Kreis Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Zweibrücken/Ramstein: Staatsanwältin muss in Drogenprozess als Zeugin aussagen

Der Urteilsspruch des Landgerichts Zweibrücken gegen drei junge Männer wegen Drogenhandels in Ramstein-Miesenbach wurde verschob
Der Urteilsspruch des Landgerichts Zweibrücken gegen drei junge Männer wegen Drogenhandels in Ramstein-Miesenbach wurde verschoben. Foto: picture alliance / dpa

Am Montagnachmittag sollte vor dem Landgericht Zweibrücken das Urteil gegen drei junge Männer wegen unerlaubten Handels mit Amphetamin gesprochen werden. Nun muss aber die Staatsanwältin in den Zeugenstand.

Die Plädoyer wurden bereits vorige Woche gehalten. Die 21, 23 und 25 Jahre alten Angeklagten sollen nach dem Willen des Staatsanwaltes zwischen dreieinhalb und sechs Jahre hinter Gitter. Das Trio war am 15. April mit zehn Kilogramm Amphetamin im Koffer bei der – mit dem Abnehmer vereinbarten Übergabe in Ramstein-Miesenbach – den Ermittlern in die Falle getappt und verhaftet worden. Was sie nicht wussten: Sie sind einer Vertrauensperson der Polizei in die Fänge gegangen.

Zehn Kilo Amphetamin im Koffer

Daneben wurde den beiden Jüngeren noch weiterer unerlaubter Handel mit Ecstasy-Tabletten vorgeworfen. Der 23-jährige aus Koblenz soll seinen 21-jährigen Bekannten aus Homburg, der neben ihm auf der Anklagebank sitzt, mit insgesamt 650 Ecstasy-Tabletten versorgt haben. Der 23-Jährige soll außerdem in Koblenz einer Minderjährigen Drogen verkauft haben.

Verteidiger Michael Rehberger monierte im Prozess, dass diese Vorwürfe nicht als Beweismittel im Prozess gegen seine Mandanten verwertet werden dürfen. Die Vorwürfe seien aus den Nachrichten auf einem sichergestellten Handy der beiden Angeklagten von den Ermittlern herausgelesen worden. Sie seien als Zufallsfunde zum Beweis gegen seinen Mandanten, den 23-jährigen Koblenzer, verwertet worden, was nicht zulässig sei, wiederholte Rehberger in seinem Plädoyer. Um zu klären, wie die Anklage an die Beweise kam, soll die damals ermittelnde Staatsanwältin in den Zeugenstand.

Der Prozess gegen die drei jungen Männer wird nun am 25. November fortgesetzt.

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