Kusel Überall 30 Mbit ab Ende 2020?

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Wenn alles perfekt läuft, könnte fast der komplette Landkreis bis Ende des Jahres 2020 eine Breitbandversorgung von mindestens 30 Mbit pro Sekunde haben. Dieses Zeitfenster hat Landrat Winfried Hirschberger gestern in Aussicht gestellt. Allerdings: Den gesamten Kreis mit Glasfaser zu verkabeln, um noch höhere Übertragungsgeschwindigkeiten zu ermöglichen, wird vorerst nicht möglich sein. Einer Studie zufolge, die der Kreis in Auftrag gegeben hat, würde das mindestens 80 Millionen Euro kosten – selbst mit Zuschüssen nicht finanzierbar.

Hirschberger

informierte gestern in Lauterecken den zahlenmäßig ziemlich geschrumpften Wirtschaftsbeirat über den Sachstand bei der Breitbandversorgung. Bund und Land wollen den Anschluss ans schnelle Internet in ländlichen Gebieten mit erheblichen Zuschüssen fördern. Allerdings muss der Zuschussantrag bis 28. Februar fertig sein. „Das setzt uns schon ganz schön unter Druck, aber wir werden das schaffen“, sagte Hirschberger. Das sei auch ohne Alternative, weil sich nicht sagen lasse, ob und wann der Bund erneut ein solches Förderprogramm auflege, bei dem er sich mit 50 Prozent an den Ausbaukosten beteiligt. Trotz dieser Förderung hält es der Landrat für völlig ausgeschlossen, dass der Kreis gleich den großen Wurf landet und überall Glasfaser verlegen lässt. Die prognostizierten Kosten von 80 Millionen Euro könnten auch abzüglich des Bundeszuschusses nicht von Kreis und Kommunen finanziert werden. Er mahnte aber alle Kommunen, vor allem deren Werke, schon jetzt bei Straßenarbeiten zumindest Leerrohre für ein späteres Glasfaser verlegen zu lassen. Der Kreis hat in Zusammenarbeit mit einem Fachbüro prüfen lassen, was es kostet, überall eine Versorgung aufzubauen, die mindestens 50 Mbit Geschwindigkeit ermöglichen würde. Auch hier landet man noch bei Kosten von mindestens 28 Millionen Euro. Wenn die Hälfte vom Bund und weitere fünf Millionen Euro vom Land kommen, bleiben immer noch 14 Millionen an den Kommunen hängen – ebenfalls zu viel für die klammen Gemeinden. Also soll es nun für jene Orte, bei denen derzeit keine durchschnittlich 30 MBit Übertragungsgeschwindigkeit ankommen, eine entsprechende Versorgung aufgebaut werden. Das wird voraussichtlich 18 Millionen Euro kosten. Abzüglich 50 Prozent Zuschuss vom Land sowie fünf Millionen Förderung vom Land müssten die Kommunen noch vier Millionen Euro aufwenden. Machbar, zumal der Kreis sich laut Hirschberger mit einem Drittel an den Kosten beteiligen würde. Von dem Förderprogramm profitieren würden nach derzeitiger Aufstellung 65 Kreisgemeinden. Gleiches gilt für bestehende Industriegebiete wie jene in Waldmohr und Konken, aber auch für das künftige Gewerbegebiet bei Schellweiler. In einigen Ortslagen allerdings wird es aufgrund fehlender Wirtschaftlichkeit schwierig bis unmöglich, auch hier die 30 Mbit-Versorgung bereitzustellen. Hirschberger geht davon aus, dass bei optimalem Verlauf noch 2017 die Arbeit beginnen und das Projekt binnen drei Jahren abgeschlossen sein könnte. Zuvor hatte der Wirtschaftsbeirat das Werk von Niehoffs Vaihinger besichtigt und einen Vortrag von Tim Wiedemann gehört. Wiedemann ist Mitarbeiter beim Bund der Selbstständigen und fungiert als Willkommenslotse – ein vom Bund auf drei Jahre gefördertes Programm. In dieser Eigenschaft soll er helfen, Flüchtlinge in Ausbildung und Arbeit zu vermitteln. Er informierte über die Rahmenbedingungen und bot sich sowohl öffentlichen Einrichtungen als auch Firmen als Ansprechpartner und Helfer an. |wop

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