Kusel
ADAC-Rettungshubschrauber wohl ab 2. September in Eßweiler stationiert
Es sieht ganz danach aus, als würde ab Montag, 2. September, ein Rettungshubschrauber des ADAC auf dem Flugplatz in Eßweiler stehen – auch wenn das Ministerium noch nicht offiziell den Auftrag erteilt hat. Aber auch der Helikopter der Johanniter, in Sembach stationiert, wird eventuell noch bis 30. September im Einsatz sein. Es gibt ständig neue Entwicklungen.
Am Freitag vergangener Woche hatte das Ministerium des Inneren und für Sport mitgeteilt, dass wohl die ADAC Luftrettung den Zuschlag für den Rettungsbezirk Kaiserslautern bekomme, der die Kreise Kaiserslautern, Kusel und Donnersbergkreis sowie die Stadt Kaiserslautern umfasst. Damit waren die Johanniter, die bislang einen Hubschrauber in Sembach stehen haben, aus dem Rennen. Sie hatten angekündigt, ab dem 2. September nicht mehr zu fliegen, auch von einer Klage gegen die Entscheidung abgesehen.
Vieles deutet darauf hin, dass es schon am Montag in Eßweiler losgeht, auch wenn sich Rüdiger Neu, Regionalleiter des Flugbetriebs Süd-West der ADAC Luftrettung, noch bedeckt hält. Fakt ist aber, dass bei der Freiwilligen Feuerwehr und der Verbandsgemeine Lauterecken-Wolfstein nachgefragt wurde, ob die Feuerwehr in der kommenden Woche den Brandschutz in Eßweiler sicherstellen könne. Neu sagte auf Anfrage der RHEINPFALZ, für sie sei das Verfahren offen, es gebe noch keinen Auftrag vom Ministerium. Erst wenn dieser erfolgt sei, könne man starten. Aber man bereite sich vor, habe deswegen auch eine Absprache mit der Feuerwehr getroffen. Nach RHEINPFALZ-Informationen dauert es einige Tage, bis die ADAC-Luftrettung eigene Löscheinrichtungen auf dem kleinen Segelflugplatz installiert hat.
Johanniter warten ab
Am Donnerstag sagte Günther Lohre, Vorsitzender der Geschäftsführung der Johanniter Luftrettung, sie hätten bis zum 30. September eine Vereinbarung mit den Kostenträgern über den Hubschrauber in Sembach. Und da sie offiziell noch nicht erfahren hätten, dass der ADAC den Zuschlag bekommt, würden sie auch weiter fliegen. „Wir sind eine Hilfsorganisation und werden die Bevölkerung nicht im Stich lassen“, sagte Lohre der RHEINPFALZ. Am kommenden Montag werde es ein Gespräch mit AOK und Kostenträgern geben, in dem geklärt werde, wie es weitergeht. Lohre betonte auch, er halte sich an die vereinbarte Schweigepflicht-Erklärung.
Rettung und Transport
Andreas Hitzges, im Ministerium in Mainz Referatsleiter für Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz, erläutert, dass es sich bei den zwei Hubschraubern um unterschiedliche Dinge handele: Aufgrund eines Vertrags des Westpfalz-Klinikums mit der Johanniter Luftrettung sei der Hubschrauber für den Transport von Patienten zu den verschiedenen Standorten des Klinikums in Sembach stationiert worden. Zusätzlich habe er Rettungseinsätze geflogen – als Ergänzung des regulären Rettungsdienstes.
Beim jetzigen Verfahren hingegen gehe es um die offizielle Beauftragung eines Rettungshubschraubers für die Westpfalz. Und im Verfahren sei man zu dem Ergebnis gekommen, dass der ADAC das beste Angebot habe. Man habe den ADAC gebeten, bereits ab 2. September einen Hubschrauber zur Verfügung zu stellen. Für eine Übergangszeit von vier bis sechs Wochen fliege der täglich vom vorhandenen Hangar in Ludwigshafen nach Eßweiler, bis man dort eine sichere Unterstellmöglichkeit für den Helikopter gebaut habe. Die Versorgungsqualität werde dadurch nicht beeinträchtigt.
Hitzges erklärte, es handele sich um einen Intensiv-Transporthubschrauber mit modernster Ausstattung. Er werde weltweit eingesetzt und sei auch Nachtflug-tauglich. Geplant sei sogenannter Dual-Use-Betrieb: Primär solle der Hubschrauber Rettungsflüge durchführen, aber auch Verlegungsflüge von Patienten seien möglich, wenn es dafür einen Auftrag gebe – nicht nur zu den vier Standorten des Westpfalz-Klinikums, sondern auch zu anderen Krankenhäusern und Unikliniken.
Auch andere Notärzte
Der Referatsleiter im Innenministerium betonte, es gehe um eine optimale Versorgung der Menschen in der Westpfalz. In dem neuen Hubschrauber sollten nicht nur Notärzte vom Westpfalz-Klinikum, sondern auch aus Idar-Oberstein und der Uniklinik Homburg mitfliegen, die vom ADAC noch eigens geschult würden. Nach dem einjährigen Probebetrieb laufe die nächste Ausschreibung für eine Dauer von zehn Jahren.