Eulenbis
Zimmer frei: Hotel und Landgasthaus Pfeifertal
Ein Mühlrad der 1685 erstmals erwähnten Pfeifermühle gibt es hier nicht mehr. Der letzte Müller, Johannes Gehm, hat 1910 den Betrieb eingestellt. Dafür eröffnete das „Hännesje“ 1926 erstmals ein Gasthaus auf dem Anwesen. Der Startschuss zur Ausflugsgastronomie war gefallen. Heute betreibt das Ehepaar Fischer das Hotel & Landgasthaus Pfeifertal. Sabine Fischer, geborene Ziebuhr, ist somit in die Fußstapfen ihrer Eltern getreten, denn Familie Ziebuhr führte bereits ab 1985 das Restaurant und errichtete 1996 zusätzlich das Hotel.
Gutbürgerliches Essen
Die gelernte Küchenmeisterin kam nach ihrer Ausbildung und einer letzten Station im Deidesheimer Hof zurück in den elterlichen Betrieb. Als sie 2002 ihren Mann Frank in der Tanzschule Metzger in Kaiserslautern kennenlernte, war auch dessen Schicksal besiegelt. Nach Beendigung seines Architektur-Studiums arbeitete er bis 2007 in einem Architekturbüro in Hochdorf-Assenheim, dann übernahm er mit seiner Frau zuerst das Hotel. 2012 wurden sie auch alleinige Betreiber des Restaurants.
„Außer Kochen mache ich alles: von ,Grumbeere’ schälen bis Hausmeisterdienste und Umbaumaßnahmen“, erzählt Frank Fischer, der in seinem neuen Beruf sichtlich aufgeht. Für den Rest sind seine Frau und das Personal zuständig. Die 45-Jährige führt Regie in der Küche und sorgt zusammen mit einer Köchin und zwei weiteren Damen mit gutbürgerlichem Essen für das leibliche Wohl der Gäste. „Frisches, saisonales und regionales Kochen, das ist das Herzblut meiner Frau“, erklärt Fischer stellvertretend für die Köchin, die gerade bei der Industrie und Handelskammer (IHK) im Prüfungsausschuss Kochprüfungen abnimmt.
Reservierung empfohlen
Bei so viel Handwerk könne es auch mal etwas länger dauern, bis das Essen beim Gast ist. Die vielen Stammkunden wüssten das aber zu schätzen. Großer Beliebtheit erfreuten sich die Salatteller, die Spinatknödel im Salatkranz und das traditionelle Mühlenpfännchen mit Hühnchen. Gerne biete man auch mal etwas Besonderes an wie die asiatische Spezialität „Karaage“ – ein frittiertes Hähnchen mit Teriyaki Sauce, Lauch und Bratreis. Vegetarische und vegane Gerichte haben auch ihren Platz auf der Karte. „Weniger ist mehr. Man muss nicht jeden Tag Steak essen. Nachhaltigkeit und Umweltschutz geht nur über Verzicht“, erläutert der Wirt die Küchenphilosophie.
In fünf verschiedenen Bereichen kann der Gast dinieren, wobei vorherige Reservierung empfohlen wird. Der geräumige Wintergarten, über den man auch das Gasthaus betritt, bietet 35 Plätze. Laut Fischer hätte er diesen dreimal so groß bauen können, so beliebt sei er. Direkt daneben liegt das Kaminzimmer mit 18 Plätzen. Im Thekenbereich befinden sich zwei Gesellschaftstische mit 14 Plätzen. Daran angegliedert ist die 18 Gäste fassende Mühlenstube, die Ende 2020 renoviert und coronakonform mit einer Lüftungsanlage ausgestattet wurde. Für separate Feiern mit bis zu 40 Personen können Gäste den kleinen Saal nebenan buchen. Alle Räumlichkeiten präsentieren sich hell und zeitlos modern. Die Kombination aus Polsterbänken und -stühlen in anthrazit, dunkelblau, hell- und moccabraun mit weißen Wänden und einigen wenigen Deko-Objekten strahlt eine gewisse Unaufgeregtheit und Ruhe aus. Dazu trägt auch der Blick ins Grüne bei, den man fast von jedem Platz im Restaurant aus genießen kann.
Fahrradwege, Teufelstour und Mühlenrundwanderung
Auf so großem Raum zu bedienen, bedeutet für die fünf Servicekräfte viel Arbeit – zumal der Außenbereich mit zwei Terrassen und weiteren 56 Plätzen dazu kommt. Durch einen Holzzaun eingegrenzt – mit vielen Pflanzkübeln und einem großen Kastanienbaum – sitzen die Gäste inmitten scheinbar unberührter Natur. Für Kinder gibt es einen kleinen Spielplatz mit Rutsche und hölzerner Pferdekutsche. Eine dichte Hecke schirmt diesen zur Straße hin ab. Vom Wintergarten aus können Eltern ihre Kinder im Auge behalten.
Gerade an Wochenenden zieht die Pfeifermühle Wanderer und Radfahrer an. Ausgedehnte Fahrradwege, Teufelstour und Mühlenrundwanderung erwarten die Besucher unter anderem. Wer länger bleiben möchte, übernachtet im Hotel der Familie Fischer. Das dreigeschossige Haus mit ländlichem Charakter und dunkelbraunen Holzbalkonen befindet sich gegenüber dem Restaurant. Von 2016 bis 2018 wurden die 13 Doppel- und neun Einzelzimmer renoviert. Zwei sind barrierefrei. Ausgestattet mit TV, Dusche/WC, Fön, Telefon, Teppichboden und Balkon beziehungsweise Terrasse versprühen die Zimmer mit ihren Möbeln aus Tannenholz eine gemütliche Atmosphäre. Zimmer und Nasszellen sind sehr geräumig. Zwei festangestellte Mitarbeiter sorgen für Ordnung und Sauberkeit. Im lichtdurchfluteten Frühstücksraum in Gelbtönen kann der Tag beginnen.
Eindrücke aus der Westpfalz mitnehmen
Um das Frühstück kümmert sich der Chef persönlich. Seinen Gästen empfiehlt der 50-Jährige gerne Touren, Sehenswürdigkeiten und Veranstaltungen im Umkreis, damit diese möglichst viele Eindrücke aus der Westpfalz mitnehmen können. Der Architekt in ihm kommt immer wieder zum Vorschein – sei es, weil er energetisch etwas verbessern will oder weil er neue Ideen fürs Ambiente hat. Kann das Ehepaar Fischer seine Gastronomie irgendwann an die nächste Generation weitergeben? Die Söhne Max (16) und Leo (12) helfen gerne im Betrieb mit. Max möchte Polizist werden, Leo kocht sehr gerne. „Es wäre schön, wenn der Betrieb in der Familie bleibt, aber es ist auch völlig okay, wenn beide etwas anderes machen wollen“, erklärt Frank Fischer.