Kreis Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Zwei Luchse tappen in die Fotofallen

Luchse fühlen sich im Pfälzerwald offensichtlich wohl. Im Kreis Kaiserslautern wurden beim vergangenen Fotofallenmonitoring alle
Luchse fühlen sich im Pfälzerwald offensichtlich wohl. Im Kreis Kaiserslautern wurden beim vergangenen Fotofallenmonitoring allerdings nur zwei fotografiert.

Bei einem Fotofallenmonitoring über Winter 2020 bis zum Frühjahr 2021 gelangen 111 Schnappschüsse von Luchsen im Pfälzerwald. Im Landkreis Kaiserslautern war das Weibchen Mala in die Fotofalle der Forschungsanstalt für Waldökologie in Trippstadt getappt. Neben Mala hatte auch ein männliches Tier den Landkreis durchstreift.

Beim Männchen handelt es sich um einen Luchs, der im Pfälzerwald geboren wurde und deshalb keine Daten sendet. Auch einen Namen hat das Tier nicht. LL 0333 M wird er von den Experten des Luchsmonitorings genannt. Der Beweis, dass es in diesem Jahr Nachwuchs bei den Luchsen im Kreis Kaiserslautern gab, konnte mit dem Monitoring zwar nicht erbracht werden, aber ausgeschlossen sei die Reproduktion trotzdem nicht, heißt es in einer Pressemitteilung der Forschungsanstalt für Waldökologie.

Obwohl im Westrich keine Fotofallen der Forschungsanstalt hingen, gelangen im vergangenen Jahr auch in dieser Region einige Nachweise über das Luchsvorkommen. Vereinzelt gerieten die Vierbeiner vor Wildkameras, mit denen Jäger ihre Kirrung überwachen. Die Fotoqualität sei jedoch zu schlecht gewesen, um zu bestimmen, um welche Tiere es sich handelt. Dass sich der Luchs heimlich in den Wäldern des Westrichs bewegt, bewiesen auch Rissfunde.

Identifizierung anhand individueller Zeichnung

In einem ausgesuchten Referenzgebiet waren bereits im Dezember 2019 die ersten Fotofallen bis April 2020 aufgestellt worden. Dabei konnten elf selbstständige Luchse und fünf Jungtiere im gesamten Pfälzerwald nachgewiesen werden. Von Dezember 2020 bis April 2021 wurden im gleichen Gebiet Fotofallen aufgestellt. In diesem Jahr konnten neun selbstständige Luchse und zwei Jungtiere anhand ihrer individuellen Zeichnung identifiziert werden. Die Kameras sind immer so angebracht, dass die Karnivoren von zwei Seiten aus abgelichtet werden. Jedes der Tiere hat eine einzigartige Zeichnung, mit der es sich von den anderen unterscheidet. So können die Experten der Forschungsanstalt die Individuen identifizieren. Maximal zwei Tiere, schätzt das Forschungszentrum für Waldökologie, könnten bei dem Monitoring übersehen werden.

Seit 2017 immer Nachwuchs

Wie im vergangenen Jahr wurden keine Luchse dauerhaft im südöstlichen Teil des Pfälzerwaldes nachgewiesen, obwohl auch dieses Gebiet gut mit Fotofallen ausgestattet war. Seit 2017 hat es immer Luchsnachwuchs gegeben. Fünf der Tiere sind nachweislich gestorben. Dass die Population und die Besatzdichte im Pfälzerwald trotzdem nicht angestiegen sind, erklären die Luchsexperten mit dem Abwandern der Luchse. Es wurde nämlich festgestellt, dass einige der Großkatzen in die Nordvogesen abgewandert sind. Auch am Donnersberg und im Westrich streifen die Luchse umher. Deshalb zieht die Forschungsanstalt zum Ende des Monitorings die Bilanz, dass deutlich mehr Luchse in und um den Pfälzerwald leben, als im Referenzgebiet nachgewiesen wurden. In Zukunft wird das neu gegründete Koordinationszentrum Luchs und Wolf Rheinland-Pfalz (KluWo) die Luchspopulation im Südwesten von Deutschland im Auge behalten.

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