Kusel Anfangs am schönsten

Placeholder-Image

Ein sehr seltenes Jubiläum hat Ute Wagen am Dienstag gefeiert: Die 64-Jährige gehörte auf den Tag genau seit 50 Jahren dem Lauterecker Safthersteller „Niehoffs Vaihinger“ an.

Ute Wagen ist in Lohnweiler geboren. Nach Abschluss der Volksschule befolgte sie den Rat eines Bekannten ihres Vaters, sich doch bei „Springkämper und Co“ zu bewerben. Die 14-Jährige wurde prompt am 1. April 1964 als Lehrling zum „Industriekaufmann“, wie es damals noch hieß, eingestellt. Sie sei die erste Auszubildende überhaupt in dem von Hans Springkämper im Jahre 1958 gegründeten Unternehmen gewesen, erinnert sie sich. „Springkämper und Co“ produzierte Fruchtsäfte auch für die bekannten Marken „Hohes C“ und „Dr. Koch“. Ganz schüchtern sei sie damals gewesen, als sie ihre erste Arbeitsstelle angetreten hatte. „Springkämper und Co“ habe damals schon 70 Mitarbeiter beschäftigt. Dass sie einmal 50 Jahre lang dort arbeiten würde, daran sei damals überhaupt nicht zu denken gewesen. Ute Schlicher, wie sie damals noch hieß, legte die Wegstrecke von Lohnweiler zu ihrer Arbeit nach Lauterecken stets zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurück. Daran änderte sich auch nichts, als sie im Jahre 1971 mit ihrer Tochter nach Lauterecken zog. Denn: „Ich habe noch nie einen Führerschein besessen.“ An ihrem Arbeitsplatz hat sie viele Änderungen miterlebt. Das Gebäude, in dem sie einst arbeitete, wurde vor 15 Jahren abgerissen. Neue Techniken hielten Einzug. Magnetstreifenkarten, Lochstreifen und Flaschenpost sind für jüngere Kollegen heute längst Fremdwörter. „Trotz schneller Computer ist die Papiermenge immer größer geworden, sagt die Debitorenbuchhalterin. Auch verschiedene Betriebsübernahmen hat sie mitgemacht. Hieß die Firma in den ersten Jahren „Springkämper und Co“, folgte dann „Schloss Veldenz“, „Niehoffs Vaihinger“, dann „Tucano“ und schließlich wieder „Niehoffs Vaihinger“. Mit ihrem ersten Chef Hans Springkämper hat Ute Schlicher immer noch Kontakt. Hin und wieder schaue er mit seiner Ehefrau in dem Unternehmen vorbei und halte mit „der Großen“, wie er sie schon als junge Auszubildende nannte, ein kleines Schwätzchen. Die ersten Jahre seien die schönsten gewesen, erinnert sie sich. „Damals war die Hektik auf der Arbeit nicht so groß. Es hat mehr Zeit gegeben für kleine Feiern mit den Kollegen. Da ging es noch entspannter zu“, sagt sie. Im November geht sie in Rente und muss sich auf ein ganz anderes Leben einstellen. Schon seit Jahren ist sie Sportkeglerin beim Sportkegelclub Lauterecken. Für den Ruhestand „muss ich mir vielleicht ein weiteres Hobby zulegen“, sagt sie. (say)

x