die Auftragsvergabe an regionale Firmen und die Nachwuchsgewinnung aus der Region. Mit zwei Millionen Euro gehört das Finanzinstitut zu den bedeutenden Steuerzahlern. Ein Impuls für die Wirtschaftskraft im Landkreis könnte von einer engeren Vernetzung der Firmen untereinander ausgehen, argumentiert Dietrich, der im Juli in den Vorstand aufgestiegen ist. Über ein derartiges regionales Netzwerk ließen sich Fähigkeiten bündeln, aber auch Erfahrungen im Hinblick auf Auslandskontakte austauschen, empfiehlt der Bankmanager. |rac

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