Kusel Abwehr mit Bewegung und Obst stärken

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Herbstzeit ist Erkältungszeit. Ganz so einfach ist die Rechnung zwar nicht, aber es ist etwas Wahres dran. Der Lauterecker Allgemeinmediziner Gerhard Krennrich gibt Tipps, wie man den Herbst ohne Erkältung und Krankheitstage überstehen kann – und was zu tun ist, wenn man dennoch von einer Erkältung erwischt wird.

LAUTERECKEN. Auch wenn es in diesen Tagen noch recht mild ist, ist das Ansteckungsrisiko für Erkältungen dennoch hoch: „Das feuchte Wetter begünstigt, dass man krank wird“, erklärt Allgemeinmediziner Gerhard Krennrich. Bei trocken-kaltem Wetter würden deutlich weniger Menschen erkranken als bei feuchtem Wetter. „Es gibt vier wichtige Dinge, die man beachten muss, um gar nicht erst krank zu werden“, sagt Krennrich. Der Lauterecker Allgemeinmediziner rät – und im Gespräch bemerkt man, wie wichtig ihm dieser Punkt ist – zu regelmäßiger Händedesinfektion. „Die meisten Krankheitserreger erreichen uns über die Hände“, schildert Krennrich, „das ist der Hauptinfektionsweg.“ Dazu eigne sich ein Desinfektionsgel am besten: „Das unterstützt zusätzlich die Rückfettung der Haut.“ Von häufigem Händewaschen rät der Mediziner dagegen eher ab; das sei kontraproduktiv. Mit der Handdesinfektion einher müsse aber auch das regelmäßige Abwaschen von Türklinken, Tastaturen und Einkaufswagen gehen. Da solle man sich auch nicht davon abschrecken lassen, wenn andere Zeitgenossen den Vorgang kritisch beäugen: „Die Händehygiene ist zum Vermeiden von Erkältungen extrem wichtig, denn die Hand ist ein Keimträger.“ Mit Flächendesinfektionsmitteln könne man mit wenig Aufwand viel erreichen. Zweiter wichtiger Punkt beim Vorbeugen: die Raumhygiene. Zimmer sollten gerade im Herbst und Winter mehrmals täglich gut durchlüftet werden – auch wenn es draußen knackig kalt ist. „Ein starkes Immunsystem hilft natürlich auch“, sagt Krennrich und motiviert dazu, öfter an die frische Luft zu gehen: „Bewegung im Freien fördert das Immunsystem ungemein.“ Richtig angezogen könne man auch bei Wind oder Regen stramm Spazierengehen . Der vierte und letzte Punkt, um gegen Krankheitserreger möglichst gut gewappnet zu sein, ist für Krennrich eine gesunde Ernährung. „Der Körper braucht möglichst viele natürliche Vitamine. Nicht umsonst gibt es den englischen Spruch ,An apple a day keeps the doctor away’.“ (Ein Apfel am Tag erspart den Arzt.) Statt zu Vitaminpillen sollte man daher lieber zu Obst oder Salat greifen. Besonders gesund seien Äpfel, Orangen, Zitronen und Kiwis. „Wenn man merkt, dass man krank wird, ist aber auch mal eine Zinktablette erlaubt“, ergänzt Krennrich – das stärke die Abwehkräfte. Doch was tun, wenn die Nase schon läuft, der Hals kratzt? „Wenn die Nase läuft, muss man eigentlich nix machen“, sagt der Mediziner, „eher, wenn sie verstopft ist. Das könnte dann zur Gefahr für das Ohr oder die Nasennebenhöhlen werden.“ Krennrich rät zu frei verkäuflichen Nasensprays mit Meersalzlösung als erstem Schritt. Bei einem Kratzen im Hals helfe Salbei – etwa als Bonbons – und viel zu Trinken: „Schleimhäute sind Wassertiere und lieben die Feuchtigkeit.“ Anzeichen, dass man spätestens jetzt den Hausarzt aufsuchen soll, seien Fieber (Körpertemperaturen über 38,5 Grad), stärker werdende Hustenattacken oder zunehmende Glieder- und Kopfschmerzen. „In den meisten Fällen kommen die Patienten rechzeitig vorbei“, verrät Krennrich, „oft auch, weil sie berufsbedingt eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung brauchen.“ In Berufen an der frischen Luft oder mit viel Kontakt mit Menschen ergebe es Sinn, bei Krankheit die Arbeit einige Tage zu unterbrechen: „Wenn ein Dachdecker bei kalt-feuchtem Wetter weiterarbeitet, ist das seiner Genesung nicht gerade zuträglich. Und wer im Büro täglich Kontakt zu vielen Menschen hat, kann die dann ja möglicherweise anstecken.“ Einen weiteren wichtigen Hinweis hat Krennrich noch parat: „Auf keinen Fall in die Hand husten oder niesen!“ So verteile man die Keime prompt am Arbeitsplatz und unter Kollegen und Gesprächspartnern: „Lieber wegdrehen und in die Armbeuge husten.“ Wer bei Wind niese, könne selbst in gut 30 Meter Entfernung noch einen anderen Menschen anstecken. Leseraktion: Ob kratzender Hals, laufende Nase oder Gliederschmerzen – in vielen Familien gibt es Hausmittelchen dagegen. Die sind zwar schon oft einige Generationen alt – und schulmedizinisch vielleicht nicht immer nachvollziehbar –, doch was der Großmutter schon geholfen hat, kann für das Kind eigentlich nicht schlecht sein. Wir sind nun auf der Suche nach bewährten Hausmitteln gegen die lästigen Begleiterscheinungen der kalt-feuchten Jahreszeit. Was hilft bei Ihnen? Verraten Sie uns die Tipps Ihrer Familie gegen Schnupfen und Grippe in einer E-Mail an redkus@rheinpfalz.de oder auf unserer Facebook-Seite www.facebook.com/ rheinpfalzkusel. Auch via Fax, 06381 8718, oder per Brief sind wir zu erreichen: RHEINPFALZ Kusel, Bahnhofstraße 30, 66869 Kusel. (bgi)

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