Kusel Altenheim in Lauterecken: Trocknungsmaschinen laufen rund um die Uhr

Unter freiem Himmel: der Speisesaal.
Unter freiem Himmel: der Speisesaal.

Auch wenn es von außen betrachtet nach Stillstand aussieht. Im Innern des Pro-Seniore-Altenheims tut sich was. Zig Ventilatoren verrichten in den Stockwerken ihre Arbeit, um das Altenheim von innen wieder zu trocknen. Mit einem Wiedereinzug von Bewohnern ist nach derzeitigem Stand erst im Sommer 2019 zu rechnen. Ein Vor-Ort-Besuch.

Es waren die Löscharbeiten beim Brand am 6. Juni, die die Stockwerke teilweise unter Wasser setzten. Anschließend folgten zwei Unwetter, die dem lädierten Gebäude weiter zusetzten. Die wichtigste Aufgabe besteht zurzeit darin, die Feuchtigkeit aus dem Gebäude zu bekommen. Teilweise ist das schon gelungen. „Im ersten Obergeschoss sind die Feuchtigkeitswerte in Ordnung“, sagt Peter Müller, der Pressesprecher der Pro-Seniore-Gruppe. Strom und Wasser sind abgestellt. Mit einer separat eingerichteten Stromversorgung laufen im Gebäude seit Wochen Ventilatoren auf Hochtouren rund um die Uhr. Ein großes Gebläse pumpt von außen über großvolumige Schläuche warme Luft ins Haus, die über andere Leitungen wieder nach außen geführt wird. Im Keller herrscht ein Klima wie in einer Sauna.

Techniker überwacht Feuchtigkeitsgehalt

In die Böden sind Öffnungen gebohrt worden, in denen Trocknungsschläuche stecken. So wird dem Beton allmählich die Feuchtigkeit entzogen. „Bis es trocken ist, wird es noch einige Wochen dauern“, schätzt Peter Müller. Ein Techniker überwacht ständig den Feuchtigkeitsgehalt. Ganz unten, im Keller, dauert es am längsten, bis es wieder trocken ist, weil sich dort das meiste Wasser angesammelt hat. In der Grube des Aufzugs steht ebenfalls die Brühe. Inwieweit der Lift dadurch beschädigt ist? Man weiß es noch nicht. Am wenigsten in Mitleidenschaft gezogen ist der Trakt rechts des Haupteingangs. Die Brandmauer im Dachgeschoss hat ein Übergreifen der Flammen verhindert, sodass das Dach in diesem Bereich – im Gegensatz zum Rest des Gebäudes – weniger in Mitleidenschaft gezogen wurde. In den Stockwerken des beschädigten Teils sind Decken, Wände und Böden freigelegt, ist Estrich entfernt worden – in Spitzenzeiten waren im Gebäude mehr als 60 Arbeiter beschäftigt, die hinter dem Gebäude in Containern untergebracht waren, schildert Peter Müller.

Entwässerungssystem für die freiliegende Dachfläche

Nachdem der Dachstuhl entfernt war, wurde die gesamte Fläche mit Bitumenbahnen verschweißt. Deren Dichtigkeit wird fortlaufend kontrolliert, außerdem wurde ein gesondertes Entwässerungssystem für die freiliegende Dachfläche installiert. Nun wartet man bei Pro Seniore auf die Genehmigung der Statik, damit das Dach wieder aufgeschlagen werden kann. Wenn die Trocknungsphase in einigen Wochen beendet sein wird, hat der Einbau der Heizung Priorität, damit das Gebäude nicht auskühlt und die Sanierungsarbeiten über Winter fortgesetzt werden können. Das ursprüngliche Ziel, dass noch in diesem Jahr die ersten Bewohner wieder einziehen können, hat man aufgegeben. So schnell lässt sich der Millionen-Schaden nicht beheben. Peter Müller geht derzeit davon aus, dass es Sommer 2019 wird, bis das Haus wieder bewohnbar ist. Mittlerweile ist im weniger beschädigten Gebäudeteil ein Büro mit Besprechungsraum eingerichtet. Residenzleiterin Erika Zapp arbeitet seit wenigen Wochen dort und steht Angehörigen als Ansprechpartnerin zur Verfügung. Auch einen Monats-Stammtisch für Mitarbeiter gibt es seit Kurzem.

Wie die Arme eines Kraken verlaufen die Trocknungsleitungen in Keller und Erdgeschoss.
Wie die Arme eines Kraken verlaufen die Trocknungsleitungen in Keller und Erdgeschoss.
Über voluminöse Leitungen wird von außen warme Luft ins Gebäude geblasen.
Über voluminöse Leitungen wird von außen warme Luft ins Gebäude geblasen.
Die Brandmauer im Dachgeschoss verhinderte ein Übergreifen der Flammen.
Die Brandmauer im Dachgeschoss verhinderte ein Übergreifen der Flammen.
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