Kusel Auch beim Feiern an die Regeln halten

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„Für die ist das ganz neu, die kennen das in ihren Herkunftsländern nicht“, sagt Martin Ziemer, Leiter der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge auf dem Windhof. Deswegen informiert die Polizei die Flüchtlinge, was Fasnacht ist – und was die Menschen an den närrischen Tagen erwartet. Die RHEINPFALZ war gestern Morgen dabei.

Sid Laribi ist bei der Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende (Afa) angestellt, spricht englisch, französisch, deutsch und arabisch. Gerade ist er dabei, die auf das Taschengeld Wartenden auf die Infoveranstaltung der Polizei aufmerksam zu machen, wenig später wird er als einer von zwei Übersetzern die Hinweise der Beamten auf Arabisch wiedergeben. Im großen Zelt neben der alten Turnhalle haben sich Polizeibeamte der Ermittlungsgruppe Migration versammelt, also Beamte, die dauerhaft auf dem Windhof eingesetzt sind. EG-Migration-Leiter Wolfgang Scheid: „Heute machen wir das zum zweiten Mal, morgen noch einmal. Jeweils mit dem Schwerpunkt auf Fasnacht.“ Solche Infoveranstaltungen oder Schulungen werde die Polizei künftig immer wieder abhalten, je nach Jahreszeit oder Anlass. Scheid: „Bereits vergangene Woche hatten wir eine Veranstaltung zu den Themen Rechte und Pflichten in Deutschland.“ Nach und nach kommen Männer ins Zelt, erst eine Handvoll. Als Polizist André Christmann seine Stimme erhebt, sind gut 40 Männer dort. Zunächst gibt’s ein paar einleitende Worte, die Laribi für seine Landsleute übersetzt. Ein anderer Dolmetscher wiederholt es auf Farsi – das die Menschen aus Afghanistan sprechen. In dem offiziellen, mehrsprachigen Flugblatt, an dem sich Christmann bei seinem Vortrag orientiert, ist unter anderem zu lesen: „Alle Menschen sind herzlich eingeladen mitzufeiern“ und „alle Menschen müssen sich an Regeln halten“. Unter anderem geht’s bei den Ausführungen um freizügige Verkleidungen, Alkohol und Gewalt. Während die Männer interessiert den Ausführungen lauschen, schildert Scheid: „Bei unserer ersten Veranstaltung zu dem Thema am Dienstagmorgen waren deutlich mehr Zuhörer hier. Das hat sich wohl schon herumgesprochen, das geht hier schnell.“ Und Afa-Leiter Ziemer ergänzt: „Wir haben ja zusätzlich Aushänge zu dem Thema Fasnacht an Treffpunkten.“ Nach gut 15 Minuten ist die Veranstaltung vorbei, offene Fragen sind geklärt. Für viele Flüchtlinge geht’s wieder zurück in die Warteschlange für die Taschengeld-Ausgabe. Auch einige Kilometer nordöstlich des Windhofs ist diese Woche Aufklärungsarbeit geleistet worden: In der Erstaufnahmeeinrichtung in Meisenheim hat die Lauterecker Polizeiinspektion über Fasnacht informiert. (bgi)

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