Kreis Kaiserslautern Zur Monatsmitte wird es noch winterlicher
Der Dezember 2016 bescherte uns so wenig Niederschlag wie noch nie seit Aufzeichnungsbeginn. Es gab bei normalen Temperaturen reichlich Wolken und Nebel, zwischendurch aber auch Sonne. Das neue Jahr startet winterlich.
Bis zum 21. Dezember gab es außer Nebelnässen oder leichtem Nieseln keinen Niederschlag. Zu Monatsbeginn strahlte sogar für längere Zeit die Sonne. Schon bald allerdings tauchte die Westpfalz wieder in ein tristes Einheitsgrau. Vor allem über der Sickinger Höhe herrschte dichter Nebel. In der Woche vor Weihnachten streiften uns atlantische Störungsfronten. Bei auffrischendem Südwestwind wurde der Nebel durch Wolken mit zeitweise leichtem Regen abgelöst. Die Temperaturen waren mit sechs bis neun Grad während der Festtage alles andere als winterlich. Nach Weihnachten sorgte ein kräftiges Hoch von über 1044 Hektopascal für einen ruhigen, teils sonnigen, teils neblig-trüben Jahresausklang. Die Luft konnte wieder auf frostige Werte abkühlen. Letztendlich fielen die Temperaturen im Dezember normal aus. Das Mittel der Lufttemperatur lag mit 1,5 Grad um 0,2 unter dem Mittelwert. „Frosttage“ mit einer Tiefsttemperatur unter null Grad zählte man an der Wetterstation Lambsborn beachtliche 22. „Eistage“ (Höchsttemperatur unter null Grad) gab es immerhin vier. „Bodenfrosttage“ (Tiefsttemperatur in fünf Zentimetern über dem Erdboden unter 0,0 Grad) gab es 22. Der tiefste Wert mit frostigen minus 6,7 Grad wurde am 31. Dezember gemessen, der höchste mit 11,1 Grad am 14. Die Niederschlagsmenge lag in Lambsborn bei spärlichen 11,4 Litern pro Quadratmeter. Das entspricht nur 11,0 Prozent des langjährigen Monatsmittels. Damit war dies der niederschlagsärmste Dezember seit Beginn der Aufzeichnungen. Auch in anderen Orten war es viel zu trocken: In Martinshöhe fielen in diesem Monat 6,4 Liter pro Quadratmeter. In Landstuhl waren es 10 Liter pro Quadratmeter, in Trippstadt 10,8, in Morlautern 5,2 Liter. Die Sonnenscheindauer erreichte dank der letzten Tage noch 62 Stunden. Das entspricht 145,5 Prozent des langjährigen Mittels. Und wie wird’s 2017? Am gestrigen Montag überquerte uns von Norden her eine Kaltfront. Dabei traten auch Niederschläge auf, die bis in tiefere Lagen herab als Schnee fielen. Jetzt setzt sich von den Britischen Inseln Hochdruckeinfluss durch. Die Sonne kann also wieder scheinen. Am morgigen Mittwoch ziehen von Norden neue Wolken mit etwas Schnee oder Schneeregen durch. In der zweiten Wochenhälfte dürfte sich zunächst wieder ein kräftigeres Hoch aufbauen. Teilweise scheint dann die Sonne, teilweise gibt es aber auch zähen Nebel oder Hochnebel. Die Temperaturen sind ganz klar winterlich. Nachts gibt es verbreitet Fröste unter minus fünf Grad, tagsüber könnte sich die Luft mit sonniger Unterstützung auf knapp über den Gefrierpunkt erwärmen. Im Nebel bleibt es feucht und kalt. Am kommenden Wochenende erreichen uns wieder einige Störungen mit Schnee und Regen. Anschließend wird es milder. Zur Monatsmitte dann könnte der Winter mit Kälte und Schnee richtig spürbar zuschlagen. Unter Umständen scheint sich dann eine längerfristige hochwinterliche Witterungslage mit Dauerfrösten anzubahnen. Möglicherweise fallen die Temperaturen bei nächtlichem Sternenhimmel über einer Schneedecke unter minus zehn Grad. Bei Sonnenschein wird es auch tagsüber kaum wärmer als minus fünf bis null Grad. Wenn dabei noch der Nordost- bis Ostwind auffrischt, wird einem die Luft noch wesentlich kälter vorkommen. Erst im Schlussabschnitt des Monats wird dieser Eispanzer (sofern sich diese Simulation bestätigt) von näher rückenden atlantischen Tiefdruckgebieten langsam wieder aufgebrochen. Dies geschieht aber dann wieder in Verbindung mit neuen Schneefällen oder sogar mit Eisregen. Verkehrschaos und Rutschpartien wären also bei aller Freude über winterliche Schneepracht vorprogrammiert. Sollte es wirklich zu einer solchen Wetterentwicklung kommen, werden sich auch für den weiteren Verlauf des Winters immer wieder neue Kälterückfälle einstellen, wenn sich hinter einer Störungsfront eine Beruhigungsphase einstellt. Die schwere Kaltluft, die sich oft in tieferen Schichten der Atmosphäre hält, lässt sich normalerweise nicht so einfach vertreiben, wenn sie sich mal festgesetzt hat. Um Linderung zu bringen, müsste vom Atlantik heranströmende Warmluft also aufgleiten und sich sozusagen wie eine Art Deckel auf die kalte Luftschicht legen. Ist diese wärmere Luftmasse mit genügend Feuchtigkeit angereichert, entstehen neue Niederschläge, die in Form von Schnee oder gefrierendem Regen niedergehen. Ob sich die mildere Luft zum Monatsende dann endgültig durchzusetzen vermag, bleibt zum momentanen Zeitpunkt offen. Letztendlich wird der Januar wohl eher zu kalt ausfallen. Die Sonnenscheindauer sollte den langjährigen Mittelwert erreichen oder überschreiten. Mögliche Tendenz für den Folgemonat: Im Februar wechseln sich spätwinterlich kalte mit vorfrühlingshaft milden Abschnitten ab.