Eingekreist RHEINPFALZ Plus Artikel Wochenendkolumne: Blau-gelbe Beleuchtungen und Gelbe Säcke

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Blau und Gelb: Die Farben der ukrainischen Flagge sind derzeit überall präsent. Kein Wunder ob der russischen Angriffe auf dieses Land. Wie erschreckend sind doch die Beiträge, die die Nachrichten ins heimische Wohnzimmer bringen. Es sind Bilder der Zerstörung, von verzweifelten Menschen, von flüchtenden Frauen und Kindern, die Männer und Väter zurücklassen müssen. Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir selbst ein Bericht, in dem krebskranke Kinder Schutz vor Angriffen in einer U-Bahn-Station suchten. Furchtbar. Der Krieg berührt umso mehr, da er sich in Europa und damit in relativer Nähe zu Deutschland abspielt. Unfassbar, wie das Leben der Ukrainer von heute auf morgen völlig auf den Kopf gestellt wurde, was sie durchmachen müssen. Nur weil ein Aggressor es so will.

Blau und Gelb: Sie leuchten auch bei uns im Landkreis. In diesen Farben werden die Lauterer Kreisverwaltung, der Ramsteiner Wasserturm und das Rathaus sowie das Reichenbach-Steegener Raiffeisengebäude angestrahlt – und zeugen damit von Solidarität mit der ukrainischen Bevölkerung. Die Anteilnahme ist groß. Das Leid, das der Krieg dort mit sich bringt, bewegt auch die Menschen im Kreis. So ist bereits konkrete Hilfe in der Verbandsgemeinde Enkenbach-Alsenborn angelaufen, wo eine Hilfsgüteraktion auf die Beine gestellt wurde. In Schwedelbach wurde ebenfalls für notleidende Menschen in der Ukraine gesammelt. „Weit über 200 Umzugskartons und 200 große Säcke“ hätten so kurzfristig gepackt werden können, wie Ortsbürgermeister Henning Schaumlöffel auf Facebook schrieb. Nur zwei von vielen Aktionen. In Otterberg fand zudem ein Friedensgottesdienst statt. Die Kreisverwaltung bereitete sich auf die Aufnahme von Flüchtlingen vor. Derartiges Zusammenstehen, derartige Solidarität und Anteilnahme wird es wohl weiterhin brauchen für die Ukraine, so wie es aussieht. Leider.

Die Tonne gewinnt

Die Farbe Gelb hat man zumindest hierzulande bislang insbesondere mit einem verbunden: dem durchsichtigen Sack, in dem Plastikmüll entsorgt wird. Während in den Kaiserslauterer Stadtteilen gerade die gelbe Wertstofftonne eingeführt wurde und die Säcke ersetzt, wird das im Landkreis mittelfristig nicht der Fall sein, wie die Kreisverwaltung auf Anfrage mitteilte. Wie alles im Leben haben sowohl Tonne als auch Sack ihre Vor- und Nachteile im Gebrauch. Doch zumindest auf Facebook fiel die Reaktion der RHEINPFALZ-Leser sehr eindeutig auf die Frage aus: „Tonne oder Sack, was findet Ihr besser?“ Tonne, Tonne, Tonne ... hieß es allenthalben. Nun, zumindest fliegt diese nicht schon beim geringsten Lufthauch frühmorgens durch die Straßen, wie das die gelben Säcke gerne mal tun und dann unwillkürlich an die Büsche erinnern, die in Wildwestfilmen durch einsame Gegenden kugeln. Und man braucht sich im Falle der Wertstofftonne auch keine Sorgen darüber zu machen, dass man bei der alljährlichen Verteilung wieder leer ausgehen könnte. Allerdings: Was so manche Haushalte alle 14 Tage an Gelben Säcken auf den Gehweg verfrachten, das ließe sich mitnichten in nur eine Tonne kloppen ... Mal nur einen Sack, mal fünf Tüten: Eine Tonne bietet solche Flexibilität nicht.

Ein Beauftragter muss her

In Schneckenhausen kann unterdessen das Amt des Ortsbürgermeisters noch immer nicht besetzt werden. Nach dem Rücktritt von Hanna-Lore Scharding im vergangenen Sommer wurde versucht, eine Nachfolgerin, einen Nachfolger zu bestimmen. Ursprünglich sollte sogar mal eine Direktwahl stattfinden, am Tag der Bundestagswahl Ende September. Doch das scheiterte mangels eines Kandidaten, einer Kandidatin. Auch später bei einer möglichen Wahl durch den Gemeinderat fand sich niemand, der den Posten übernehmen wollte. Nun soll also Harald Westrich, der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Otterbach-Otterberg, als Beauftragter eingesetzt werden. Nun, das war ja auch schon einmal in Gerhardsbrunn der Fall, wo Bürgermeister Erik Emich die Aufgabe übernehmen musste. Fakt ist allerdings, dass die Bürger oftmals einen Ansprechpartner direkt vor Ort brauchen, ein Ortsbürgermeister somit immer und überall im Dienst ist. Das kann ein Verbandsbürgermeister, der dort nicht wohnt, naturgemäß nicht leisten. In diesem Sinne wird der Erste Ortsbeigeordnete Martin Schneider, der die Amtsgeschäfte seit dem Rücktritt Schardings kommissarisch geführt hat, vermutlich weiterhin stärker gefordert sein als seine Kollegen in anderen Gemeinden.

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