Kreis Kaiserslautern / Lauterecken
Wieso es derzeit zu Ausfällen der Lautertalbahn kommt
Am vergangenen Wochenende warteten Bahnkunden im Lautertal vergeblich auf den Zug. Kurzfristig hatte die DB Regio AG dem Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz (ZSPNV) Süd mitgeteilt, dass sie wegen personeller Engpässe sowohl am Samstag als auch am Sonntag keinen Bahnverkehr zwischen Kaiserslautern und Lauterecken anbieten könne. „Wahrscheinlich coronabedingt“, vermutet ZSPNV-Sprecher Fritz Engbarth. Auf jeden Fall habe die DB Regio AG zurzeit viele krankheitsbedingte Ausfälle.
Lokführer sind Mangelware
Doch das ist nicht das einzige Problem: Auch auf der Schiene gibt es einen gravierenden Fachkräftemangel, berichtet Engbarth auf RHEINPFALZ-Nachfrage. „Lokführer sind Mangelware und werden dringend gesucht.“ Dies gelte beileibe nicht nur für die Region: Die Bahn bilde zwar Lokführer aus. „Doch diese werden von den Güterverkehrsunternehmen abgeworben.“ Dort sei die Bezahlung besser. Daher wechselten viele Lokführer früher oder später den Arbeitgeber und führen Güterzüge, beispielsweise auf der stark frequentierten Linie von Rotterdam nach Genua.
„Indirekt wirkt sich das auch auf den Zugbetrieb in der Westpfalz aus“, erläutert Fritz Engbarth. Bei personellen Engpässen in der Vorderpfalz müssten öfter Kollegen aus der Westpfalz einspringen. Aber es sei keineswegs so, dass es für Krankheitsfälle unweigerlich gleich Ersatz gebe. „Am vergangenen Wochenende waren wohl zu viele Lokführer im Dienstplan Westpfalz gleichzeitig krank“, erklärt er, wieso die Bahn ihre Zugfahrten ganz einstellte und im Lautertal einen Ersatzverkehr per Bus anbot. Und selbst dieser habe bis zuletzt auf wackeligen Füßen gestanden: „Denn es gibt ja auch zu wenige Busfahrer.“ Erst am Freitagnachmittag sei die Zusage eingegangen, dass am Wochenende tatsächlich Busse die Fahrgäste durchs Lautertal chauffieren.
Die jüngsten Zugausfälle gab es laut Fritz Engbarth übrigens am Dienstagabend: Ein Lokführer hatte sich kurzfristig krank gemeldet.
Für die nächsten Tage sieht es bislang gut aus: „Wir haben noch nichts von Ausfällen gehört. Das deutet auf Normalität hin“, meint der Zweckverbandssprecher am Mittwochnachmittag und fügt an: „Ich kann mich aber nur wiederholen: Die Situation kann sich ganz schnell ändern.“