Kusel Ärger über ein „Angebötchen“
Die Industriegewerkschaft Metall hatte für gestern zum Warnstreik bei der Firma Karl Otto Braun in Wolfstein aufgerufen. In der Nachtschicht, der Frühschicht und der Tagschicht legte die Belegschaft für insgesamt drei Stunden die Arbeit nieder.
Laut der Betriebsratsvorsitzenden Christine Geppert haben sich 350 Mitarbeiter an dem Warnstreik beteiligt. Dies sei etwa die Hälfte der gesamten Belegschaft und entspreche 85 Prozent der Produktion. Zurzeit läuft im Tarifstreit die dritte Runde in Bielefeld. Wie der erste Bevollmächtigte der IG Metall Kaiserslautern, Bernd Löffler, berichtete, fordert die Gewerkschaft für alle Beschäftigten und Auszubildenden in der westdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie eine Erhöhung der Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen um 5,5 Prozent, eine Arbeitsteilzeit zu verbesserten Bedingungen und Gespräche über die Umwandlung von Geld in Zeit. Bei der zweiten Tarifverhandlung hätten die Arbeitgeber nur ein „Angebötchen“ mit zwei Erhöhungen von jeweils 1,7 Prozent für insgesamt 28 Monate gemacht. Dies sei nicht hinnehmbar und als „Schmierentheater“ zu bezeichnen. In der Textil- und Bekleidungsindustrie gebe es einen Arbeitskräftemangel, da die Bezahlung weit hinter anderen Bereichen liege, sagte Löffler der RHEINPFALZ.