Kusel 2019 soll Tourismus voranbringen
«SCHÖNENBERG-KÜBELBERG.» Ein neues Konzept fürs Breitenbacher Bergmannsbauernmuseum, zwei neue Wege im Begehbaren Geschichtsbuch und – nicht zuletzt – ein deutlicher Fingerzeig, ob die Verbandsgemeinde Oberes Glantal ein neues Rathaus bauen sollte: Bürgermeister Christoph Lothschütz erwartet ein spannendes Jahr. Zumal er sich derzeit Gedanken macht, wie sich Car-Sharing im Südkreis installieren lässt.
Der Start ins neue Jahr fällt für gewöhnlich leichter, wenn es mit guten Nachrichten losgeht: Die langwierige Suche nach einem neuen Pächter für Kiosk und Tretbootverleih am Ohmbachsee (DIE RHEINPFALZ berichtete) neigt sich wohl dem Ende entgegen. Lothschütz erwartet, dass „der Vertrag in den kommenden Wochen abgeschlossen wird“. Bis im Mai die Saison beginnt, müssten aber fünf Boote ersetzt sowie der Anleger ausgebessert werden, wie kürzlich eine Überprüfung gezeigt habe. In Sachen Tourismus wird sich noch einiges mehr im Jahr 2019 tun. Bis spätestens Ende Februar erwartet der Bürgermeister den endgültigen Zuschussbescheid des Landes für die Erweiterung des Begehbaren Geschichtsbuchs. Er rechnet „mit der Premiumförderung von 75 Prozent“ für das gut 300.000 Euro teure Projekt: Wie berichtet, wird das bislang drei Touren umfassende Geschichtsbuch um einen Bergmannsbauern-Weg und einen Weg Jüdische Kultur ergänzt, 2020 soll alles fertig werden. Wichtiger Bestandteil der beiden neuen Angebote sind das Jüdische Museum in Steinbach – wo am Weg eine große Menora, der siebenarmige Leuchter, aufgestellt werden soll – sowie das Bergmannsbauernmuseum. Auch fürs Breitenbacher Museum soll in den nächsten ein bis zwei Monaten ein Zuschussbescheid ins Rathaus flattern. Sobald der rheinland-pfälzische Museumsverband seine Zusage schriftlich fixiert hat, wird ein Experte damit beauftragt, ein neues Konzept für das Bergmannsbauernmuseum zu erstellen. Aber nicht nur auf Zuschüsse wartet Christoph Lothschütz, auch auf ganz wichtige Ergebnisse: Die Kommunalberatung Rheinland-Pfalz und ein Ingenieurbüro wollen bis spätestens Mitte des Jahres ihre Studien zur künftigen Rathausnutzung vorlegen. Drei Alternativen stehen im Raum: alle Verwaltungsstandorte erhalten und modernisieren, auf ein oder zwei Gebäude reduzieren oder ein neues, großes Rathaus bauen. Auf dem Dach des Werksgebäudes in Brücken wird in diesem Jahr für rund 100.000 Euro eine Fotovoltaikanlage entstehen. Beim Gespräch mit Rainer Grüner, Geschäftsführer der WVE (Wasser, Versorgung, Energie) GmbH Kaiserslautern, mit der die Verbandsgemeinde Oberes Glantal ihre Solar GmbH betreibt, geht es kommende Woche aber um weit mehr: Car-Sharing steht auf dem Plan. Die Idee: Vier bis sechs E-Autos könnten Einzug in den VG-Fuhrpark halten, die dann an Abenden und Wochenenden Bürgern und Touristen zur Verfügung stehen. Einen möglichen Stellplatz hat Lothschütz schon im Auge: Auf dem Schotterparkplatz hinter der Kreissparkasse in Schönenberg-Kübelberg könnten Anlagen errichtet werden, um die Fahrzeuge aufzuladen. Selbstverständlich müsse das alles noch ausgiebig mit dem VG-Rat besprochen werden – die Forderung nach Elektromobilität unterstütze der Rat aber bereits. Noch ist das Zukunftsmusik. Zwei weitere große Projekte allerdings werden in den kommenden Monaten in jedem Fall angegangen: Baubeginn für das neue Feuerwehrhaus in Börsborn könnte schon im Frühjahr sein, und für die geplante Renaturierung des Ohmbachs in Brücken finden demnächst letzte Planungsgespräche statt.