Kreis Kaiserslautern „Wir wissen nicht mehr viel“
«Reichenbach-Steegen.»Kreuze am Wegesrand stehen für Dankbarkeit, Unglück oder sogar Verbrechen. Wovon das große Steinkreuz am Ortseingang Fockenberg-Limbach zeugt, ist nicht genau überliefert.
Wer von Reichenbach nach Fockenberg-Limbach fährt, kann es eigentlich nicht übersehen. Gut 2,50 Meter ragt das Kreuz aus Stein in die Höhe. Wahrlich, kein kleines Kulturdenkmal. Doch für viele verschmilzt es quasi mit dem Hintergrund, wird gar nicht wahrgenommen. Die Fahrt geht einfach vorbei, kein Gedanke bleibt hängen. Dabei wurde es im Jahr 1900 ganz bestimmt aus guten Grund errichtet. Aber den kennt keiner mehr so genau, wie Ehrhard Helfenstein, Ortsvorsteher in Fockenberg-Limbach, betrübt feststellt. „Eigentlich wissen wir fast gar nichts mehr zu den Hintergründen des Kreuzes“, bedauert er. „Die ältere Generation wusste es noch. Wir hätten sie viel mehr nach der Geschichte im Ort fragen müssen, jetzt sind sie weggestorben.“ Auch er habe als junger Mann nicht nach solchen Dingen gefragt habe, jetzt sei es zu spät. Bekannt ist lediglich, das Wegekreuz geht auf das Jahr 1900 zurück. Die Katholiken im Ort konnten es wohl dank einiger Spendengelder errichten. Der Sandstein stammt aus einem im Landkreis gelegenen Steinbruch. Aus welchem, das ist bereits Vermutung. Es war in früheren Zeiten ein Stück Kultur, Kreuze zu errichten, von denen eine ganz bestimmte Botschaft ausging. Auch heute sind Kreuze an Straßenränder zu erblicken. Meist kleine Holzkreuze, versehen mit Namenszügen. Umrahmt mit frischen Blumen erinnern sie an das Leid nach Unfällen. Was aber hatte das ungewöhnlich große Kruzifix bei Fockenberg-Limbach den Zeitgenossen und Nachgeborenen zu sagen? Warum wurde es aufgestellt? War es eine Orientierungshilfe für Ankommende? War es die Kennzeichnung einer gefährlichen Stelle, ein Hinweis auf eine Wegekreuzung? War es die Botschaft darüber, dass sich an dieser Stelle ein Unglück ereignet hat? Oder zogen vielleicht Bittprozessionen daran vorbei? Die ursprüngliche Bedeutung ist vergessen. Nicht aber das Denkmal selbst. Die Gemeinde kümmert sich um das Monument, hält die kleine Einfriedung davor sauber, sorgt für frische Blumen. Es sind die Bürger von Fockenberg-Limbach und ihr Engagement, die das steinerne schmucke Kreuz, an dem der Korpus des Gekreuzigten hängt, für die Nachwelt erhalten. So kann es noch lange vom Schmerz zeugen, der mit deutlichen Worten auf der schwarzen Platte festgehalten ist. Angebracht oberhalb des kräftigen Sockels wirkt sie wie ein Fenster in die Vergangenheit. Ein Fenster, das leider nicht mehr allzu viel preis gibt.