Kreis Kaiserslautern Wolfstein bringt Wachstum
Das hat sich gelohnt für die Volksbank Lauterecken: Vor allem die Übernahme der Wolfsteiner Filiale von den Kaiserslauterer Genossen vor gut einem Jahr bescherte den Lautereckern 2018 ein deutliches Wachstum bei Bilanzsumme, Kundeneinlagen und Kreditvolumen. Allerdings belastet die unerwartet teure Sanierung des Filialgebäudes in Otterbach das Ergebnis, das schlechter ausfällt als 2017. An einer unveränderten Dividende von 6,5 Prozent für die Volksbank-Mitglieder soll das aber nicht kratzen.
Die vorläufigen Zahlen sind brandaktuell. Erst am Vorabend habe man die letzten Buchungen vorgenommen, am Vormittag noch die Plausibilität geprüft, präsentierten Joachim Wagner und Tim Blumenberg gestern die Eckdaten ihres Instituts, an dessen Spitze seit Jahrzehnten erstmals nicht mehr Klaus Gerber steht. Der langjährige Vorstand war Mitte vergangenen Jahres in Ruhestand gegangen. Gerber hatte wesentlich an dem Coup mitgewirkt, der den Lauterecker Genossen nun deutlich gewachsene Zahlen ermöglicht hat: an der Übernahme der Wolfsteiner Filiale von der Volksbank Kaiserslautern im November 2017. Die Lauterer befinden sich seit geraumer Zeit im (Fast-) Komplettrückzug aus der Fläche. Gerber und Wagner hatten die Gelegenheit genutzt und sich in Verhandlungen mit den Kollegen den Zugriff auf die Wolfsteiner Filiale gesichert, die ansonsten aufgegeben worden wäre. Einige hundert Kunden seien so neu zur Volksbank Lauterecken gekommen, sagt Wagner. Sein Kollege Blumenberg ergänzt: Es seien Neukunden, die mit ihren gesamten Konten bis hin zu den Wertpapier-Depots nunmehr in den Büchern der Lauterecker stehen, „nicht nur mit einem Sparbuch von zehn Euro“. Dass dies nicht ohne große Umstände vonstatten gegangen ist, räumen die beiden Vorstandsmitglieder ein. „Wir haben Mann und Maus reingesteckt, damit die Kunden schnell und unkompliziert wechseln konnten“. Inzwischen sei der große Ansturm bewältigt. Doch immer noch kämen bisherige Kunden der Volksbank Kaiserslautern aus dem Bereich der alten Verbandsgemeinde Wolfstein, um ihre Finanzen bei den Lautereckern managen zu lassen. Eine Servicekraft und ein Berater seien die halbe Woche über in Wolfstein ansprechbar; die andere Hälfte sitzen sie in Olsbrücken. Dafür ist die Filiale in Kreimbach-Kaulbach dicht. Auch der Geldautomat war, nach Abzug des Personals, kaum mehr genutzt worden, ist seit einigen Monaten abgebaut. Geschlossen hat die Volksbank Lauterecken auch ihre Dependance in Odenbach, die zuletzt drei Stunden wöchentlich geöffnet war. „Aber es kam überhaupt niemand mehr, also ergab das betriebswirtschaftlich keinen Sinn mehr“, sagt Wagner. Dieses Schicksal bleibt der Zweigstelle in St. Julian einstweilen erspart, die schon seit einigen Jahren auch nur drei Stunden pro Woche geöffnet ist. Betrieben wird sie vom früheren Mitarbeiter, der auf 450-Euro-Basis dort die Öffnung gewährleistet. Und: Dort sei nach wie vor Betrieb während der Öffnungszeiten. „Solange dort noch jemand hingeht, wollen wir auch geöffnet lassen“, betonen die beiden Vorstandsmitglieder. Allerdings schlägt sich das Wachstum insgesamt, nicht nur das Wolfstein-bedingte – in Lauterecken sind die Geschäfte stabil, während es im Raum Otterbach boomt – nicht im Geschäftsergebnis nieder. Wesentlicher Grund: Im vergangenen Jahr hat die Volksbank jenes Gebäude in Otterbach saniert, in dem sich neben der eigenen Filiale auch zwei Mietwohnungen befinden. Wagner: „Es ist ein sehr altes Gebäude, und wenn man da erst einmal angefangen hat...“ Die Folge: Die deutlich günstiger kalkulierte Sanierung wurde rund 250.000 Euro teuer, die als Unterhaltsmaßnahme sofort voll in die Jahresrechnung einfließt. Dafür haben die Genossen nun aber auch ein Gebäude in der Aufstellung ihrer Wertanlagen, das in den nächsten Jahren den Gewinn nicht mehr belasten wird. Schlusswort zum Sondereffekt Wolfstein: Am deutlichsten spürt die Volksbank Lauterecken diese bei der Zahl jener Kunden, die sich mit Genossenschaftsanteilen an ihr beteiligen. Die stieg im vergangenen Jahr um 41 auf 2855. Allerdings ist das nur die halbe Wahrheit. Denn es müssen ja auch immer wieder Abgänge kompensiert werden. In der Summe sind 120 Mitglieder neu hinzu gekommen. Die dürfen sich darauf freuen, dass erneut 6,5 Prozent Dividende ausgeschüttet werden – trotz leicht zurückgegangenen Gewinns.