Kusel Asylsuchende könnten in Kaserne einziehen

KUSEL/SPEYER (tmü/ell). Ende des Jahres verlässt die Bundeswehr Kusel. In Speyer steht der Abschied Ende 2015 bevor. Was mit den Kasernen geschehen soll, ist unklar.
Das Land hat die Kuseler Unteroffizier-Krüger-Kaserne, für mehr als 1000 Soldaten ausgelegt, als mögliche Aufnahmestelle für Flüchtlinge ins Auge gefasst. Bei einem Besuch am Donnerstag machten sich Vertreter des Integrationsministeriums und der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Trier ein Bild davon, inwieweit die Voraussetzungen gegeben sind und wieviel Geld das Land investieren müsste, um das Gelände fit für die Aufnahme von Flüchtlingen zu machen. Laut Gabriele Scheid, zuständige Referatsleiterin bei der ADD, wird sich die Prüfung nun einige Zeit hinziehen, einen Zeitplan konnte sie noch nicht nennen. Fällt die Entscheidung auf Kusel, würde sich das Land die Nutzung der Liegenschaft für drei bis fünf Jahre sichern – von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), die das Gelände samt Gebäuden zum Jahresbeginn 2015 übernimmt. Zeit, die der kleinsten Kreisstadt Deutschlands durchaus zugute käme. Denn noch fehlen die Perspektiven, wie es mit dem Areal am Kuseler Stadtrand weitergehen könnte. Nachdem der Abzugstermin der Bundeswehr immer wieder verschoben worden war – weil es bei der Fertigstellung der neuen Heimat der vom Regiment zum Bataillon geschrumpften Kuseler Artillerie in Idar-Oberstein haperte –, steht seit rund einem halben Jahr fest, dass die Bundeswehr mit Ablauf des Jahres ihre Zelte in Kusel abbricht. Ebenfalls im Gespräch als Nachnutzer ist nach RHEINPFALZ-Informationen das US-Militär. Der in den vergangenen Jahren stark reduzierte Standort im 15 Kilometer entfernten Baumholder (Kreis Birkenfeld) soll möglicherweise wieder erweitert werden – und zwar deutlich. Die Kuseler Kaserne wäre eine Option, um dem erhöhten Platzbedarf gerecht zu werden. Unabhängig von den beiden Optionen suchen Bima und Kommune weiter nach privaten Investoren für das Konversionsgelände. In Speyer sollen – noch – keine Asylbewerber in die Kaserne einziehen. Obwohl auch in der Domstadt bereits darüber mit dem Kommandeur des Spezialpionierbataillons 464 gesprochen wird. Von ehemals 1200 Soldaten sind derzeit nur noch 550 in der Kurpfalzkaserne. Der Abbau hat begonnen. Zusammen mit dem 23 Hektar großen Kasernengelände im Norden der Stadt werden Ende 2015 noch 26 Hektar im Reffenthal direkt am Rhein sowie das 19 Hektar große Polygongelände im Süden frei. Seit Donnerstag beschäftigt sich die Stadt noch intensiver mit Überlegungen zur Anschlussnutzung. Der nach der Kommunalwahl im Mai erstmals einberufene „Konversionsausschuss“ hat Stufe eins des Masterplans „Konversion“ zur Kenntnis genommen. Erstellt hat die Situationsanalyse und Bestandsaufnahme das Kaiserslauterer Planungsbüro Firu im Auftrag von Bund, Land und Stadt. Ergebnis: Das verkehrstechnisch bestens erschlossene Kasernengelände bietet alle Möglichkeiten. So notwendig wie gewünscht sind Gebiete für – kostengünstiges – Wohnen und für Gewerbe. Speyer ist ein gefragter, teurer Wohnstandort in der Metropolregion. Das Reffenthal ist Übungsgelände für das THW und Trainingsgelände des Rudervereins, das Polygongelände wird bereits von Fahrschulen genutzt. Der Masterplan wird weiter ausgearbeitet. Die Stadt muss entscheiden, wie sie die Flächen tatsächlich nutzen will.