Kreis Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Wochenendkolumne: Von Einheitsgrau und bunten Tupfern

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Sie kommen eher grau denn grün daher. Wirken schon irgendwie modern, puristisch, praktisch und ziemlich aufgeräumt – zumindest bis die ersten Halme vermeintlichen Unkrauts dann doch zwischen den Steinen hervorsprießen. Schottergärten sind aber nicht nur eine Frage des Geschmacks.

Vielmehr werden sie mit Blick auf Ökologie und Klimawandel mittlerweile kritisch diskutiert. Helfen sie doch offensichtlich nicht gerade dabei, die Erwärmung dicht bebauter Gebiete in immer heißeren Sommern zu reduzieren. Das Regenwasser kann unter Umständen nicht versickern. Kaum ein Insekt verirrt sich dorthin, weil Biene und Co. schlicht keine Nahrung finden.

In vielen Gemeinden sind Schottergärten deswegen Thema, jetzt auch in Enkenbach-Alsenborn. Dort sprachen sich die Grünen für ein Verbot aus, das in eine Gestaltungssatzung aufgenommen werden sollte. Nun ist erst einmal anvisiert, die Bürger besser darüber aufzuklären und zu informieren. Das ist zwar durchaus ein guter Ansatz. Womöglich bringt es ja den einen oder anderen Hausherrn zum Umdenken. Zu überzeugen, ist immer die bessere Alternative. Fraglich ist allerdings, ob dies ausreicht, wenn man in den Vorgärten im Ort tatsächlich etwas verändern will. Oftmals braucht es leider eher einen festen Rahmen und Vorgaben, damit sich etwas tut.

Das Argument, dass dies einen zu starken Eingriff in die Gestaltungsfreiheit der Grundstückseigentümer bedeuten würde, greift dabei nicht zu hundert Prozent. Denn wenn Häuslebauer in Neubaugebieten sogar Aspekte wie die Farbe des Daches diktiert bekommen, ist das wohl kaum weniger einschränkend.

Es grünt nicht mehr so grün

Fehlendes Grün war in dieser Woche auch Thema in Rodenbach. In ganz anderer Form allerdings. Auf der Bachbahntrasse, wo ein Radweg entsteht, standen Pflegemaßnahmen an. Ein Gleisbagger war am Werk. Der Rückschnitt fiel den Anwohnern der Bahnhofstraße, die gegen den geplanten Verlauf des Radwegs auf den Gleisen entlang ihrer Straße und des Hühnerbuschs mobil machen, und auch dem Naturschutzbund allzu gründlich aus. Die Arbeiten waren wie Wasser auf die Mühle der Rodenbacher, die ja bei ihrem Anliegen gerade auch den Schutz von Flora und Fauna anführen und hinter ihren Grundstücken auf der ehemaligen Bahntrasse eben gerade keinen Kahlschlag wollen. Das hat nun bei ihnen mit Sicherheit nicht gerade für Vertrauen in die künftigen Pläne gesorgt.

Die Belange des Naturschutzes sind ohne Frage wichtig, im weiteren Verfahren rund um den Radweg sollen sie deswegen Berücksichtigung finden. Verständlich ist auch, dass viele Bewohner der Bahnhofstraße in Sachen Radweg für eine Ausweichroute votieren. Allerdings muss man klar feststellen: In seinem jetzigen Zustand ist dieser Feldweg kaum eine Alternative. Und natürlich ist für Pendler, die den Weg in die Stadt auf zwei Rädern antreten wollen, die kürzeste und am wenigsten steile Strecke die attraktivste: eben die auf der einstigen Bachbahntrasse. Jeder weiß auch: Je mehr Menschen aufs Rad umsteigen, desto besser ist es gleichzeitig für das Klima und damit für die Natur.

Buntes Allerlei

Für etwas Buntheit im tristen Februargrau sorgen derweil die Wahlplakate in den Straßen. Gefühlt sind sie fast die einzigen sichtbaren Anzeichen dafür, dass in einem guten Monat Landtagswahlen stattfinden – einmal abgesehen von der ein oder anderen Broschüre, die schon im Briefkasten gelandet ist. Ganz klar: Corona hat auch den Wahlkampf verändert. Man stößt in diesen Zeiten eben nicht einfach mal auf Kandidaten an Infoständen oder bei sonstigen Veranstaltungen. Geht ja alles nicht. Die Politiker versuchen also in verstärktem Maße, per Internet von sich zu überzeugen. Aber da muss der Wähler dann unter Umständen schon eher gezielt nach ihnen suchen. Der direkte gegenseitige Kontakt fehlt dann – sich ein persönliches Bild von einem Kandidaten zu machen, ist so schwierig.

Einen Vorteil für den Wähler gibt es dennoch: Es klingelt wenigstens kein ambitionierter Wahlkämpfer ausgerechnet dann an der Haustür, wenn der Herd endlich das Wasser im Topf zum Kochen gebracht hat ...

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